Um Einsparungen zu erzielen, können RZ-Betreiber auf konventionelle Methoden setzen. Der Markt bietet jedoch auch weniger gebräuchliche Konzepte: Das britische Unternehmen Techbuyer bietet wiederaufbereitete gebrauchte Server und RZ-Equipment an und plädiert für einen ganzheitlichen Ansatz.

Die größten Kosten fallen in einem Rechenzentrum bei der Kühlung des Equipments an. Die Giganten im Rechenzentrumssektor umgehen dieses Problem, indem sie ihre Gebäude in die Nähe des nördlichen Polarkreises oder Unterwasser bauen. Für die meisten Unternehmen ist dies jedoch nicht umsetzbar. Eine gute Gebäudeplanung kann eine Anlage dennoch effizienter machen.

Reduzierung von Hardware durch Softwarearchitektur

Zusätzlich geht es grundsätzlich um eine Softwarelösung für ein Hardwareproblem. Software-Defined Storage (SDS) erlaubt es, die Systeme besser auszulasten und den Verbrauch besser zu steuern. Dies steigert die Leistungsfähigkeit insgesamt und außerdem die Skalierbarkeit durch Deduplizierung und Replikation von Daten über mehrere Server. Software-Defined Networking erlaubt es, den Datenverkehr zu kontrollieren und ihn flexibler und effizienter zu gestalten. Virtualisierung ermöglicht eine Datenspeicherung in verschiedenen Bereichen auf einem Server. Dies maximiert die Leistung und minimiert den Platzbedarf und erlaubt es zudem, Ressourcen schnell zu erweitern.

Das Einsparpotenzial beim Transceiver-Einsatz ist groß. Bild: Techbuyer

Datenspeicher durch einen Cloud-Anbieter zu mieten ist günstiger, als eine Ausrüstung für ein Rechenzentrum zu kaufen. Cloud-Speicher zu mieten, nimmt Unternehmen allerdings vielfach die Kontrolle über ihre Daten und hat Auswirkungen auf die Sicherheit. Eine Kombination von Cloud-Speicher und einem Rechenzentrum reduziert die Kosten, belässt die Kontrolle über die wichtigsten Daten aber beim Unternehmen.

Wenn ein Unternehmen sich auf eine Marke festlegt, limitiert es sich automatisch auf Anwendungen, die dieser Anbieter vertritt. Server von verschiedenen Anbietern zu kaufen, schafft die Option, Anwendungen und Technik zu nutzen, die den Bedürfnissen des Unternehmens exakter entsprechen. Dies kann auch für eine größere Auswahl an Funktionen sorgen. In manchen Fällen lässt sich die unterschiedliche Hardware sogar im selben Server-Rack einsetzen.

White Label

OEM-Produkte sind verbreiteter als gemeinhin vermutet. Die Marktforscher von Gartner haben 2017 einen Bericht veröffentlicht, der aussagt, dass besonders Transceiver heute im Wesentlichen Massenware sind und dass der größte Anteil, den Erstausrüster verwenden, aus White-Label-Sortimenten stammt und umbenannt wurde. Der Bericht beschreibt, dass die gleiche Komponente von Hardwareanbietern wie etwa Techbuyer 80 bis 90 Prozent günstiger zu kaufen ist als von Erstausrüstern. Gartner schätzt auch, dass Transceiver zehn bis 20 Prozent aller Netzwerk-Produkteinkäufe in Rechenzentren ausmachen. Das Einsparpotenzial ist damit entsprechend groß.

Sogenannte Refurbished IT schafft ein großes Angebot zu erheblich reduzierten Preisen. Die generalüberholte Lösung der vorherigen Version bringt viel Leistung und kostet bis zu 80 Prozent weniger. Für den Neupreis von zwei aktuellen Servern kann ein Unternehmen fünf Refurbished Server mit besseren Festplatten und leistungsfähigerem Arbeitsspeicher erwerben. Qualitätsanbieter in diesem Umfeld bieten standardmäßig eine Dreijahresgarantie und zudem die Option, gebrauchte Ausrüstung aufzukaufen. Techbuyer bietet zum Beispiel einen sogenannten CTO-Service (Configure to Order) und konfiguriert einen Server maßgeschneidert. Jedes Gerät prüft der Anbieter gründlich, gegebenenfalls folgen eine Datenlöschung und das Löschen von Programmen und Betriebssystem durch Software von White Canyon und Blancco. Techbuyer stellt Unternehmen nach der Datenlöschung ein Zertifikat zu Verfügung, das besonders im Bezug auf die Änderung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) ab Mai 2018 an Gewicht gewinnt.

Partnersuche

Unternehmen sollten Spezialisten zu Rate ziehen, die ihnen dabei helfen, genau zu erkennen, welche Komponente und Technik nötig sind. Eine ehrliche, neutrale und unkomplizierte Beratung ist enorm effektiv.

 

Chris Pooley ist Group Sales Director bei Techbuyer, www.techbuyer.com.