Technik als Lösungsansatz gegen Personalmangel

Glasfaserausbau und Fachkräftemangel

9. Dezember 2022, 8:30 Uhr | Jörg Schröper
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© Wolfgang Traub

Breitbandausbau ist momentan ein drängendes Problem und gleichzeitig fehlt es an qualifizierten Technikern. Kurt Delvael, Sales Director DACH bei Commscope weist in einem Statement darauf hin, wie moderne Technik Teil der Lösung sein kann, indem sie die Arbeit effizienter machen.

Besonders akut ist der Fachkräftemangel bei Technikern, die Glasfasernetze und Breitbandtechnik ausbauen, so Delvael. Bislang haben weltweit etwa 1,2 Milliarden Haushalte Zugang zu FTTH-Diensten. In den nächsten fünf Jahren wird ein Anstieg um etwa 500 Millionen neue Haushalte prognostiziert. Dieser Anstieg um 40 Prozent stellt eine noch nie dagewesene Wachstumsrate dar. Die Nachfrage nach neuen Anschlüssen hat bereits die Kapazitäten der verfügbaren Techniker überstiegen. Es stellt sich also die Frage, wie ihre Arbeit effizient unterstützt werden kann, damit der Breitbandausbau nicht stagniert. Eine entscheidende Rolle dabei spielen innovative Techniken, so der Commscope-Spezialist weiter.

Eine der effektivsten Möglichkeiten, Breitbandtechniker zu entlasten, ist demnach die Verringerung des Arbeitsaufwands für die Installation von Glasfasern im Außenbereich. Moderne Steckverbindertechnik beschleunigt und vereinfacht die Glasfaserinstallation erheblich, da sie das Spleißen von Glasfasern vor Ort reduzieren oder sogar überflüssig macht. Bei der Verwendung von Steckverbindern müssen die Techniker lediglich die Endpunkte der Glasfaser reinigen und einstecken. Dadurch sind die vorhandenen Mitarbeiter produktiver und die Einarbeitung neuer Kollegen wird einfacher. Außerdem verbessere sich die Qualität und Zuverlässigkeit jeder Faserverbindung, da die Stecker in einer kontrollierten Umgebung hergestellt und nach höchsten Standards getestet werden.

Aufgrund der unterschiedlichen Einsatzszenarien auf der ganzen Welt ist eine Architektur nicht für alle Anwendungen geeignet. Deshalb besteht eine der größten Chancen, die Effizienz zu steigern und unnötige Arbeit in der passiven Schicht zu vermeiden, in der Nutzung einer geeigneten Netzwerkarchitektur, die für die jeweilige Umgebung am besten geeignet ist.

In sehr dichten und vielfältigen Umgebungen wie Großstädten bietet eine zentralisierte Split-Architektur oft den flexibelsten Ansatz. In Vorstädten, in denen die Mehrheit der Teilnehmer über FTTH angeschlossen ist, sorgt eine kaskadierte PON-Architektur für eine effiziente Bereitstellung. Für Umgebungen mit geringer Dichte wie in ländlichen Gebieten kann eine TAP-Architektur die beste Wahl sein. Die richtige Architektur kann die CAPEX-Kosten erheblich senken und somit den ROI verbessern.

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Commscope Kurt Delvael, Sales Director DACH
Kurt Delvael, Sales Director DACH bei Commscope.
© Commscope

Installateure verwenden eine breite Palette von Gehäusen, Terminals und Komponenten, um Glasfasernetze in verschiedenen Einsatzszenarien zu installieren. Diese Konnektivitätslösungen sind oft hochspezialisiert und zeichnen sich durch eine unterschiedliche Kombination von Schnittstellen, Techniken, Glasfasertypen und sogar durch verschiedene Montageoptionen aus. Dies führt zu einer erheblichen Komplexität für Installateure. Der Einsatz einer modularen Konnektivitätslösung bedeutet dagegen Vereinfachung in vielerlei Hinsicht, von der Produktschulung für das Installationsteam über die Lager- und Bestandsverwaltung bis hin zur künftigen Aufrüstbarkeit des Netzwerks. Da weniger einzelne Komponenten nötig sind, schont die modulare Konnektivitätslösung zudem die Umwelt.

Bei herkömmlichen hardwarebasierenden PON-Lösungen kann die Inbetriebnahme neuer OLTs und die Wartung der Geräte eine zeitaufwendige Aufgabe sein. Dies liegt daran, dass sich die Steuerungs- und Verwaltungsfunktionen der OLTs auf den PON-Geräten befinden und in der Regel über Befehlszeilenschnittstellen (CLIs) aufgerufen werden, die nicht immer intuitiv sind.

Ein modernes Cloud-Management reduziert jedoch die Komplexität der Bereitstellung und Wartung und ermöglicht es Technikern, viele dieser Aufgaben remote durchzuführen. Diese intelligenten Systeme erkennen neue OLTs und virtuelle OLTs und stellen sie automatisch bereit, sobald sie vor Ort eingeschaltet werden. Sie automatisieren sich wiederholende Aufgaben, ermöglichen GUI-basierendes Management und führen netzwerkweite Software-Updates über die Cloud durch. So wird die Komplexität der PON-Verwaltung reduziert und die Techniker haben weniger Arbeitsaufwand.

Das Auffinden und Beheben von Leistungsproblemen kann für die ohnehin schon gestressten Netzwerktechniker viel Zeit in Anspruch nehmen. In ländlichen Gebieten, in denen die Entfernungen zwischen Glasfaseranschlüssen und aktiven Geräten groß sind, kann die für die Fehlerbehebung erforderliche Reisezeit ebenfalls erheblich sein. Service Assurance-Plattformen können die Zeit, die für die Fehlersuche, Diagnose und Reparatur benötigt wird, erheblich reduzieren. Sie sammeln wichtige Daten aus dem Netzwerk und analysieren diese automatisiert auf Probleme. Dies verkürzt nicht nur die Zeit für die Behebung von Problemen, sondern kann auch dazu beitragen, Ausfälle von vornherein zu vermeiden.


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