Status der Single-Pair-Ethernet-Technik

Mehr als nur neue Steckverbinder

24. November 2020, 07:00 Uhr   |  Verena Neuhaus/jos


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Vom Auto zur Industrie

Beim Transfer vom Automotive Ethernet hin zu industriellen SPE-Anwendungen gibt es derzeit für die Gerätehersteller noch einige Herausforderungen, da die EMV-Einflüsse je nach Anwendung nicht wie im Automobil vorhersehbar sind und zudem oft viel komplexer ausfallen. Das heutige Industrial Ethernet hat sich über einen langen Zeitraum entwickelt. Die Hersteller haben die RJ45-Steckverbinder hinsichtlich Schirmungskonzepten, erweiterter Temperaturbereiche, Robustheit und integrierten Überträgern (Magnetics) nach und nach optimiert und an die Bedürfnisse industrieller Umgebungsbedingungen angepasst. Die SPE-Steckverbinder von Phoenix Contact bringen viele dieser Eigenschaften bereits mit. Die genauen Anforderungen der gesamten SPE-Infrastruktur werden sich jedoch erst noch entwickeln.

Es bleibt also auch weiterhin spannend. Für die kommenden Jahre erwarten Insider weitere IEEE-Standards für SPE, die den Bereich der größeren Distanzen über 100 Meter bei gleichzeitiger Datenübertragung von bis zu 100 MBit/s abdecken. Auch bei den Steckverbindern wird es über die nächsten Jahre noch Portfolio-Erweiterungen geben. Sobald die ersten Innovations­treiber Geräte entwickeln und auf den Markt bringen, werden auch feldkonfektionierbare Steckverbinder für unterschiedliche Kabel sowie weitere Zubehörartikel für die Schaltschrank- und Feldverkabelung benötigt.

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© LANline

Neues Grundgerüst für die Industriekommunikation

Zurzeit entsteht das Grundgerüst für die Zukunft der industriellen Kommunikationstechnik. SPE ist davon nur ein Teil. Neue Kommunikationsstandards wie die Open Platform Communications Unified Architecture (OPC UA), Time-Sensitive Networking (TSN) oder 5G sind die Basis für die durchgängige Vernetzung vom Sensor über die Maschine und übergeordnete Systeme bis hinein in die Cloud. An dieser Stelle wird auch das Zusammenspiel zwischen Funk- und Kabeltechnik deutlich. Technikunternehmen wie Phoenix Contact engagieren sich daher in allen wichtigen Standardisierungsgremien. Das Ziel: ein neuer, herstellerübergreifender Kommunikationsstandard für die digitale Transformation. Zusammen mit anderen Kommunikationstechnologien wie 5G und TSN dient SPE auch als Basis für die intelligente Vernetzung in der All-Electric Society.

Dipl.-Ing. Verena Neuhaus ist im Product Marketing Data Connectors, Business Unit Field Device Connectors bei Phoenix Contact in Blomberg tätig, www.phoenixcontact.net.

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1. Mehr als nur neue Steckverbinder
2. Standardisierung noch nicht abgeschlossen
3. Vom Auto zur Industrie

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