Im Test: Daxten KVM-Switch

Robuste Lösung für das Rack

05. Mai 2005, 23:16 Uhr   |  Christoph Lange/jos

Mit Rack Access 8i und 16i offeriert Daxten ein komplettes KVM-System für den Rack-Einbau, das nur eine Höheneinheit misst. In einem stabilen Metallrahmen sind Tastatur und Monitor sowie der KVM-Switch für den Anschluss der Server untergebracht. Die Signale übertragen Standard-UTP/STP-Kabel, die bis zu 20 Meter lang sein dürfen.

Die Komplettlösung "Rack Access 8i/16i" von Daxten umfasst einen KVM-Umschalter in einer Konsole
mit 15-Zoll-LCD-Monitor, Standard-Keyboard (105 Tasten) und PS/2-Maus-Touchpad. Das Ganze ist in
einem stabilen Metallrahmen untergebracht, der als Rack-Einschub nur eine Höheneinheit beansprucht.
Die ausziehbare Monitor- und Tastaturkonsole ist auf massiven Metallschienen montiert, die einen
soliden Eindruck machen. Der Kabelstrang für die Stromversorgung und die Übertragung der Video- und
Tastatursignale ist entlang einer Metallwinkelschiene geführt, die beim Herausziehen der Konsole
automatisch mitwandert.

In der hinteren Gehäusehälfte ist der KVM-Switch mit den RJ-45-Ports für den Anschluss der
Server untergebracht. Für Flash-Upgrades und für den Zugriff auf das KVM-System über eine serielle
Verbindung ist zudem ein RJ-11-Port vorhanden. Das Netzteil befindet sich ebenfalls an der
Einschubrückseite. Für die Verbindung der Server mit dem KVM-Switch verwendet Daxten gewöhnliche
UTP/STP-Kabel. Auf der Serverseite werden diese in einen speziellen Adapter gesteckt, der als
PS/2-, USB- oder Sun-Version erhältlich ist. Die Kabel dürfen bis zu 20 Meter lang sein.

Bei dem von der LANline getesteten Rack Access 8i stehen acht Ports für die Serveranbindung zur
Verfügung. Das Modell 16i bietet 16 Ports. Die KVM-Lösung lässt sich einfach skalieren, indem man
an den ersten Switch weitere KVM-Umschalter anschließt. Die Rack-Access-8i-Konsole kann auf diese
Weise den Zugriff auf bis zu 64 Server ermöglichen, die 16-Port-Version sogar auf 256 Rechner.

In Kürze will Daxten zudem das 16-Port-KVM-System "Rack Access 16 IP" anbieten, das die
Serversignale sowohl lokal bereitstellt als auch über IP-Verbindungen transportiert. Damit ist der
Zugriff auch aus der Ferne über LAN- oder WAN-Verbindungen möglich. Die IP-Lösung digitalisiert und
komprimiert das Bild und überträgt es gemeinsam mit den Tastatur- und Maussignalen. Für die Modelle
Rack Access 8i und 16i lässt sich der IP-Zugriff durch die Installation einer zusätzlichen
Remote-Access-Lösung realisieren.

Schnell einsatzbereit

Für den LANline-Test waren vier Windows-Server mit dem KVM-Switch verbunden, wobei auch zwei
UTP-Kabel mit der maximal zulässigen Länge von 20 Meter zum Einsatz kamen. Die Server sollten
ausgeschaltet sein, wenn sie mit dem KVM-System verbunden werden, um Beschädigungen des Umschalters
und der Server zu vermeiden.

Der aufklappbare Monitor ist mit einem Handgriff versehen, an dem sich die Konsole ohne großen
Kraftaufwand aus dem Rack herausziehen lässt. In der Endposition rastet die Schiene ein. Um die
Lade wieder einzuschieben, drückt der Administrator auf die beiden Seitenlaschen. Der Monitor
verfügt über einen Stopper, wodurch er sich nur etwa 25 Grad über die senkrechte Position hinaus
nach hinten bewegen kann. Sobald der Administrator die Klappe wieder schließt, schaltet sich der
Monitor automatisch ab.

Die Bedienung der Maus erfolgt über ein kleines, aber gut zu bedienendes PS/2-Touch-Pad mit
rechter und linker Maustaste. Auf der Tastatur ist neben der STRG-Taste jeweils eine ENTF-Taste
angeordnet. Damit ist der STRG-ALT-ENTF-Griff auch einhändig möglich. Am linken Rand der Tastatur
ist der Platz etwas knapp bemessen, wodurch die Hand beim Tippen den Seitenrahmen berührt.

Einfaches Konfigurationsmenü

Um zwischen den verschiedenen Rechnern umzuschalten, ruft der Administrator das OSD-Menü (On Screen Display) auf, indem er zweimal schnell hintereinander auf die STRG-Taste tippt. Daraufhin erscheint eine Liste mit allen am KVM-Switch angeschlossenen Computern. Wenn die Autoskip-Funktion aktiviert ist, überspringt der Cursor bei der Computerauswahl die nicht aktiven Ports und wechselt sofort zum nächsten aktiven Rechner. Eine zweite Möglichkeit, zwischen den Servern zu wechseln, sind spezielle Hot-Keys für jeden Rechner. Sie werden - wie auch die meisten anderen Einstellungen - im OSD-Menü konfiguriert. Für Nicht-PS/2-Rechner ist vor dem Einschalten im OSD-Menü der Emulationstyp einzustellen. Das System unterstützt HP-UX, Alpha Unix, SGI, Open VMS und IBM AIX. Rack Access 8i emuliert sowohl die Maus als auch die Tastatur, die beide bereits während des Bootvorgangs zur Verfügung stehen.

Im LANline-Test sorgte die automatische Anpassungsfunktion des Rack Access 8i dafür, dass der Bildschirm von drei der vier angeschlossenen Server auf Anhieb so dargestellt wurde, dass er die gesamte Monitorfläche ausfüllte. Bei einem Windows-2000-Testserver war der Bildschirm dagegen um etwa ein Fünftel nach rechts verschoben. Auch ein nochmaliges Ausführen der automatischen Anpassung half nicht. In diesem Fall ermöglichen es die rechts am Monitor angebrachten Steuertasten, den Bildschirm manuell zu positionieren. Die korrigierte Einstellung bleibt dann dauerhaft erhalten.

Rack Access 8i unterstützt eine maximale Auflösung von 1024 mal 768 Bildpunkten bei 16 Millionen Farben, wobei den Pixeln per Dithering Zwischenfarben zugeordnet werden. Durch einen horizontalen und vertikalen Betrachtungswinkel von bis zu 160 Grad ist der Bildschirm auch schräg von der Seite gut lesbar. Während des Testbetriebs war bei der Qualität der Bildschirmdarstellung und der Reaktionsgeschwindigkeit von Maus- und Tastatureingaben zwischen den zwei per Fünfmeterkabel und den zwei über eine Entfernung von 20 Meter angeschlossenen Servern kein Unterschied festzustellen. Generell gilt, dass die Übertragungsqualität mit steigender Entfernung zwischen Computer und KVM-Konsole abnimmt.

Zugriffsschutz für jeden Rechner einstellbar

Die kennwortgeschützte Zugriffskontrolle des KVM-Systems ermöglicht eine differenzierte
Rechtevergabe auf mehreren Ebenen. Sie wird im OSD-Menü über die F2-Taste aktiviert. Neben dem
Administrator und dem Supervisor sind sechs Benutzer vorhanden, für die der Administrator ebenfalls
Kennwörter vergeben kann. Beim Login tippt der Benutzer lediglich das Kennwort ein und erhält damit
die seiner Rolle zugewiesenen Rechte. Der Administrator hat uneingeschränkten Zugriff auf alle
Funktionen. Der Supervisor besitzt volle Zugriffsrechte auf die verwalteten Rechner, darf aber im
KVM-System unter anderem keine Kennwörter ändern.

Für die sechs "normalen" Benutzer lässt sich das Zugriffsrecht pro User für jeden der
angeschlossenen Computer konfigurieren. Ein Y bedeutet, dass er Vollzugriff auf den Computer und
auf die OSD-Funktionen F4 (Scan), F5 (Anpassung der Bildqualität) und F6 (OSD-Fenster verschieben)
erhält. Setzt der Administrator ein V, werden Tastatur und Maus deaktiviert, sodass der Benutzer
lediglich den Bildschirm beobachten kann. Bei einem N ist gar kein Zugriff möglich, und es
erscheint das Timeout-Symbol.

Wenn der Administrator mit der F4-Taste den Port-Scan startet, zeigt der Konsolenmonitor der
Reihe nach automatisch alle aktiven Bildschirme an. Das Zeitintervall lässt sich im OSD-Menü
einstellen. Auch der Timeout-Wert für die Bildschirmanzeige bei kennwortgeschütztem Zugriff ist
hier konfiguriert.

Der Administrator kann zudem vorgeben, wie lange der Computername am oberen Bildschirmrand
eingeblendet wird, nachdem der jeweilige Rechner aufgerufen wurde. Daxten liefert zu den
Rack-Access-Systemen außerdem eine Kontrollsoftware mit, die über die serielle Schnittstelle auf
den KVM-Switch zugreift. Der Rechner, auf dem das Windows-Tool läuft, wird über einen COM-Port mit
dem seriellen RJ-11-Port des Rack Access 8i verbunden.

Fazit

Die KVM-Lösung Rack Access 8i/16i fasst ein hochwertiges Display, eine robuste Tastatur und
einen Acht- oder 16-Port-KVM-Switch in einem solide verarbeiteten 1U-Rack-Einschub zusammen. Das
System ermöglicht den flexiblen Zugriff auf die angeschlossenen Rechner, wobei dieser nicht nur per
OSD direkt an der Konsole erfolgen kann, sondern über die serielle Verbindung auch von einer
Arbeitsstation aus. Der Rack Access 8i kostet 1999 Euro. Hinzu kommen die Kosten für die
Serveradapter, die für das PS/2-Modell bei 65 Euro liegen, für die anderen Versionen bei 129 Euro.
Wenn acht Windows-Server angeschlossen werden, beträgt der Gesamtpreis also gut 2500 Euro. Die
16-Port-Variante ist für 2300 Euro erhältlich, zuzüglich der Kosten für die Adapter.

Info: Daxten Tel.: 030/8595370 Web: www.daxten.de

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