Verkabelungsstrategien für On-Premises-Rechenzentren

Zurück in die schnelle Zukunft

5. Mai 2022, 7:00 Uhr | Gary Bernstein/jos
Verkabelung
© Wolfgang Traub

Der Markt zeigt heute deutliche Trends dafür, dass die in öffentlichen Clouds eingerichteten Anwendungen zunehmend in eine private Cloud, eine gehostete private Cloud oder eine Nicht-Cloud-Umgebung zurückwandern. Zudem lassen neue Techniken und Anwendungen die Bandbreitenanforderungen in die Höhe schnellen. Es lohnt sich daher, die wichtigsten Faktoren zu betrachten, die in puncto Netzwerkinfrastruktur zu berücksichtigen sind, um in Unternehmensrechenzentren Datenraten von 100 GBit/s und mehr realisieren zu können.

In Summe kann die Speicherung aller Unternehmensdaten in der Cloud recht teuer ausfallen, insbesondere wenn die versteckten Kosten für das Verlagern von Daten in und aus Cloud-Umgebungen berücksichtigt sind. Auch sinken die Kosten für Cloud-Dienste nicht mehr so schnell wie noch vor ein paar Jahren. Mit der Rückkehr zu unternehmenseigenen Rechenzentren ist es für RZ-Manager unerlässlich, die neuesten Trends in der Datenentwicklung und die Entwicklungen rund um die digitale Transformation zu kennen, um die für sie beste Strategie für die Implementierung von IT-Technik und RZ-Design zu ermitteln.

Prognosen zufolge wird die weltweit erzeugte Gesamtdatenmenge bis 2025 eine Größenordnung von 180 Zettabyte (ZByte) erreichen. Die wichtigsten Triebkräfte sind neue Techniken und Anwendungen, die mehr Daten produzieren und zugleich zusätzliche Rechenleistung, eine größere Bandbreite und eine Übertragung mit geringer Latenz erfordern. Intelligente Gebäude großer Unternehmen und Industrie-4.0-Initiativen beispielsweise erzeugen immer größere Mengen an IoT-/IIoT-Daten, sodass die Zahl der angeschlossenen Geräte bis 2025 voraussichtlich 30 Milliarden übersteigen wird. Diese Geschäftsbereiche nutzen zudem künstliche Intelligenz, maschinelles Lernen und fortschrittliche Datenanalysen, die eine extrem niedrige Latenz und Server-Verbindungen mit 50 GBit/s und 100 GBit/s in Cloud-Rechenzentren voraussetzen.

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Übertragungsgeschwindigkeiten
Bild 1. Übertragungsgeschwindigkeiten von Unternehmens- und Cloud-Netzwerken im Vergleich.
© Siemon

Bestimmte vertikale Märkte folgen diesem Trend. MRT-Bilder mit hoher Auflösung und virtuelle Telemedizin im Gesundheitswesen sowie Hochfrequenzhandel, Online-Banking und Datenanalyse im Finanzwesen steigern den Bandbreitenbedarf und den Bedarf an Übertragungen in nahezu Echtzeit weiter. In der professionellen Medien- und Spieleindustrie treiben unkomprimierte hochauflösende Videos, Computeranimationen und visuelle Effekte die Dateigrößen in ganz neue Höhen. Für eine Stunde Videoinhalt in 4K sind mehr als 100 GByte Speicherplatz nötig, eine Stunde 8K Rohvideoinhalt umfasst ein Datenvolumen von mehr als 7 TByte. Auch die 5G-Mobilfunktechnik und das Edge-Computing stellen höhere Anforderungen an eine
Rechenzentrumsumgebung.

Edge-Rechenzentren benötigen Verkabelungslösungen und Verbindungstechnik mit ultrahoher Packungsdichte, um eine hohe Gerätedichte und Hochgeschwindigkeitsübertragungen mit niedriger Latenz zu gewährleisten. Nicht zuletzt führt auch die verbreitete Nutzung von Home-Office, Distanzunterricht, Online-Shopping und Videostreaming zu Änderungen in den Geschäftsabläufen, Arbeitsstrukturen und im Käuferverhalten und damit zu erhöhten Anforderungen an die Datenverarbeitung.


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