Der neuseeländische Hybrid-IT-Spezialist ClearCenter und sein Partner Hewlett Packard Enterprise (HPE) haben auf der Cebit eine Blockchain-Plattform und einen Marktplatz für Dapps (Decentralized Apps) auf der Basis von HPEs ProLiant-Servern vorgestellt. ClearNODE ist laut Herstellerangaben die erste vollständig gemanagte Blockchain-Plattform mit Dapps-Marktplatz.

Ähnlich wie bei einem Smartphone-Modell sind laut Herstellerangaben die HPE-Server und deren ClearOS-Betriebssystem mit dem ClearOS-Marktplatz verknüpft. Der Dapps-Betrieb erfolge dabei auf einem dezentralen Netz von HPE-Servern, also ohne Vermittlungsinstanz. Jeder Nutzer sei so auch ein potenzieller Provider und könne Geld verdienen, indem er anderen Nutzern zum Beispiel ungenutzten Speicherplatz zur Verfügung stellt. Das Angebot soll privaten Nutzern, Entwicklern und Unternehmen den Betrieb von Blockchain-Knoten ebenso erleichtern wie den Einsatz dezentralisierter Apps.

ClearNODE stellt hier laut Hersteller ClearCenter Software- und Security-Services für den Betrieb einer komplett verwalteten, sicheren Blockchain-Plattform mit angeschlossenem Dapp-Marktplatz bereit. Die Plattform laufe mit dem Linux-basierten ClearOS auf HPE-ProLiant-Servern, für die Absicherung sollen die HPE-Hardware und ClearCenters ClearGM-Service sorgen.

Jeder beliebige Softwareentwickler kann laut Bekunden der Neuseeländer eine Dapp zur Evaluierung und Aufnahme in den ClearOS Marketplace einreichen. Der Anbieter will damit das Deployment sicherer verteilter Apps ebenso einfach gestalten, wie es dies heute für App-Entwickler ist, die Apps in Apples App Store für iOS oder Googles Play Store for Android veröffentlichen wollen.

Der ClearOS Marketplace soll drei Vorteile bieten: schnellere Markteinführung für die Dapps dank offener Standards, automatischer Zugang zu tausenden dezentralisierter Knoten über die ClearCenter-Umgebung sowie die Sicherheit, dass die Dapp ausschließlich auf Knoten läuft, die vom ClearNODE-Service geschützt sind. Denn ein großes Risiko ist es laut ClearCenter-Angaben, dass heutzutage Blockchain-Infrastrukturen auf unsicheren, teils veralteten Desktops und Servern laufen.

Zugleich veröffentlicht auch ClearCenter selbst eigene Blockchain-bezogene Apps und Dapps im ClearOS Marketplace. Die ersten beiden sind ClearWALLET, eine hybride (Hardware/Software-basierte) Börse, die mehrere digitale Währungen unterstütze, sowie ClearSHARE, ein Blockchain-basierter Shared-Storage-Service. Dieser verschlüsselt laut Herstellerangaben Dateien automatisch und verteilt sie über das dezentralierte Netzwerk.

Zur Absicherung des Systems erfolgt der Betrieb auf HPEs „ProLiant Gen10“-Servern. Diese bieten mit der herstellereigenen „Silicon Root of Trust”-Technik ein Verfahren, um HPE-Hardware mit der zugehörigen ILO-Firmware (Integrated Lights Out) zu verknüpfen. Dies soll sicherstellen, dass die Server keinen kompromittierten Firmware-Code ausführen. Darauf aufsetzend bietet ClearGM laut ClearCenter weitere Security-Services, darunter:

* Firewall- und UTM-Funktionalität (Unified-Threat-Management), die ClearCenter zum Schutz vor Bedrohungen verwalte und täglich aktualisiere,

* ein Zero-Trust-Modell für ausgehenden Datenverkehr zum Schutz vor internen Bedrohungen, Phishing-Versuchen und Malware, indem die Software ausgehende Anfragen auf Netzwerkebene blockiert,

* DNS-basiertes Content Filtering zum Schutz vor unerwünschten Inhalten und bösartigen Websites sowie

* ein automatisches Whitelisting von Services und Websites durch ClearGMs Cloud-basiertes Machine-Learning-System.

Interessenten können ClearNODE ab sofort bestellen, die Preise beginnen bei 1.599 Dollar. An Hardwareoptionen stehen HPEs ProLiant MicroServer Gen10, ProLiant ML110 Gen 10 und ProLiant ML350 Gen10 zu Auswahl.

Weitere Informationen finden sich unter www.clearcenter.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.