Virtualisierungsspezialist VMware hat mit vCloud NFV OpenStack Edition 3.0 die nächste Generation seiner NFV-Plattform (Network Functions Virtualization) für Kommunikationsdienstleister (CSPs) angekündigt. Die neue Version umfasse die hauseigene Integrated OpenStack Carrier Edition 5.0 und sei in der Lage, die Netz-Performance erheblich zu steigern sowie neue Carrier-Grade-Netzwerkfunktionen und eine Intent-basierte Service-Assurance anzubieten. Auf diese Weise verbessere man die Gesamtwirtschaftlichkeit von softwaredefinierten, auf offenen Standards basierenden 5G- und Multi-Cloud-Telekommunikationsnetzen, so VMware weiter.

vCloud NFV stelle eine 5G-fähige NFV-Infrastrukturplattform zur Verfügung, die für die schnelle Einführung von Diensten mit geringer Latenz und hohem Netzwerkdurchsatz sowie für die Unterstützung unterschiedlichster Endpunkte und Geräte konzipiert sei. CSPs seien mit der Plattform in der Lage, eine durchgängige, softwarebasierte Netzwerkarchitektur aufzubauen, die konsistente, durchgehende Verbindungsmöglichkeiten und Sicherheit für Anwendungen und Netzwerkfunktionen bieten soll – unabhängig von der zugrundeliegenden physischen Infrastruktur oder dem Standort.

Die nächste Generation der NFV-Plattform unterstütze VMware NSX-T Data Center, das DPDK (Data Plane Development Kit)-basierte Funktionen hinzufügt. Diese sollen eine beschleunigte Netzwerkleistung auf Datenebene ermöglichen und die Effizienz der CPU-Verarbeitung steigern, während alle Vorteile der auseigenen NFV-Infrastruktur bestehen bleiben. Hochleistungs-Switching, eine verbesserte Plattformerkennung und –Nutzung sowie eine sichere Mandantenfähigkeit stellen hierbei die Netzwerkarchitektur bereit, so VMware. Diese sei für virtuelle Netzwerkfunktionen transparent (VNF) und biete kernelbasierte Sicherheit, deterministische Ressourcenzuweisung, lineare Skalierbarkeit und konsistente Multi-Flow-Performance.

Durch die Einbindung von NSX-T Data Center ermögliche vCloud NFV zudem eine Reihe neuer Carrier-orientierter Netzwerkfunktionen und erlaube CSPs die Nutzung des Virtual Cloud Networks. Durch die schnelle Erkennung von Verbindungsausfällen und Bare-Metal-Edge-Netzwerkunterstützung mit erweitertem Security-, Performance- und Richtlinien-Management verfüge die Plattform über eine erhöhte Netzwerkstabilität. Network Slicing durch Mikrosegmentierung soll CSPs außerdem die Flexibilität geben, um QoS, Security, Verfügbarkeit und andere Richtlinien in einem virtuellem Netzwerk zuzuweisen, das sich zur Unterstützung verschiedener Geschäftsbereiche bereitstellen lässt. Native Unterstützung für das Container Networking Interface (CNI) ermöglicht laut VMware erweiterte Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen für Container-basierte Workloads und Mikro-Services. IT-Teams erhalten aufgrund der Multi-Cloud-Netzwerk- und Sicherheitsfunktionen die operative Kontrolle und einen Einblick in heterogene Umgebungen, die RZs, Public und TK-Clouds sowie Edge-Umgebungen umfassen.

VMware führt mit vCloud NFV OpenStack 3.0 nach eigenen Angaben ein neues Paradigma für Intent-based Assurance im NFV-Betrieb ein. CSPs sei es so möglich, operative und geschäftliche Ziele für das Netzwerk zu definieren und die Leistung kontinuierlich anhand der definierten Ziele über Day 0, Day 1 und Day 2 Operations zu überprüfen. Zu den neuen Funktionen gehören laut Herstellerangaben Service-Onboarding und Betrieb, Kapazitätsplanung, Prognose und Reklamation, erweiterte Isolierung und Fehlerbehebung sowie dynamische Leistungsoptimierung.

Darüber hinaus soll vCloud NFV OpenStack 3.0 die hauseigene Integrated OpenStack Carrier Edition 5.0 ergänzen. Dabei handele es sich um eine der ersten gewerblichen OpenStack-Distributionen, die den Interoperabilitätsrichtlinien 2018.02 der OpenStack Foundation entspricht.

Weitere Informationen finden sich unter www.vmware.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.