Während in den USA die Venture-Finanzierung von Startups wieder unter vollen Segeln steht, geht diese Form der Unternehmensfinanzierung in Europa zurück. Erschwerend kommt für die Firmengründer hinzu, dass sich die Kapitalgeber auf eher weniger, dafür aber besser ausgestattete Engagements konzentrieren.

Die Venture-Investitionen in Europa sanken von 42,3 Milliarden Euro im Jahr 2005 auf 27,8 Milliarden Euro im vorigen Jahr. Für die erste Jahreshälfte 2007 waren es sogar nur 4,6 Milliarden Euro. Das berichtet Intel Capital, der Investmentarm des Chipiganten.

Nach Ansicht von Ashish Patel, Chef der britischen Niederlassung von Intel Capital, bewegt sich der europäische Venture-Markt weiterhin sehr im Schatten des US-Marktes. Und innerhalb Europas stellt Großbritannien mit einem Anteil von 50 bis 60 Prozent den Löwenanteil des europäischen Venture-Marktes. In Deutschland ist dieser Bereich weiterhin schwach, so betrugen laut dem Venture-Panel von Fleischhauer-Hoyer die Venture-Investitionen im dritten Quartal 2007 nur magere 116 Millionen Euro. Insgesamt gibt es in Europa gegenwärtig rund 600 Venture-Firmen, das ist deutlich weniger als die rund 1500 Risikokapitalgeber, die zur Höhe der Dotcom-Booms auf diesem Gebiet aktiv waren.

Nach Beobachtungen von Intel ist es für junge europäische Startups immer schwieriger, an genügend Venture-Capital heran zu kommen. „Eine einzelne Firma enthält heute mehr Investitionen als früher, was zu erheblich weniger Deals geführt hat“, lautet Patels Einschätzung der Wagnisfinanzierung.

Damit hat sich die Situation gegenüber früher deutlich gewandelt. „2001 bekam praktisch jeder Geld, der eine Idee hatte, doch das bereitgestellte Geld reichte meistens nicht aus und die Firmen mussten häufig schließen, bevor sie aus ihren Ideen marktreife Produkte gemacht hatten“, sagt er über die gewandelte Strategie der Startup-Finanzierung.

Intel selbst konzentriert sich mit seinen Investitionen vorwiegend auf Startups, die in umweltfreundlichen Projekten aktiv sind. „Bei sauberen Technologien hat Europa einen Know-how-Vorsprung den wir finanziell nutzen wollen“, sagt er über Intels Pläne. Aber auch alles, was das Internet mobiler macht, hat gute Chancen von Intel unterstützt zu werden.

Harald Weiss/CZ/pk