Bitte nicht stören: Sitzt ein Entwickler völlig vertieft und kaum ansprechbar vor dem Computer, ist dies meist ein gutes Zeichen. Scheinbar mühelos fließt dann der Code über den Bildschirm. Der Entwickler ist gerade im Flow, ein Zustand absoluter Konzentration – und den gilt es möglichst lange aufrechtzuerhalten. Dies ist einfacher gesagt als getan, denn so schwer es oft ist, überhaupt in den Flow zu kommen, umso einfacher wird dieser von verschiedenen Störfaktoren wieder „gekillt“. Der auf das sogenannte Software Revival spezialisierte IT-Dienstleister Avision erläutert mit einem Augenzwinkern fünf häufige Flow-Killer im Büro, die Entwickler aus dem Konzept bringen.

  1. Nicht funktionierende oder wechselnde Tools: Man glaubt es kaum, aber es passiert gar nicht so selten. Tool-Wechsel während der Entwicklungsphase werden vom Entwickler nicht gerne gesehen. Hat sich der Entwickler gerade in ein Tool eingearbeitet, ist es kontraproduktiv, wenn es ersetzt wird und er von vorne beginnen muss. Dasselbe gilt auch für den Arbeitsplatz: Einen neuen und besseren Rechner wünscht sich jeder Entwickler, aber nicht in der heißen Programmierphase. Zu diesem Zeitpunkt wirft ihn ein neuer Rechner aus dem Zeitplan, da alles neu aufgesetzt werden muss. Probleme mit dem Rechner sind grundsätzlich ärgerlich und behindern die Arbeit. Zum einen, weil Zeit aufgewendet werden muss, um das Problem zu beheben, zum anderen, weil es eine Ablenkung ist. Ebenso störend sind Betriebssystems-Updates.
  2. Geteilte Arbeit: Das Aufteilen verschiedener Arbeitsschritte ist für den in die Arbeit vertieften Entwickler nur eine vermeintliche Erleichterung. Aufgaben zu teilen, ist häufig kein einfaches Unterfangen – wenn man bisher alleine für ein Projekt verantwortlich war, ist es eine Umstellung, wenn ein zweiter Entwickler hinzugezogen wird. Es kostet Ressourcen, ihn einzuarbeiten und die Aufgaben zu splitten – das heißt, sich immer wieder abzustimmen und gegenseitig auf den neuesten Stand zu bringen. Ohne Einmischung und den damit verbundenen Mehraufwand hätte der Entwickler das Projekt wahrscheinlich schneller zum Abschluss gebracht.
  3. Geräuschkulisse: Auch Geräusche können den Entwickler in seiner Arbeit stören, sei es der laut telefonierende Büronachbar oder ein Kollege, der im Flur seine Wochenendgeschichten erzählt. Wenig zuträglich für den Flow sind auch Meetings, die in einem Büro abgehalten werden und an denen der Entwickler nicht unmittelbar beteiligt ist, aber gezwungenermaßen mithören muss. Selbst kleinste Geräusche, wie der erkältete Kollege, der ständig hustet, können die Produktivität beeinträchtigen. Zum störenden Nebengeräusch können sich auch wiederholte Nachfragen entwickeln: Wird sich beim Entwickler während seiner Arbeit immer wieder nach Zwischenergebnissen erkundigt, die man beispielsweise dem Management präsentieren kann, reißt ihn dies aus seiner Arbeit.
  4. Störenfriede in den eigenen Reihen: Die Kollegen und vor allem die direkten Sitznachbarn haben einen großen Einfluss auf die Arbeit eines Entwicklers: Setzt man einen introvertierten Kollegen neben einen extrovertierten Kollegen wird es nicht lange dauern, bis ersterer genervt ist. Ähnlich verhält es sich, wenn Product Owner und Entwickler im selben Büro sitzen. So wichtig der Austausch und die Verknüpfung von Product Owner und Entwickler ist – die unmittelbare räumliche Nähe ist keine gute Lösung. Besser ist es, regelmäßige Meetings zu vereinbaren, in denen der Austausch geplant und effizient stattfindet.
  5. Akuter Kaffeemangel: Das Schlimmste, was man einem Entwickler antun kann, ist ihn von der Kaffeezufuhr abzuschneiden. Eine defekte Kaffeemaschine pulverisiert den Flow. Damit der Entwickler wie eine gut geölte Maschine funktioniert, braucht er in regelmäßigen Abständen seinen Treibstoff. Auch wenn er sich gerade im „Tunnel“ befindet und nur noch Code sieht – den Weg zur Kaffeemaschine findet er trotzdem.

„Generell ist es kontraproduktiv, bei der Softwareentwicklung allzu sehr in die gewohnte Arbeitsweise der Beteiligten einzugreifen“, sagt Nadine Riederer, CEO bei Avision. „Natürlich gibt es auch unter Entwicklern sehr unterschiedliche Charaktere, doch es gibt viele Aspekte, die alle gleichermaßen zur Weißglut bringen.“ Avision aus Oberhaching bei München ist ein auf Software Revival spezialisierter IT-Dienstleister für Anwendungsentwicklung und -betreuung. Als Alternative zu kompletten Neuimplementierungen, die häufig kostspielig und riskant seien, setzt Avision auf eine Modernisierung der Legacy-Software von Unternehmen. Performante und businesskritische Elemente werden laut den Spezialisten beibehalten, veraltete und teure Module abgelöst und wichtige Funktionen weiterentwickelt, erneuert oder in anderen Systemen umgesetzt. Weitere Informationen stehen unter www.avision-it.de zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.