Die Überwachung von Windows-Systemen kann schnell zu einer tagesfüllenden Aufgabe werden, speziell dann, wenn sich diese auf mehrere Standorte verteilen. O&O Syspectr verspricht nicht nur in diesem Punkt Hilfe, sondern soll auch durch eine einfache Installation und Bedienung punkten.

Die Software- und Windows-Spezialisten des Berliner Unternehmens O&O Software bieten ihre Lösung Syspectr schon seit einigen Jahren an. Sie richtet sich im Gegensatz zu anderen bekannten Produkten der Softwareschmiede, die wie beispielsweise O&O Defrag den Consumer-Markt adressieren, ganz klar an den professionellen Nutzer. Mit dem Motto „IT-Management neu definiert“ verfolgt der Anbieter mit Syspectr zwar hohe Ansprüche, doch vor allem für kleine und mittelständische Betriebe kann die Lösung eine große Hilfe beim IT-Management sein.

Syspectr ist eine Cloud-Lösung, die es einem Systembetreuer ermöglicht, viele Systemparameter und wichtige Funktionen der Windows-Systeme – wie Updates und deren Status – über das Web zu kontrollieren und im Zweifelsfall zu korrigieren. Dazu benötigt der Systemverwalter als Arbeitswerkzeug nur einen Browser auf seinem System, der HTML5 unterstützt, um mit diesem von überall aus Aufgaben ausführen zu können. Auf den zu überwachenden Windows-Systemen muss lediglich ein kleines Agentenprogramm installiert sein. Damit der Softwareagent einsatzfähig ist, benötigt der Rechner neben einer bestehenden Internetverbindung das Microsoft DotNET-Framework 4.0. Sollte es nicht vorhanden sein, installiert Syspectr diese Software automatisch. Die Lösung unterstützt Windows-Desktop-Systeme ab Windows 7, die Windows Server 2008 und 2012 (jeweils auch in der R2-Version) sowie den Windows Server 2016. Die Agentensoftware liest nach ihrer Installation auf dem Windows-Rechner die entsprechenden Daten aus und überträgt sie (SSL-verschlüsselt) an die O&O-Server im Rechenzentrum des Berliner Anbieters.

In der Praxis: Schnell installiert und eingesetzt

Dieser Ansatz bietet den Vorteil, dass die Überwachung einer bestehenden Windows-Infrastruktur sich schnell einrichten und in Betrieb nehmen lässt. Wer jedoch für sein Unternehmen den Einsatz von Cloud-Lösungen jeglicher Art ablehnt oder aus gesetzlichen beziehungsweise regulatorischen Gründen ablehnen muss, kann eine solche Software nicht verwenden. Da aber gerade auch im KMU-Umfeld die Bereitschaft zum Einsatz von Cloud-Lösungen wie beispielsweise Office 365 stetig wächst, ist O&O hier sicher auf dem richtigen Weg. Zumal der deutsche Softwareanbieter den hiesigen Datenschutzgesetzen unterliegt und die Server für Syspectr in deutschen Rechenzentren hostet und selbst betreibt.

Alle Windows-Systeme in der eigenen Infrastruktur übersichtlich aufgelistet: Mittels selbst definierter Gruppen – wie hier „Echte Systeme“ oder „Virtualisierte Desktop-Systeme“ – können Administratoren die Übersicht noch erhöhen.

Der erste Schritt zum Einsatz von Syspectr besteht darin, auf der Website des Anbieters ein entsprechendes Konto anzulegen. Diesem Konto ordnet man später die zu überwachenden Windows-Systeme zu. Das Anlegen geht schnell, da zunächst Name und E-Mail-Adresse ausreichen. Danach muss der Administrator eine Installationsdatei herunterladen. Es handelt sich hierbei um eine circa 7 MByte große ausführbare .exe-Datei. Wer die Software lieber über Active Directory auf seine Systeme verteilen will, kann dazu eine MSI-Datei vom O&O-Server beziehen. Eine Anleitung auf der Website erläutert detailliert, welche Voraussetzung dafür erfüllt sein müssen und wie der Systembetreuer am besten vorgehen kann.

Die Installationsdatei des Agenten führt sehr schnell und stringent durch die ersten Schritte. Da dazu nur die Angabe des Kontos notwendig ist, dem der entsprechende Rechner zugeordnet werden soll, lässt sich diese Datei beispielsweise auf einem File-Share zur Verfügung stellen. Dadurch kann der Nutzer sie selbst installieren und starten. Nach Eingabe des Kontonamens ist von Seiten des Anwenders auf dem Client keine weitere Aktion mehr notwendig. Eventuelle Updates führt der Agent automatisch aus. Dies gilt auch für neue Module von Syspectr, die auf dem jeweiligen Rechner eingesetzt werden sollen. Unter dem Begriff Module fassen die Macher von O&O eine Gruppe von Informationen oder Funktionen zusammen, die dann die Informationen über den Rechner liefern und teilweise auch die Möglichkeit bieten, die jeweiligen Komponenten zu steuern. Dazu gehören unter anderem die Bereiche „Software“, „Festplattenstatus“ oder „Remote Desktop“, die der Administrator auch ein- und ausschalten kann, wenn er beispielsweise eine bestimmte Funktion nicht benötigt.

Von der Inventarisierung bis zu „heißen“ Platten

Direkt nach der Installation der Agentensoftware bekommt der Administrator eine Benachrichtigung per E-Mail, dass das Gerät nun seinem Konto zugeordnet ist. Je nach Belieben kann er in der Web-Oberfläche die Anzahl der Meldungen festlegen, die Syspectr ihm schickt: Wer mehr als zehn Windows-Rechner zu betreuen hat und alle Meldungen aktiviert hat, stellt schnell eine deutliche Steigerung bei der Anzahl der E-Mails fest, die ihm sehr viele Details über die Systeme verraten. Auf diese Weise kann er nun die Informationen zur Hardware oder Software abfragen, die auf dem Rechner installiert ist und eingesetzt wird. Da es auch möglich ist, Berichte über die einzelnen Systeme im PDF-Format zu erstellen, eignet sich Syspectr ebenfalls zur Inventarisierung.

Der Administrator kann sich dabei außerdem die Füllstände der Festplatten und SSDs sowie weiterer Datenträger anzeigen lassen oder die Smart-Werte der Laufwerke auslesen. Dazu bekommt er auch entsprechende Warnungen, wenn beispielsweise eine Festplatte mit zu hoher Temperatur entdeckt wird. In unserem Beispiel hat uns Syspectr wegen einer SSD mit einer Temperatur von −1.000°C alarmiert – einen Wert, den wir allerdings nicht der Lösung, sondern einem Fehler bei der SSD zugeschrieben haben.

Mit Hilfe der Syspectr-Lösung können Systemverwalter beispielsweise auch aus der Ferne die Festplatten in ihren Windows-Rechner überwachen. Allerdings sollten sie es nicht unbedingt glauben, wenn wie hier in unserer Testumgebung eine Festplatte eine Temperatur von −1000°C meldet.

Zudem haben wir festgestellt, dass die Lösung zwar zwei Festplatten erkannt, die via USB-3.0 mit einem Windows-PC verbunden waren, jedoch deren Belegung im Bereich „Speicherplatznutzung“ nicht angezeigt hat. In den Bereichen Datenträgerbereinigung und Defragmentierung tauchten sie aber ebenso wie auch lokal auf dem System in der Datenträgerverwaltung völlig korrekt auf. Das mag damit zusammenhängen, dass die beiden USB-3.0-Geräte über einen externen USB-3.0-Hub (mit Stromversorgung) mit dem System verbunden waren.

Syspectr hat die am Hub angeschlossenen Festplatten sofort im Dashboard im Bereich „USB-Geräte“ angezeigt, wenn der Hub bereits beim Systemstart angeschaltet war. Schalteten wir den Hub aber erst nachträglich ein, was direkt auf dem Windows-10-System völlig transparent und sofort zur Anzeige der Platten führte, so waren sie in der Software erst dann zu sehen, wenn wir beispielsweise ein neues Gerät mit dem Hub verbunden haben. Zuvor hat die Lösung die USB-Festplatten an diesem Hub nicht am PC erkannt.

Der Administrator hat an dieser Stelle auch die Möglichkeit, grundsätzlich den Zugriff auf USB-Massenspeicher am Computer zu unterbinden und dabei auch Gruppenrichtlinien einzusetzen. Das funktioniert am System selbst reibungslos, während wir auf einer der Festplatten am USB-Hub auch nach dem Neustart des Systems immer noch problemlos zugreifen konnten. Das bestätigte unseren Verdacht, dass hier der Hub an sich – der ansonsten tadellos seine Arbeit verrichtet – das Problem darstellte.

Einen weiteren wichtigen Teil der Lösung repräsentiert sicher die Kontrolle der Windows-Sicherheit sowie des Standes der Microsoft-Updates. Auch die Updates für Windows Defender überwacht die Software und führt diese automatisch aus. Gerade wenn es darum geht, Geräte in Außenstellung zu betreuen oder wenn ein Consultant die Windows-Infrastruktur seines Kunden überwacht, ist diese Funktion sehr nützlich. Der Administrator sieht im Dashboard sofort, ob ein wichtiges Update auf einem der Systeme fehlt, ein neues Update ansteht oder Nutzer gar aus Versehen oder absichtlich die Firewall oder UAC deaktiviert hat. Dabei helfen ihm auch die farbigen Kennzeichnungen, die beispielsweise ein System mit einem ernsteren Problem mit einem Ausrufezeichen im roten Feld kennzeichnen. Weniger kritische Fälle markiert die Lösung mit gelb, während ein Häkchen im grünen Feld dem IT-Verantwortlichen signalisiert, dass alles in Ordnung ist.

Reichen die vorhandenen Module nicht aus, so kann der Administrator auch eine direkte Verbindung zum entsprechenden Windows-Rechner über eine Remote-Konsole oder via Remote-Desktop aufbauen und nutzen. Beide Zugriffsmethoden arbeiten komplett innerhalb des Browser-Fensters ohne, dass dazu ein weiteres Programm zum Einsatz kommt. Diese Funktionen standen auch schon bei unserem ersten Test vor vier Jahren (bit.ly/2ffKBYl) zur Verfügung, aber gerade der Remote-Desktop hat in dieser Zeit eine sehr gute Entwicklung durchlaufen, und das Bild ist heute weitaus klarer und stabiler, was auch für die Verbindung gilt. Für erfahrene Administratoren besteht dann schließlich auch noch die Möglichkeit, PowerShell-Skripte auf den entfernten Systemen ausführen zu lassen oder auch entsprechend zu schreiben. Auch dies lässt sich innerhalb des Browser-Fensters einwandfrei umsetzen. Ebenso ist es hilfreich, dass O&O eine kleine Skriptbibliothek mit Beispielen („Ist Java auf dem System installiert?“) mitliefert.

Dass die Berliner Entwickler grundsätzlich bei ihrem Produkt auf die Sicherheit achten, zeigt sich auch daran, dass der Administrator einem zweiten Nutzer beispielsweise nur Lese- oder Lese- und Schreibrechte auf sein Konto gewähren kann. Das ist nicht nur in Szenarien nützlich, in denen ein externer Berater mit ins Spiel kommt, sondern sogar unbedingt notwendig. Eine weitere Sicherheitsmaßnahme, die in diesem Produkt standardmäßig zur Verfügung steht, ist eine Zwei-Faktor-Authentifizierung, die der Systembetreuer wahlweise einschalten kann. Dazu kommt dann eine entsprechende Authenticator-App wie beispielweise der Google Authenticator für Android-Smartphones zum Einsatz. Sowohl Aktivierung als auch Deaktivierung dieser Sicherheitsmaßnahme werden auf der Website der Firma ausführlich beschrieben, sodass die Einrichtung der Zwei-Faktor-Authentifizierung auch für weniger erfahrene Administratoren leicht zu realisieren sein sollte.

Alle Festplatten, die mit diesem PC verbunden sind, tauchen in der Übersicht der Datenträgerbereinigung auf. Diese kann der Systembetreuer dann auch direkt anstoßen.

Fazit

Wie schon bei unserem ersten Test dieser Software konnten uns die Funktionen von Syspectr überzeugen: Wer Windows-Systeme und deren Infrastruktur überwachen und betreuen muss und dazu nicht nach der „Turnschuh-Methode“ auf dem Weg zum nächsten Windows-Rechner sein will (oder kann), findet hier ein Werkzeug, das ihn weitgehend unterstützt. Dadurch, dass das Dashboard von Syspectr aus der Cloud mittels Browser und App sowohl auf Desktop-Rechner als auch auf Tablets und Smartphones problemlos funktioniert, ist die Software zudem relativ unabhängig vom Endgerät und eigenen Standort.

Damit eignet sich die Lösung unter anderem auch sehr gut für Administratoren kleiner und mittelständischer Betriebe mit ein oder zwei Außenstellen, für die sie die Windows-PCs mit verwalten müssen. Auch für Consultants oder Systemhäuser, die die Windows-Rechner ihrer Kunden betreuen und warten wollen, kann der Einsatz dieser Software sehr praktisch und sinnvoll sein und sicher oft den Besuch vor Ort ersparen.

Uns hat es vor allen Dingen sehr gut gefallen, dass diese Lösung ohne große Einarbeitung und ohne weitere Installationen zusätzlicher Software zu nutzen ist: Jeder Systembetreuer wird sich hier ohne Schwierigkeiten schnell hineinfinden und entsprechende nützliche Daten über „seine Windows-Systeme“ bekommen – selbst dann, wenn er solche Maschinen nicht schon seit den Zeiten von Windows NT betreut. Die gut strukturierte und informative Oberfläche erleichtert die Arbeit deutlich. Auch das Ausrollen der Agentensoftware ist in kleineren Unternehmen problemlos mit Hilfe der ausführbaren .exe-Dateien oder mittels MSI-Pakete über Active Directory möglich.

Die unspektakuläre, aber konsequente Weiterentwicklung der Software hat uns ebenfalls sehr gut gefallen: So arbeitete der damals schon vorhandene Remote-Desktop-Client im Browser nun deutlich stabiler und schneller, als das noch vor vier Jahren der Fall war. Natürlich können extrem sicherheitskritische Unternehmen beispielsweise aus dem Gesundheits- und Finanzsektor nach wie vor bemängeln, dass es sich hier um eine Cloud-Lösung handelt, was bei ihnen oft ein Ausschlusskriterium ist. Allen anderen Unternehmen, gerade wenn sie aus dem sehr großen KMU-Umfeld kommen, sei ein Blick auf diese Lösung, die beim Anbieter O&O selbst in Berlin gehostet wird, dringend empfohlen. Ein weiterer Vorteil der Lösung ist, dass sie ohne Einschränkung bezüglich der Zahl und Art der Windows-Systeme auch für den kommerziellen Einsatz kostenlos zur Verfügung steht und somit das IT-Budget nicht belastet.

 

Info
O&O Software
Tel.: 030/991916200
Web: www.syspectr.com/de