Die unzertrennliche Abhängigkeit der neuen Cisco-Server von BMCs Management-Tools interpretieren
verschiedene Analysten bereits als indirekte Ankündigung einer baldigen Übernehme von BMC durch
Cisco.

Nach dem sich jetzt herausgestellt hat, dass Ciscos neue Server-Familie ganz intensiv BMCs
Management- und Automation-Software nutzt, mehren sich die Hinweise darauf, dass Cisco nicht nur
eine langfristige Partnerschaft mit BMC anstrebt, sondern möglicherweise sogar eine entsprechende
Akquisition plant.

Die Art, wie der Deal zwischen Cisco und BMC angelegt ist, deutet bereits auf eine mögliche
Übernahme hin, denn Cisco hat die Vertriebsrechte von BMC erworben. Dies bedeutet, dass sich für
die Cisco-Kunden nach einer Übernahme nichts mehr ändern würde.

Die Übernahme von BMC wäre auch in anderer Hinsicht ein logischer Schritt, denn den reinrassigen
Hardwareanbietern werden von den Analysten immer weniger Überlebenschancen eingeräumt. „Am Ende
dieser Rezession wird es keine reinen Hardware-Anbieter mehr geben, da Hardware bei den CIOs einen
immer geringeren Stellenwert einnimmt, wogegen der Bedarf und die Komplexität nach
System-Management immer weiter ansteigt“, sagt Jasmine Noel von der Research-Agentur Ptak, Noel
& Associates.

Wallstreet-Analysten schätzen den Marktwert von BMC auf rund sechs Milliarden Dollar, ein Betrag
den Cisco aus der Portokasse bezahlen könnte. Doch der Preis könnte noch ansteigen, denn auch EMC
und Oracle sollen an BMC interessiert sein.

Harald Weiss/CZ

642866.jpg