Refurbished Hardware erhöht Ausfallsicherheit

Hochverfügbarkeit in Zeiten des Chipmangels

7. Juni 2022, 7:00 Uhr | Arnd Krämer/am
Generalüberholte RZ-Komponenten
Generalüberholte RZ-Komponenten wahren die RZ-Hochverfügbarkeit in Zeiten des Chipmangels.
© Evernex Group

Hochverfügbarkeit ist ein zentrales Thema der RZ-Betreiber. Mit der zunehmenden Digitalisierung von Geschäftsprozessen in Unternehmen gewinnt es immer mehr an Bedeutung. In den vergangenen Monaten ist nun eine neue Herausforderung in diesem Bereich aufgetaucht: der Chipmangel und seine Folgen. Einige Hardware- komponenten sind rar und IT-Abteilungen kämpfen mit langen Lieferzeiten. In dieser Situation können Third-Party Maintenance und generalüberholte (Refurbished) Hardware einen wichtigen Beitrag zur Sicherung der Hochverfügbarkeit leisten.

Ursachen für eine Störung oder gar einen Ausfall im Rechenzentrum gibt es viele, beispielsweise Cyberattacken, Defekte an der Hardware oder Anwendungsfehler. Die Kosten für Ausfälle im Rechenzentrum sind in den vergangenen Jahren permanent gestiegen. Das belegt die Studie „Global Data Center Survey“ vom Uptime Institute. Bei fast der Hälfte der 172 Befragten sind Ausgaben in Höhe von 100.000 bis zu einer Millionen Dollar entstanden. Dabei lässt sich die Schadenshöhe vor allem durch die Schwere und Dauer des Ausfalls bestimmen. Dies beweist noch einmal, dass bei einer Störung im Datacenter Schnelligkeit gefragt ist. Ist beispielsweise eine Hardwarekomponente defekt, muss man sie rasch austauschen. Um das zu erreichen, sind eine kurze Service-Zeit und die Verfügbarkeit von Ersatzteilen entscheidend. Der letzte Punkt stellt allerdings in den vergangenen Monaten durch den Chipmangel eine Herausforderung dar.

Seit gut einem Jahr treibt diese Mangelsituation die Branche um – und ein schnelles Ende der Knappheit ist zweifelhaft. RZ-Betreiber müssen mit Preissteigerungen und verlängerten Lieferzeiten möglicherweise bis ins Jahr 2024 hinein rechnen. Zwar versuchen die großen Halbleiterhersteller, ihre Lieferketten zu diversifizieren und neue ­Fertigungskapazitäten aufzubauen, aber das dauert seine Zeit. Währenddessen gab es Berichte von coronabedingten Werksschließungen in China, und der Krieg in der Ukraine hat zur Folge, dass beide Kriegsparteien als Produzenten von Neon, Argon und Xenon weitgehend ausfallen. Auch das Edelmetall Palladium, eine weitere Ressource zur Chipherstellung, wird in der Krisenregion abgebaut. Und selbst wenn Chips produziert sind, mangelt es zunehmend an ABF-Folie, die zur Isolierung der Trägerplatten nötig ist. Diese Entwicklung gefährdet die Verfügbarkeit der Systeme in Rechenzentren, insbesondere weil auch Leiterplatten, Widerstände und andere Vorprodukte knapper sind.

Folgen des Chipmangels abschwächen

Generalüberholte Komponenten können hier eine Lösung sein. Ihr großer Vorteil ist, dass sie bereits Teil des Marktes und damit sofort verfügbar sind. Sie sind unabhängig von gestörten Lieferketten und dadurch auch resilienter gegenüber Preisschwankungen. Zudem zeichnen sie sich durch einen weiteren ökonomischen Vorteil aus: Refurbished Hardware ist bis zur Hälfte günstiger als vergleichbare Neuware. Gleichzeitig sind die Komponenten generalüberholt und fachmännisch geprüft, sodass Betreiber von Rechenzentren keine Kompromisse bei der Leistung und Qualität eingehen müssen.

Bereits im Jahr 2020 sahen in einer Befragung  zu den Herausforderungen der IT-Infrastruktur in Zeiten der COVID-19-Krise knapp 80 Prozent der Teilnehmer Refurbished Hardware als sinnvolle Alternative zu Neuware an, um Kosten zu senken und die Umwelt zu schonen. Der Nutzen von generalüberholten Komponenten verdeutlicht sich in der momentanen Situation der Chipknappheit.

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  1. Hochverfügbarkeit in Zeiten des Chipmangels
  2. Turnusmäßiger Hardwarekauf zunehmend in Frage gestellt

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