Stulz: Testzentrum für RZ-Klimatisierung zieht positive Jahresbilanz

Kühlung unter der Lupe

26. August 2022, 12:10 Uhr | Jörg Schröper
Leitstand des Stulz-Testcenters
© Stulz

Das Jürgen-Stulz-Testcenter im spanischen Esquivias bietet auf einer Fläche von 1.110 Quadratmetern Testkapazitäten von bis zu 1 MW Leistung und gehört damit zu den leistungsfähigsten Testeinrichtungen für RZ-Kühlsysteme in Europa. Mit der Einrichtung entstand im Mai 2021 eine der fortschrittlichsten Klimatechnik-Testeinrichtungen Europas.

Das Testzentrum ermöglicht Testungen von fast 1 MW Kühlleistung und Werksabnahmen für Luftbehandlungsgeräte mit einem Luftvolumenstrom von bis zu 240.000 Kubikmetern pro Stunde. Ein besonderer Vorteil des Testzentrums sei die hohe Anpassungsfähigkeit, so Stulz. Anders als in herkömmlichen Prüflaboren lassen sich demnach verschiedene Konfigurationen und Geräte mit unterschiedlichen Abmessungen untersuchen.

Diese Flexibilität mache die variable Anpassung von Luftströmen und Bypässen möglich, um Geräte genau nach den vom zukünftigen Nutzer gewünschten technischen Spezifikationen zu prüfen. Internationale Kunden können laut Stulz den Prüfablauf dank Live-Streaming-System auch in Echtzeit von jedem beliebigen Ort der Welt aus nachverfolgen, ohne jeweils physisch an der Prüfung teilnehmen zu müssen.

Derzeit werden in Spanien hauptsächlich die am Produktionsstandort hergestellten RLT-Geräte der Stulz-Tochter Tecnivel getestet. Im Fokus solcher Testungen steht neben der Bewertung von Luftströmen und Kühlleistung auch die Bestimmung des pPUE-Werts (partial Power Usage Efficiency) der Geräte. Dazu wird im Neubau die außenluftseitige sowie IT-raumseitige Wärmelast in drei Gebäudeteilen simuliert: dem Außenluftsimulationsgebäude, dem Prüfstand und der Rechenzentrumssimulation.

Im Außenluftsimulationsgebäude ahmt man die Zufuhrbedingungen der Außenluft nach, also die externen Klimabedingungen der jeweiligen Umgebung wie Temperatur und Luftfeuchtigkeit. Zu diesem Zweck verfügt das Gebäude über ein mit Stulz-eigenen Cracs ausgestattetes Wärmerückgewinnungssystem. Dies ermöglicht nicht nur eine präzise Abbildung von Außentemperatur und Luftfeuchtigkeit, sondern dient auch dem nachhaltigen Betrieb der Testcenter-Installation. Die zu prüfenden Geräte selbst sind im Prüfstand untergebracht und verbinden das Außensimulationsgebäude mit der Rechenzentrumssimulation.

Neben der regelmäßigen Durchführung von kundenspezifischen Factory Acceptance Tests (FAT) kommt das Jürgen-Stulz-Testcenter auch verstärkt im Rahmen von Forschungs- und Entwicklungsprojekten zum Einsatz, so Stulz weiter. Dies soll die Zuverlässigkeit und Qualität der hauseigenen Klimasysteme garantieren, zudem auch die kontinuierliche Optimierung von Energieeffizienz, Nachhaltigkeit und Rentabilität.

Welche enorme Wichtigkeit herstellerseitige Testkapazitäten heute im RZ-Projektgeschäft darstellen, erklärte Ton Fens, Director Business Unit Air Handlers bei Stulz: „In Zeiten immer häufiger werdender Extremwetterereignisse wie etwa ausgedehnter Hitzeperioden sowie dem steigenden Einfluss von ESG-Gesichtspunkten bei Rechenzentrumsinvestitionen gewinnt das Testing eine ganz neue Bedeutung.“

Nutzer brauchen laut Fens heute eine absolute Sicherheit, dass die von ihnen bestellte Leistung nicht nur auf dem Papier besteht, sondern in Hochlastzeiten auch jederzeit abrufbar ist. Das Gleiche gelte für die Energieeffizienz.
 

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