Die Macher des Trojaners Emotet verantworten die aktuell produktivste Cybercrime-Kampagne. Im ersten Halbjahr 2019 hat der Sicherheitsanbieter G Data nach eigenen Angaben bereits mehr Versionen entdeckt als im gesamten Jahr 2018. Durchschnittlich sind dies mehr als 200 neue Versionen am Tag.

Der Trojaner Emotet ist eine der häufigsten und gefährlichsten Bedrohungen für Unternehmen. Die Allzweckwaffe des Cybercrimes wird von Kriminellen meist zur gezielten Spionage in Unternehmen genutzt. Im ersten Halbjahr 2019 registrierten die Sicherheitsexperten von G Data nach eigenem Bekunden bereits mehr als 30.000 Varianten der Schadsoftware – mehr als im gesamten Jahr 2018. Im vergangenen Jahr beobachtete G Data rund 28.000 Versionen der Malware – ein Durchschnitt von etwa 70 Versionen am Tag.

Der Emotet-Trojaner sei allerdings nicht nur wegen der Massen an neuen Samples gefährlich: „Im Hintergrund nutzen die Kriminellen modernste Technologien wie KI und Graphdatenbanken, um ihre Angriffe möglichst glaubwürdig aussehen zu lassen“, sagt Tim Berghoff, G Data Security Evangelist. „Spam-Mails werden heute längst nicht mehr im Namen angeblicher nigerianischer Prinzen versendet, sondern sehen aus wie ganz normale Geschäftsvorgänge. Diese sind selbst von geschulten Mitarbeitern schwer zu erkennen.“

Trotz der Rekordzahlen im ersten Halbjahr sind die Neuinfektionen mit Emotet in den vergangenen Wochen zurückgegangen. Bei G Data kommen seit dem 8. Juni sehr viel weniger neue Samples an, auch die Infektionen seien zurückgegangen. „Möglicherweise formiert sich die Gruppe hinter Emotet gerade neu“, sagt Berghoff. „Für eine Entwarnung ist es daher viel zu früh.“

Mehr Informationen finden sich unter www.gdata.de/blog/2019/07/35066-malware-rekord-2019-trojaner-emotet-hat-bereits-ueber-30000-varianten.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.