Die „Ensemble Smartwan“-Plattform von Adva Optical Networking soll es erleichtern, virtualisierte SD-WAN-Lösungen (Software-Defined Wide Area Network) zu implementieren und zu verwalten. Damit, so der Münchner Netzausrüster, vermeide man die Nachteile und Einschränkungen heutiger hardwarebasierter WAN-Overlays.

Ensemble Smartwan bietet laut Hersteller im Zusammenspiel mit Advas hauseigenen Lösungen Ensemble Connector und anderen Bausteinen der Ensemble-Suite eine virtualisierte Infrastruktur, die das gemeinsame Hosting von SD-WAN-Lösungen und weiterer virtualisierter Netzfunktionen (Virtual Network Functions, VNFs) ermöglicht. Somit könne ein Unternehmen den Nutzen von SD-WAN mit den Vorteilen der Netzwerkvirtualisierung (Network Functions Virtualization, NFV) kombinieren, statt wie bei proprietären, monolithischen Hardware-Implementierungen eingeschränkt zu bleiben. Die Adva-Plattform werde durch eine Reihe von VNF-Partnern unterstützt, darunter beispielsweise Silver Peak und Versa Networks.

Ensemble Smartwan löst laut Bekunden Advas ein Kernproblem heutiger Weitverkehrsdienste: Gegenüber gemieteten MPLS-VPNs ermögliche SD-WAN eine kostengünstigere Einrichtung von VPNs; der Betrieb gestalte sich für Unternehmen jedoch schwieriger, da die IT-Abteilung nun für das gesamte Netz-Management verantwortlich ist.

Aus Service-Provider-Sicht wiederum seien handelsübliche SD-WAN-Lösungen eine Bedrohung bestehender VPN-Umsätze. Ensemble Smartwan berücksichtige diese Bedenken per Automation der Bereitstellung virtualisierter SD-WAN-Dienste sowie durch die Möglichkeit, zusätzliche Mehrwertdienste anzubieten. Mit diesem kombinierten Ansatz könne ein Unternehmen die Kostenvorteile virtualisierter Netzfunktionen für Dienste mit neuen Leistungsmerkmalen nutzen.

Ensemble Smartwan ist, so betont Adva, eine offene und anbieterneutrale Plattform, die SD-WAN-Lösungen um automatisierte Bereitstellungs- und Management-Funktionen ergänzt und sich damit von bestehenden SD-WAN-Lösungen abhebt. Anbieter von Kommunikationsdiensten könnten somit Methoden zum Management und zur Orchestrierung von NFV-Netzen für die Bereitstellung virtualisierter SD-WAN-Lösungen in ihr Angebot virtualisierter Netzfunktionen einbinden.

Die Adva-Lösung unterstütze dabei Overlay- und Underlay-Netze. Dies erreiche man durch eine direkte Schnittstelle zu MPLS-VPNs. Zudem könne die Lösung das MPLS-Peering und -Tunneling des kundenseitigen Routers übernehmen, sodass der CPE-Router am Kundenstandort (CPE: Customer Premise Equipment) verzichtbar sei.

Weitere Informationen finden sich unter www.advaoptical.com.

Advas Ensemble Smartwan kann bestehende WAN-Overlays (im Bild oben) durch direkte Kommunikation mit dem MPLS-Netz ersetzen (im Bild unten) und macht dabei sogar den CE-Router überflüssig, so der Münchner Netzausrüster. Bild: Adva Optical Networking

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.