Die grüne Zukunft der Datacenter

Open Computing


Fortsetzung des Artikels von Teil 1

Vorteile von Open Computing

Die Betriebskosten zu senken, ist die Hauptmotivation für Nutzer. Im Vergleich zum traditionellen Design kann Open Computing seine Vorteile auch sehr deutlich bei der Reduzierung des Energieverbrauchs und der Betriebskosten zeigen. Mit dem in OCP eröffneten Rack-Scale-Server-Design von Facebook lassen sich zum Beispiel 45 Prozent der Investitionskosten einsparen, die Energieeffizienz um 38 Prozent verbessern und die Betriebskosten um 24 Prozent senken. Im ODCC hingegen kann Baidu durch den Einsatz von Scorpio-Rack-Scale-Servern die TCO um zehn Prozent senken. Der PUE-Wert aller von Baidu gebauten und in Betrieb genommenen Rechenzentren liegt unter 1,30. Das neueste Rechenzentrum hat sogar einen durchschnittlichen jährlichen PUE-Wert von nur etwa 1,2. Die Energieeffizienz ist also noch einmal deutlich verbessert. Open Computing hat zwar seinen Ursprung in sehr großen Rechenzentren, gewinnt jedoch nach und nach auch in kleinen und mittleren Rechenzentren sowie in Branchen außerhalb des Internets an Bedeutung. Unternehmen aus den Bereichen Telekommunikation, Finanzen, Gaming, E-Commerce, medizinische Versorgung und Automobilbau sind bereits dabei oder versuchen gerade, IT-Infrastrukturen zu implementieren, die den Open-Computing-Standards entsprechen. Nach einer Prognose von Omdia wird der Marktanteil der Nicht-Internet-Branche am Open-Computing-Markt von 10,5 Prozent im Jahr 2020 auf 21,9 Prozent im Jahr 2025 ansteigen.
Telekommunikationsbetreiber sind die Pioniere der globalen Open-Computing-Branche. Derzeit hat ein chinesischer Telekommunikationsanbieter fast hundert Rack-Scale-Server mit modularem Design auf Schrankebene, zentraler Stromversorgung, Wärmeableitung und -verwaltung implementiert. Das Ergebnis: Der Stromverbrauch ging um bis zu 20 Prozent zurück, die Raumausnutzung wurde um bis zu 90 Prozent erhöht und die Rendite der Kundeninvestition um 33 Prozent gesteigert. Die Server bieten ein integriertes minimalistisches Design und ultrahohe Flexibilität, um unterschiedliche Anforderungen zu erfüllen.

Open Computing spielt zudem eine immer wichtigere Rolle bei der Förderung neuer technischer Anwendungsbereiche wie KI und Edge Computing. Am Beispiel von KI lässt sich der derzeitige Trend der globalen ökologischen Diskretisierung verdeutlichen: Die Diversifizierung bei Halbleitern, Rahmenalgorithmen, Tools etc. hat zu immer höheren Lern- und Nutzungskosten geführt. Open Computing kann die Umsetzung von KI-Innovationen effektiv beschleunigen.

Das OAM-Projekt (Open Application Model) der OCP-Gemeinschaft hat sich beispielsweise der Standardisierung von Beschleunigermodulen verschrieben. Damit soll das Design der Infrastruktur für künstliche Intelligenz vereinfacht, der Entwicklungszyklus für KI-Coprozessoren verkürzt und eine groß angelegte Einführung kompletter Ausstattungen erreicht werden.

Im aufkommenden Bereich des Edge Computings fördern offene Standards ebenfalls deren innovative Entwicklung. Die Entstehung des Edge-Projektteams von OCP und des OTII-Projektteams von ODCC beschleunigte die Implementierung von Edge Computing in verschiedenen Industrieszenarien. Das White-Box-Server-Projekt OTII (Open Telecom IT Infrastructure) zielt auf die Standardisierung einer tiefgreifend optimierten Server-Lösung für 5G-Netzwerke und das Edge Computing ab. Neben dem Einsatz in der Telekommunikationsbranche in Nordamerika und Europa lässt sich der Open Edge Server auf Basis der Ergebnisse der Edge-Projektgruppe auch in anderen Branchen nutzen.

Alan Chang ist Vice President Product Development/Sales Group bei Inspur Systems

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