Green IT ist nicht zu teuer

Studie: Fehlende Strategie wichtigstes Hindernis für Green IT im Mittelstand

02. Dezember 2010, 10:49 Uhr   |  

Wie erste Ergebnisse der Studie "Prognose 2011 - Green IT und Konsolidierung im deutschen Mittelstand" des Deutschen Forums für Hochverfügbarkeit ergeben haben, ist das Interesse in dieser Zielgruppe an entsprechenden Lösungen groß. Auf die Frage, welche Bedeutung das Thema heute im Mittelstand habe, gaben knapp siebzig Prozent der befragten Mittelständler eine positive Antwort. "Das führt fast zwangsläufig zur nächsten Frage: Warum haben dann nicht schon mehr Unternehmen notwendige Maßnahmen wie beispielsweise Konsolidierung oder Virtualisierung in die Wege geleitet? Über diese Themen wird sehr viel gesprochen, aber noch wenig umgesetzt", bemängelt Uwe Kramer, innerhalb der Software-Initiative Deutschland Vorsitzender des Forums für Hochverfügbarkeit, der die Verhältnisse in der Praxis auch aus der täglichen Arbeit als Geschäftsführer des Kölner Systemintegrators Kramer & Crew kennt.

Grund genug für das Gremium, auch die Ursachen für diese Problematik aufzudecken – und zwar
völlig unabhängig von der allgemeinen konjunkturellen Entwicklung, die „bei IT-Investitionen schon
immer eine gewisse Rolle spielt“, so Uwe Kramer. „Wir wollten ausschließlich die Hindernisse
aufspüren, die tatsächlich speziell mit dem Thema Green IT zu tun haben und nicht genereller Natur
sind.“ Das Resultat: Über die Hälfte (56 Prozent) der befragten Führungskräfte aus
mittelständischen Betrieben bestätigte die zuvor schon in der Forumsarbeit geäußerte Befürchtung,
dass es in den meisten Unternehmen bereits an der Grundvoraussetzung fehlt, weil keine umfassenden
Green-IT-Strategie vorhanden ist. „Wo kein Plan vorhanden ist, kann – gerade bei einem komplexen
Thema –  natürlich auch nichts umgesetzt werden“, so Uwe Kramer. Es scheint also nicht in
erster Linie daran zu liegen, dass Green-IT etwa zu teuer wäre. Lediglich 23 Prozent meinten
nämlich, dass die „Preise für solche Lösungen – ähnlich wie in der Lebensmittelbranche für
Bioprodukte – zu hoch sind“.

Auch vor den notwendigen technischen Veränderungen fürchten sich die Verantwortlichen in
mittelständischen Betrieben offensichtlich nicht – jedenfalls trafen nur 16 Prozent eine Aussage in
diese Richtung. Ein weiterer Beleg für die mittlerweile hohe Bedeutung des Themas in der
Zielgruppe: Lediglich fünf Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass es „generell an Wichtigkeit
verloren“ hat und damit „aus dem Fokus der Unternehmenslenker gerückt ist“. Und: Anbieter wie
Dienstleister scheinen gute Arbeit zu machen, wenn es um die Information potenzieller Kunden geht.
Nicht eine der Führungskräfte meint, dass diese die Anwender zu wenig aufklären und der Begriff
Green IT damit zum reinen Schlagwort verkomme.

Zur Studie: Im Rahmen der Studie „Prognose 2011 – Konsolidierung und Green IT im deutschen
Mittelstand “ wurden 100 Führungskräfte aus deutschen mittelständischen Unternehmen befragt. Bei
der Auswahl erfolgte eine Orientierung an der Maßgabe des Institutes für Mittelstandsforschung
(IfM) in Bonn, wobei für die Studie nur Unternehmen mit mindestens 100 und höchstens 500
Mitarbeitern sowie einem maximalen Umsatz von 50 Millionen Euro in Frage kamen. Die Zuordnung zu
einer bestimmten Branche spielte keine Rolle. Die Studie erhebt keinen Anspruch auf
Repräsentativität. Sie spiegelt aber eine Grundstimmung wider und lässt daher Rückschlüsse auf
bestimmte Entwicklungen und Tendenzen zu. Das Deutsche Forum für Hochverfügbarkeit agiert unter dem
Dach der Software-Initiative Deutschland (www.softwareinitiative.de).

LANline/jos

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