IT ist auf dem Weg von der Kostenstelle zur Geschäftseinheit – allerdings steht diese Entwicklung noch ganz am Anfang. So sehen es zumindest Marktforscher wie Gartner und Forrester. Dementsprechend hoch ist denn auch das Wachstumspotenzial in diesem Markt, dessen Volumen laut Forrester 2009 deutlich unter 200 Millionen Dollar bleiben soll. Bis 2013 erwartet Forrester eine Steigerung auf mehr als 800 Millionen Dollar.

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IT Financial Management (ITFM) ist noch eine jungfräuliche Disziplin, so jungfräulich, dass „es noch keinen einzigen Anbieter weltweit gibt, der dieses Thema umfassend abdeckt“, so Christian Kirschniak, Bereichsleiter Business Intelligence Solutions für Zentraleuropa bei HP Software anlässlich der Vorstellung der neuen HP-Lösung in München. (In Las Vegas ist ITFM gerade das Topthema auf der „Software Universe“, der HP-Kundenkonferenz, die gestern begonnen hat.) „Bislang fehlen schlicht die nötigen Messinstrumente, um Kosten und Wert der IT im Unternehmen darzustellen“. Neben der Messung gehören laut einer Definition von Gartner die Analyse, die Planung und das Management der Finanzen zum ITFM. In einzelnen Bereichen gäbe es zwar Teillösungen, Tools für die umfassende Komplettsicht aber müssten erst noch entwickelt werden, bestätigt auch Gartner. „Die große Schwierigkeit ist es, bislang isolierte Datentöpfe aus IT-Management-, Finanz- und Personalanwendungen sinnvoll miteinander zu integrierten“, erklärt Kirschniak. „Zudem gibt es in der IT-Organisation bislang kaum übergreifende Erfassungs-, Planungs- und Analyseprozesse für Finanz- und Kosteninformationen. Die Folge: Die Kosten für einzelne Projekte, Geräte, Gehälter oder Lizenzen stehen nur isoliert zur Verfügung. Eine übergreifende Analyse über IT- und Geschäftsbereiche hinweg ist nur mit hohem Aufwand möglich und die Fehlerquote ist sehr hoch“. Eine von HP im Mai im letzten Monat durchgeführte Studie habe gezeigt, dass drei Viertel der Unternehmen die Gesamtkosten für IT-Services nur mit einer Abweichung von 5 bis 20 Prozent ermitteln können.

Mit seiner neuen ITFM-Lösung, die in den meisten Fällen eher den Charakter einer Toolbox haben dürfte (die Installation als Gesamtlösung sei nur auf der „grünen Wiese“ möglich – in der Praxis müsse die HP-Lösung mit vorhandenen Teillösungen integriert werden), will HP dem Chief Information Officer (CIO) nun die Werkzeuge in die Hand geben, um Kostenstrukturen zu optimieren, Investitionen und Kürzungen zu rechtfertigen oder mittels Plan-Ist-Vergleichen die Rentabilität von IT-Services zu überwachen. Erstmals sollen sich damit auch Kosten und Wert bis auf die einzelnen IT-Leistungen herunterbrechen lassen – etwa die Kosten für eine SAP-Applikation pro Anwender inklusive Lizenz-, Hardware- und Arbeitskosten. „Die gibt dem Unternehmen eine solide Basis für die Budgetierung, Kalkulation und Verrechnung von IT-Diensten“, so Kirschniak. Im einzelnen besteht die neue Lösung aus folgenden Komponenten:

– HP Financial Planning and Analysis (FPA) – eine neue Planungs- und Analyse-Anwendung. FPA bietet die Funktionalität einer Business-Intelligence-Anwendung inklusive vorkonfigurierter Berichte und Analysen.

– Ein neu entwickeltes mehrdimensionales Datenmodell für das IT Financial Management, das in einem Data Warehouse abgebildet ist.

– Datenquellen wie Asset Management, Projekt- und Portfolio-Management (PPM) sowie ERP-Anwendungen (Enterprise Ressource Planning). Die neue Version 8.0 von HP Project Portfolio Management Center, eine der wichtigsten Datenquellen für ITFM, bietet eine Reihe von Erweiterungen für die Planung, Erfassung, Analyse und Überwachung von IT-Finanzinformationen.

Die neuen Softwarepakete erweitern das HP-Portfolio für IT Analytics, zu dem bisher schon die Komponten IT Performance Analytics und Business Impact Analytics zur Analyse und Messung der operationalen Performance der IT gehörten. Neu sind auch drei Dienstleistungspakete, die HP jetzt für die Planung, Konzeption und Implementierung von IT-Financial-Management-Lösungen anbieten will – so die „Strategy und Advisory Services“, die „Process Consulting und Solution Implementation Services“ sowie „Best Practices für Configuration Management System“ (CMS).

Stefan Mutschler

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