Hewlett Packard Enterprise (HPE) will die Einführung von künstlicher Intelligenz (KI) in Unternehmen beschleunigen und hat daher neue Angebote für den Bereich angekündigt. Die Branchenlösungen sollen Organisationen dabei helfen, KI einzuführen und zu skalieren, um etwa genauere Nachfrageprognosen zu erstellen, die operative Effizienz zu steigern und den Vertrieb anzukurbeln. Zu den neuen Angeboten gehören laut Hersteller:

  • Digital Prescriptive Maintenance Services: Die erste aus einer Reihe von KI-Branchenlösungen von HPE Pointnext soll automatisch Probleme in Maschinen und Industrieanlagen beheben und ihre Produktivität erhöhen.
  • Artificial Intelligence Transformation Workshop: Dieser helfe beim Einstieg in die KI. Dazu identifizieren Berater von HPE Pointnext zusammen mit dem Unternehmen sinnvolle KI-Anwendungen und entwickeln einen maßgeschneiderten Plan, so HPE.
  • Apollo 6500 Gen10 System: Dabei handele es sich um ein speziell für Deep Learning entwickeltes High Performance Computing (HPC)-System, das Deep-Learning-Modelle drei Mal schneller als Vorgänger-Systeme trainiert.
  • WekaIO: HPE hat nach eigenen Angaben sein Partner-Ökosystem durch eine Reseller-Vereinbarung mit der Dateispeichersoftware WekaIO erweitert, um optimierte Speicherleistung für KI-Umgebungen bereitzustellen. WekaIO Matrix sorge für die Schreib/Lese-Geschwindigkeit mit Speicher- und Daten-Management-Komponenten, die High-Performance-Datenanalysen und KI-Umgebungen benötigen.

Der Hersteller geht davon aus, dass die Einführung von KI in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird. Laut PricewaterhouseCoopers soll KI das globale Bruttosozialprodukt bis 2030 um 14 Prozent steigern, was 15 Billionen Dollar entspricht. Jedoch würden bisher nur wenige Unternehmen KI-Technik einsetzen. Im Rahmen der Gartner-Studie „2018 CIO Agenda Study“ gaben nur vier Prozent der IT-Chefs an, dass sie KI verwenden. Fast die Hälfte (46 Prozent) plant die Einführung von KI-Technik.

Laut HPE hat jedoch ein Großteil der Unternehmen Probleme damit, KI-Anwendungsfelder zu identifizieren und die dafür notwendigen Infrastrukturen aufzubauen. Weil aber globale Technologie-Giganten massiv in KI investieren, vergrößert sich die Schere zwischen Vorreitern und Nachzüglern, so der Hersteller. Bei der Einführung von KI in Unternehmen, sollen daher auch die neuen hauseigenen KI-Branchenlösungen für vordefinierte Anwendungsfälle helfen. Mit ihnen sollen Nutzer KI-Anwendungen ausloten, entwickeln und ausbauen können.

Als erste Lösung komme Digital Prescriptive Maintenance Service von HPE Pointnext auf den Markt. Anders als vorausschauende Wartung, die erkennt, wann ein Gerät ausfallen könnte, gehe die präskriptive Wartung einen Schritt weiter. Sie sagt laut Hersteller voraus, empfiehlt und automatisiert die richtigen Aktionen, um das Problem zu beheben, bevor es zum Schadensfall kommt. Das neue HPE-Angebot kombiniere dabei Dienstleistungen, wie etwa Beratung, Machbarkeitsnachweis und Implementierung, mit Technik und Referenzarchitekturen des Herstellers und ausgewählten Partnern.

Zudem erfasse die Lösung alle relevanten Datenquellen des Unternehmens, etwa Echtzeit- und Batch-Daten von IoT-Geräten, Rechenzentren und aus der Cloud. Dabei komme ein überwachtes, maschinelles Lernen zur Fehlervorhersage und ein nicht überwachtes Lernen zur Feststellung von Anomalien zum Einsatz. Digital Prescriptive Maintenance empfiehlt Handlungen oder führt diese automatisiert aus, um Fehler in Maschinen und Anlagen zu verhindern und ihre Produktivität zu erhöhen, so HPE.

Der neue Artificial Intelligence Transformation Workshop soll hingegen dabei helfen, KI-Anwendungsfelder im Unternehmen schneller zu identifizieren und umzusetzen. Während des eintägigen, interaktiven Workshops arbeiten KI-Experten von HPE Pointnext mit den Fach- und IT-Entscheidern des Unternehmens zusammen. Dabei bewerten sie die zur Verfügung stehenden Daten, Analytics-Umgebungen und Geschäftsziele, um einen maßgeschneiderten Plan zu entwickeln und die Dauer zwischen der KI-Erkundungsphase und der tatsächlichen Implementierung zu verringern.

Die Lösungen und Beratungs-Services ergänzt der Hersteller außerdem mit Techniken, die den Einsatz von KI beschleunigen sollen. Das Training eines Deep-Learning-Modells sei ein iterativer Prozess, der High-Performance-GPU-Beschleuniger benötigt. Sie laufen in parallelen Architekturen, die mehrere Aktionen gleichzeitig ausführen müssen, so HPE. Dazu unterstütze das neue System Apollo 6500 Gen10 (siehe Bild oben) acht Nvidia Tesla V100 GPUs und trainiere so Deep-Learning-Modelle drei Mal schneller als bisherige Systeme.

Um eine höhere Bandbreite und eine schnellere Kommunikation zwischen den GPUs zu erzielen, hat der Hersteller nach eigenen Bekunden Nvidias energieeffizientes NVLink Interconnect im Apollo 6500 Gen10 verbaut, das für eine extrem schnelle Kommunikation zwischen den GPUs sorgen soll. Diese Technologie ermögliche einen bis zu zehn Mal schnelleren Datenaustausch (300 GBit/s) im Vergleich zu traditionellen PCIe-Gen3-Verbindungen (32 GBit/s). Des Weiteren biete das Systemdesign des Apollo Gen 10 einen hohen Grad an Flexibilität mit verschiedenen Konfigurations- und Topologie-Optionen, um für jeden Workload anpassbar zu sein.

Die neuen Lösungen wird HPE zusammen mit seinem HPC- und KI-Portfolio auf Nvididas GPU Technology Conference vom 26. bis 29. März in San Jose, Kalifornien, demonstrieren. Digital Prescriptive Maintenance Services und Artificial Intelligence Transformation Workshop sind ab jetzt in Europa über HPE Pointnext verfügbar. Der Apollo 6500 Gen10 und WekaIO Matrix sollen über HPE und über die Channel-Partner des Herstellers ab Mai 2018 erhältlich sein.

Weitere Informationen finden sich unter www.hpe.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.