Auf seinem diesjährigen CIO-Forum hat Huawei seine Enterprise-Strategie für Europa vorgestellt. Ein wichtiger Baustein darin ist ein neues Innovationslabor, das in Kürze in München seine Türen öffnen soll.

Leon He, President des Huawei Enterprise Business in Westeuropa, begann seine Keynote in Lissabon gestern mit einem Überblick über die wirtschaftliche und technologische Entwicklung des Enterprise-Geschäftsbereichs bei Huawei.

 

Mit einem weltweiten Umsatz von rund zwei Milliarden Euro (2014) können die Chinesen noch nicht mit den ganz Großen der Branche mithalten, doch ein Wachstum von 50 Prozent (von 2013 auf 2014) in Westeuropa (global ist der Enterprise-Bereich ähnlich wie Huawei insgesamt um knapp 30 Prozent gewachsen) spricht eine deutliche Sprache.

 

Für das laufende Jahr zeichnet sich in der Region sogar ein deutlich über 50 Prozent liegendes Wachstum ab. Dieser Trend spiegelt sich auch in der Zahl der Rechenzentren wieder, über die das Unternehmen seine Enterprise-Cloud-Services anbietet: weltweit sind es inzwischen über 660.

 

Besonders erfolgreich agiert Huawei unter anderem im Storage-Sektor. Während die Marktführer IBM, Netapp und EMC hier zum Teil mit massiven Rückgängen zu kämpfen haben, brummt es bei den Chinesen. Laut IDC (Worldwide Quarterly Disk Storage System Tracker, Q1/2015) hatte Huawei in den vergangenen sieben Quartalen das größte Wachstum der Branche.

 

Bei den Servern habe Huawei laut Gartner (Global Server Market Share, Q2/2015) bereits Fujitsu, Inspur und Cisco überholt und liege als Nummer vier des Markts nicht mehr weit hinter HP, Dell und Lenovo. Und auch im Netzwerksektor gehe es gut voran. Bei den Campus-Switches und -Routern habe sich Huawei aktuell bis auf den dritten Platz vorgearbeitet (IDC, 1. Halbjahr 2015).

 

Eröffnung des „Enterprise ICT Solution Open Lab“ in München

 

He betonte, dass Huawei auch in Zukunft sehr stark auf seine Partner setze, deren Zahl in den letzten zwölf Monaten um etwa 40 Prozent auf nun gut 1.000 gewachsen sei, und diese für über 90 Prozent des Umsatzes verantwortlich zeichneten. In strategisch wichtigen Wachstumsfeldern wie Cloud, IoT, Mobility und SDN würden künftig auch Innovationspartner immer wichtiger.

 

In Sachen Cloud beispielsweise gehöre die Deutsche Telekom mit zu den bedeutendsten Innovationspartnern für Huawei. Zur nächsten CeBIT will die Telekom auf der Basis von Huawei-Technologie ein umfangreiches Portfolio an Enterprise-Cloud-Services anbieten, das Platzhirschen wie AWS und Microsoft das Fürchten lehren soll.

 

Zum Konzept der gemeinsamen Innovationen gehören bei Huawei auch sogenannte Open Labs, die das Unternehmen bereits für bestimmte Themenfelder in einigen Regionen der Welt betreibt. In München soll nun ein neues großes „Enterprise ICT Solutions Open Lab“ öffnen, in dem Kunden aus den Bereichen IoT, Smart City, Sicherheit, Ausbildung und Transportwesen zusammen mit Huawei und dessen Partnern Lösungen entwickeln und testen können.

 

Im Labor will Huawei dafür Ausrüstung für Unified Communications, Storage, Cloud, Server, IP, Wireless, Security und Netzwerk-Energie zur Verfügung stellen. Zusammen mit Partnern wie IBM, VMware, SAP, Intel, Siemens und weiteren soll dabei der gesamte Prozess, von der Idee über das Design und ersten Konzeptentwürfen bis hin zur Präsentationsreife unterstützt werden.

 

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„Mit einem Wachstum von über 50 Prozent liegt der Enterprise-Bereich von Huawei in Westeuropa deutlich über anderen Playern im Markt“, so Leon He, President des Huawei Enterprise Business in Westeuropa auf dem CIO-Forum in Lissabon. Foto: Stefan Mutschler