Netzwerkausrüster Keymile verstärkt sein Engagement für geschäftskritische („Mission-Critical“) TK-Netze mit der Einführung der Produktfamilie XMC20. Konzipiert sind die Geräte für die sichere Datenübertragung hochsensibler Informationen und anwendungskritischer Daten in Energie-, Transport- und Behördennetzen. LANline sprach dazu mit Keymile-CEO Axel Föry.

Mit der Produktfamilie XMC20 zielt Keymile auf Betreiber von Mission-Critical-Telekommunikationsnetzen, darunter Eisenbahngesellschaften, Betreiber von Öl- und Gaspipelines, Energieversorger, Flughäfen, Behörden und Notrufnetzbetreiber. Mit der XMC20-Familie will Keymile diesen Organisationen die zuverlässige Migration von TDM-basierten Bestandsdiensten auf paketbasierte Dienste ermöglichen.

 

Die XMC20-Produktfamilie zeichnet sich laut Keymile-Angaben dadurch aus, dass ein einziges Netzelement Ethernet- wie auch native TDM-Funktionen vereint. Die Basis dafür liefere die hybride Systemarchitektur der XMC20-Familie, ergänzt durch eine Vielzahl von Ethernet- und TDM-Schnittstellen.

 

XMC20 eigne sich dank leistungsstarker Funktionen für das Puffer-Management und die Datensynchronisation insbesondere für verteilte Echtzeit-Kontrollanwendungen und mobile Betriebsnetze. Ein Netzbetreiber könne ein XMC20-Gerät als MPLS-TP-Knoten, als SDH/PDH-Multiplexer oder als Kombination davon betreiben, ohne dass dabei die Funktionalität der jeweils anderen Übertragungsart eingeschränkt werde.

 

Für das Zusammenspiel der Übertragungstechniken biete die Produktfamilie diverse Gateways, darunter TDM over IP mit „“Circuit Emulation over Packet““, VoIP mit SIP oder Ethernet-over-SDH. Des Weiteren verspricht der Hersteller umfassende QoS-Funktionen (Quality of Service), eine robuste Bauweise, sehr hohe Skalierbarkeit für höchste Verfügbarkeit sowie zahlreiche Schutz- und Redundanzfunktionen.

 

Diese sollen die stets effiziente, sichere und zuverlässige Datenübertragung garantieren. Der lüfterlose Betrieb erlaube zudem eine versiegelte Einbauweise und senke den Energiebedarf.

 

Laut CEO Axel Föry hält Keymile weltweit im Access-Markt einen Marktanteil von zirka vier Prozent. Entwicklung und Produktion der Systeme erfolgten in Deutschland und der Schweiz. Insbesondere durch den Trend zum Internet der Dinge (Internet of Things, IoT) erwartet der Marktkenner einen steigenden Bedarf an Netzwerktechnik im Zugangssegment.

 

Obwohl derzeit Mobilfunk die öffentliche Diskussion dominiert, ist laut Axel Föry mit einer „Renaissance des Festnetzes“ zu rechnen. Denn weder in urbanen Zentren noch auf dem Land werde LTE auf Dauer den Bandbreitenbedarf decken können, so Föry: „LTE wird das Festnetz nie komplett ersetzen. Consumer-Serivces wie 4k-Fernsehen, aber auch Cloud-Services wie Videoconferencing und das Internet der Dinge werden den Bandbreitenbedarf weiter hochschrauben. LTE skaliert hier nur bedingt.“

 

Auch die Bandbreite eines 5G-Netzes werde man in Richtung Core abtransportieren müssen, hiervon profitiere dann wiederum das Festnetz. Trotz der hohen Verbreitung von Kupferinfrastruktur, die auch nach wie vor ausgebaut und weiterentwickelt wird (Stichwort: DSL-Vectoring der Telekom), lautet deshalb Förys mittelfristige Einschätzung: „Wir werden auf Dauer in Deutschland für das Festnetz um Glasfaser nicht herumkommen.“

 

Das Software-Defined Networking (SDN) kann laut Keymile-Chef Föry auch in Zugangsinfrastrukturen wichtige Mehrwerte schaffen: „Der hohe Preisdruck im Carrier-Markt führt zu Ressourcen-Sharing. Deshalb ist Virtualisierung gerade im Access-Bereich sinnvoll, da hier die meisten Komponenten stehen.“

 

Weitere Informationen finden sich unter www.keymile.com.

 

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Prognostiziert aufgrund der Verbreitung von Breitband-Consumer-Services, Cloud-Diensten und dem Internet der Dinge eine „Renaissance des Festnetzes“: Keymile-CEO Axel Föry. Bild: Keymile