Wenn die IT-Infrastruktur wankt

Business-Continuity-Management umsetzen

14. November 2022, 7:00 Uhr | Jürgen Kolb und Christoph Aichinger/am
Alarmierungssystem für Hochverfügbarkeitsumgebungen
Ein anpassbares Alarmierungssystem für Hochverfügbarkeitsumgebungen meldet, wann immer ein Fehler beziehungsweise eine Störung auftritt oder sich ein Angreifer im System befindet.
© iQSol

Die Verfügbarkeit und Resilienz cleverer Konzepte oder Lösungen wie Virtualisierung, Cloud, Disaster Recovery oder Storage hängen oft von analoger Physik und somit von USVs, Generatoren und Leitungen zu Ausfallrechenzentren ab. Daher bestehen die Herausforderungen eines technologiebasierenden Business-Continuity-Managements (BCM) weniger darin, viel Geld in die Hand zu nehmen, um Speicherplatz und Akkus zu kaufen. Die Aufgabe ist vielmehr, das Spektrum von Prozessen, Technologien und Administration bestmöglich in Einklang zu bringen.

In diesen Tagen, Monaten und Jahren ist es müßig, sich über die Bedrohungen für einen unterbrechungsfreien Betrieb der IT auszulassen: Kriege, Energieknappheit, Klimawandel und der virtuelle Kampf im Netz sind Gründe genug, sich dem Thema BCM mehr als theoretisch zu nähern. Gerade im IT-Umfeld, in der Produktion und in der Mobilität oder im Krankenhaus reichen einige wenige Simulationen und Formulare nicht aus, um komplexe Systeme am Laufen zu halten oder wieder in Schwung zu bringen.

Zwar sind Brandschutzseminare ebenso sinnvoll wie Sicherheitstrainings und IT-Awareness-Schulungen. Die Praxis in Form einer realen Übung mit gegebenenfalls Rauchgranaten, gefälschten Phishing-Mails und natürlich dem echten IT-Disaster-Test ersetzen sie allerdings nicht. Daher sollten Unternehmen – insbesondere Unternehmen mit großen IT-Umgebungen – den Shutdown-Test wagen. Weil darüber hinaus IT-Compliance, Auditoren und ISO-Zertifizierer Anforderungen wie Resilienz, Redundanz und Rechtmäßigkeit stellen, sollte ein BCM-System auch darauf eingehen. Reports zu Disaster-Tests, Auditlogs, durchhaltefähige Notstromaggregate und ein Bericht über die Verbesserungen seit dem letzten Test sind somit ebenfalls abzudecken. Die Grundlage für all das bildet das Notfallhandbuch. Jeder weitere Schritt ist dann Praxis ohne Bleistift und Formular.

Wie man mit Software in der Krise den Überblick behält

Um in der Krise den Überblick zu behalten, gilt es, die Bedingungen im Unternehmen zu kennen. Dabei trifft das Business-Continuity-Management auf zahlreiche Herausforderungen: So gibt es immer unterschiedliche Verantwortlichkeiten, zum Beispiel für Windows-Server, Linux-Server, Netzwerkkomponenten, Storage-Systeme. Dies impliziert, dass im Notfall bereits eine Priorisierung der Anwendungen besteht, welche man zuerst herunterfahren sollte und welche Dienste möglichst lange am Netz bleiben müssen. Diese Definitionen lassen sich in einer entsprechenden Software hinterlegen und im Falle des Falles automatisiert durchführen. In umgekehrter Weise hilft dies auch bei einem Wiederanlauf.

Zudem gilt es, viele Standorte und USV-Anlagen verschiedener Hersteller zu integrieren. Die Virtualisierung sorgt für zusätzliche Komplexität. Verschärft ist die Lage durch die Abhängigkeiten der Applikationen und Server untereinander, die ebenfalls Berücksichtigung finden müssen. Ein Beispiel dafür ist eine klassische Drei-Tier-Architektur. Hier muss man Web-, Applikations- und Datenbank-Server, Domain Controller, Cluster und Netzwerkkomponenten einbeziehen.

Sollen die Anforderungen der Geschäftsleitung für die Aufrechterhaltung aller Geschäftsprozesse also real funktionieren, bedarf es eines Tools, das die gesamte IT integrieren und sämtliche Applikationen, Hersteller und verteilte Umgebungen abbilden kann – und zudem transparent und einfach für den professionellen Anwender nutzbar ist. Denn selbst wenn sich ein 24 Stunden besetzter Leitstand im permanenten Einsatz befindet, ist es im Notfall nicht möglich, tausende Server manuell und in der richtigen Reihenfolge schnellstmöglich herunterzufahren, geschweige denn den Überblick zu behalten und Prioritäten zu setzen.

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  2. Shutdown-Konzept statt Schadenersatz

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