Speicher- und Serverinfrastruktur in der Cloud

Datacenter as a Service

17. November 2008, 23:58 Uhr   |  

Bei Cloud-Computing denken viele zunächst an Anwendungen, die als Software as a Service (SaaS) von einem Webanbieter gemietet werden können. Das belgische Unternehmen A-Server will Anfang nächsten Jahres mit dem Dienst "Datacenter as a Service" (DAAS) sogar komplette Rechenzentren als Onlineservice anbieten und zielt damit auf Managed Service Provider (MSPs).

Diese Cloud-Computing-Lösung basiert auf einer Virtualisierung der Speicher-, Netzwerk- und
Serverinfrastruktur und ist laut Arvid Fossen, Produktmanager und Marketing Director von A-Server
in Brüssel, derzeit im letzten Beta-Stadium und laufe bereits stabil. Endkunden seien in erster
Linie kleine und mittlere Unternehmen. Netzwerkdienstleister könnten bei A-Server virtuelle
Speicher- und Netzwerkkapazitäten anmieten und sich dann ausschließlich auf das Servermanagement
konzentrieren.

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Die Virtualisierung basiere auf der Virtualbox sowie Xen. Diese virtualisierten
Speicherkapazitäten und Netzwerkanbindung verwaltet der MSP dann laut Arvid Fossen über eine
Modellierungsoberfläche, die Visual Studio ähneln soll. Es geht nach Angaben von A-Server aber auch
ohne Virtualisierung mit dedizierten Speicherkapazitäten auf physischen Servern.

A-Server stellt für diese Dienste in seinen Rechenzentren in Brüssel und Gent die notwendigen
Speicherkapazitäten mit zugehöriger Infrastruktur zur Verfügung. Dabei sind pro Kunden bis zu 300
TByte skalierbare NAS-Kapazität (CIFS, NFS und FTP) oder bis zu 30 TByte SAN-Kapazität (iSCSI)
möglich. Es seien aber auch ganze Storage-Netzwerke bis 5000 TByte möglich. Dabei erhält jeder
Endkunde ein eigenes LAN-Subnetz mit eigenem IP-Adressraum und eigenen CPU-Kapazitäten sowie eine
dedizierte Netzanbindung.

Arvid Fossen erklärte bei einem Gespräch mit der LANline-Redaktion, dass ein MSP ferner via
KVM-Switch Zugriff auf die Daten seiner Endkunden hätte, sodass die Daten noch greifbar seien,
selbst wenn RDP (Remote Desktop Protocol) nicht mehr funktioniert. Es handle sich damit um einen
ausgelagerten Teil des LANs des Endkunden, bei dem der Managed Service Provider zusammen mit seinen
Endkunden die Security-Levels der Daten festlegt und die entsprechenden Security-Maßnahmen nach
Bedarf gestaltet.

Die RZ-Infrastruktur ist laut A-Server hochverfügbar ausgelegt und bietet zum Beispiel eine
automatische Wiederherstellung bei Bad-Block-Dateien. Die RAID-Systeme arbeiten innerhalb der
Storage-Nodes, aber auch Node-übergreifend. Das Serviceangebot enthält laut A-Server
Schutzmechanismen gegen Data Corruptions (CRC für jedes geschriebene Block-File) und gegen
Dateisystemverändungen bei Stromausfall (RAID-5-Lücke). Ferner erfolgen die Backups direkt im SAN
und belasten keine Server.

Der Anbieter plant, in Zukunft auch Clouds für Anwendungsserver anzubieten und im nächsten
Schritt auch Mini-Clouds zur Anbindung von beispielsweise 20 Endanwendern und fünf Servern. Die
Endanwender arbeiten dann mit "Smart Clients" (ohne Festplatte, aber mit DVD- und USB-Laufwerken)
und greifen über Desktop-Virtualisierung auf ihre zentral gespeicherten virtuellen Festplatten in
der Cloud zu. Die Lösung soll als On-Premise- (Gerätschaft vor Ort beim Kunden) sowie als
SaaS-Lösung vertrieben werden. Wichtig sei dabei eine leistungsfähige GbE-Anbindung.

LANline/dp

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