Extreme-Networks-Hausmesse Connect

Einblicke ins Netzwerk und ein Co-Pilot 

31. Mai 2021, 12:00 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Einblicke ins Netzwerk und ein Co-Pilot 
© Extreme Networks

Nach einem Jahr Social Distancing sind Online-Hausmessen das neue Normal. Zugleich aber zieht es die Menschen wieder in die Offline-Welt hinaus: Viele haben es satt, dass praktisch alles nur noch im digitalen Raum stattfindet. Vor dem Hintergrund dieser Situation, „Digital Fatigue“ (digitale Erschöpfung) genannt, streamte Extreme Networks seine Hausmesse Connect live aus dem – COVID-bedingt natürlich menschenleeren – Baseball-Stadion Fenway Park in Boston, für den digital erschöpften Amerikaner derzeit ein Sehnsuchtsort erster Klasse (und einer, wie der Hersteller nicht vergaß zu erwähnen, der mit Extremes WLAN-Technik vernetzt ist). Vor dieser Kulisse präsentierte der US-Netzwerkausrüster seine Vision des vollständig vernetzten Unternehmens.

„Der neue Edge des Netzwerks benötigt die Cloud“, sagt Extreme-Networks-CEO Ed Meyercord. Die beste Art und Weise, der zunehmenden Komplexität am Netzwerkrand Herr zu werden, sei Cloud-Technologie – wie eben Extreme sie anbietet, offeriert der Hersteller doch eine Cloud-basierte Verwaltung der Netzwerkinfrastrukturen seiner Kunden. Extreme verfüge, so Meyercord, über die branchenweit führende Cloud (gemeint ist hier: für Netzwerk-Management-Zwecke) und eine ebenso marktführende Fabric-Technologie.

Die Keynote war geprägt von Interviews mit diversen Kunden. Man war sich einig, dass die Corona-Krise als Beschleuniger der digitalen Transformation fungiert und somit den Übergang ins Datenzeitalter verkürzt. Martin Peuker, CIO der Charité in Berlin, zum Beispiel betonte, wichtig seien für ihn heute vor allem zwei Dinge: Daten interoperabler zu machen und patientengetriebene Lösungen zu entwickeln.

Nabil Bukhari, Chief Product and Technology Officer des Netzwerkers, erläuterte Extremes Vision des „Infinite Enterprise“ (des unbegrenzten Unternehmens). Dieses sei geprägt von umfassender, verteilter Vernetzung, skalierbaren Cloud-Umgebungen und einer Anwendererfahrung, wie man sie aus der Consumer-Welt her kennt. Dabei gelte es sicherzustellen, die Produktivität der global verteilten Beschäftigten, Kundschaft und Lieferketten sicherzustellen.

„Der neue Edge des Netzwerks benötigt die Cloud“, sagt Extreme-Networks-CEO Ed Meyercord.
© Extreme Networks

„Der neue Edge des Netzwerks benötigt die Cloud“, sagt Extreme-Networks-CEO Ed Meyercord.

Für diesen Zweck präsentierte Extreme Networks seine neue 9000er-Serie, und zwar in Form der „Network Visibility“-Plattform Extreme 9920 für Service-Provider. Extreme 9920 (siehe Bild ganz oben) nutzt laut Hersteller Cloud-native Designprinzipien und eine flexible, softwaregesteuerte Datenverarbeitung. Die Plattform basiere auf dem programmierbaren „Intel Tofino 2“-ASIC und ermögliche hochskalierbare Datenaggregation, Paketfilterung, Replikation und eine Paketverarbeitung für Analyse-Tools in verteilten Netzwerkumgebungen. Damit liefere sie detaillierte Einblicke und erleichtere es, das Netz an künftige Erweiterungen anzupassen.

So könne ein Service-Provider schnell auf neue Anforderungen und 5G-Szenarien reagieren. Denn da in puncto 5G heute noch vieles offen sei, so Extreme Networks, benötige ein Service-Provider eine Lösung, die den Überblick über hochgradig verteilte Umgebungen ermöglicht und flexibel genug ist, um Anpassungen ohne kosten- und zeitaufwändige Infrastruktur-Upgrades zu erlauben.
 
Dank hoher Energieeffizienz und geringem Platzbedarf eigne sich die 9000er-Serie für den Einsatz bei Service-Providern wie auch bei großen Unternehmen. Der Paket-Broker-Service des 9920 biete eine hierarchische Paket-Management-Architektur, mit der sich die Lösung an veränderliche Mobile-Edge-Anwendungsfälle anpasse und bis zu großen Rechenzentren und Cloud-Architekturen skaliere.
 
Die Plattform nutze ein Micro-Service-basiertes „Composable“-Betriebssystem (also eines, das sich softwaregesteuert flexibel verändern lässt): Die containerisierte, Kubernetes-gestützte Cluster-Architektur lasse sich ohne Service-Unterbrechung patchen. Dies sorge für eine hohe Netzwerkzuverlässigkeit und senke das Betriebsrisiko.
 
Die zugehörige Software Extreme Visibility Manager biete eine intuitive grafische Benutzeroberfläche zur Erstellung neuer Regelsätze und Befehle. Sie gewähre den Überblick über alle Aspekte des Netzwerks von einer geografisch stark verteilten Umgebung bis hin zu den Diensten, die auf einem einzelnen System laufen.

Extreme Networks hat sein Management-Software-Portfolio um die Abo-Ausbaustufe
© Extreme Networks

Extreme Networks hat sein Management-Software-Portfolio um die Abo-Ausbaustufe "Co-Pilot" erweitert.

Des Weiteren hat der Netzwerkausrüster die öffentliche Beta-Version von ExtremeCloud IQ CoPilot angekündigt. CoPilot soll der Netzwerkadministration mittels ML/KI (Machine Learning, künstliche Intelligenz) nachvollziehbare Einblicke liefern, um selbst komplexe Störungen schnell zu beheben. Dabei handelt es sich um ein zusätzliches Abonnement für Anwender, die die  ExtremeCloud-IQ-Plattform in der Version „Pilot“ beziehen. KI-basierte Unterstützung für das Administrationsteam als „Co-Pilot“ zu bezeichnen, ist natürlich sinnvoll; zugleich aber heißt damit nun die höchste Ausbaustufe dieses Lösungsbaukastens nicht mehr „Pilot“, sondern „CoPilot“. Tja.

ExtremeCloud IQ CoPilot werde laufend anhand zahlreicher Negativ-Testfälle überprüft und sei dadurch zu 99 Prozent frei von Fehlalarmen, so das Herstellerversprechen. Dadurch könne das IT-Team der Aussagekraft der KI-Empfehlungen vertrauen und müsse weniger Zeit für manuelle Überprüfungen aufwenden.

Die Software erstelle für jede Umgebung eine Baseline. Dies ermögliche es, Anomalien schnell zu erkennen, den Ort des Problems, die Auswirkungen auf Benutzer und mögliche Ursachen zu bestimmen sowie Lösungswege zu empfehlen. Zugleich sorge das für leicht nachvollziehbare ML/KI-Einblicke, mit denen das IT-Team schnell reagieren könne. CoPilot erfasse derzeit sechs Datenkategorien: WLAN-Effizienz, WLAN-Kapazität, PoE-Stabilität (Power over Ethernet), schädliche Datenverkehrsmuster, Uplink-Effizienz und DFS-Dopplungen (Dynamic Frequency Selection). Weitere Kategorien sind laut Exteme Networks geplant.

Die Cloud-basierte Netzwerk-Management-Lösung ExtremeCloud IQ verwaltet laut Herstellerbekunden fast 1,6 Millionen Netzwerkgeräte und biete eine unbegrenzte Datenspeicherung. Man verfüge über 17 regionale Rechenzentren in 13 Ländern.

Die Software ist laut Extreme Networks auf Amazon Web Services, Google Cloud Platform und Microsoft Azure sowie in Private-Cloud- und On-Premises-Umgebungen verfügbar. Zudem sei sie ISO-27001-, ISO-27017- und ISO-27701-zertifiziert. Im Hinblick auf Compliance-Anforderungen wie die DSGVO könne ein Anwenderunternehmen sämtliche Daten jederzeit löschen.

Ab Juni sollen ExtremeCloud-IQ-Abonnenten der Abo-Stufe „Pilot“ im Rahmen einer öffentlichen Beta-Phase Zugang zu CoPilot mit individualisierten Warnmeldungen und personalisierten Empfehlungen im Dashboard erhalten. Basierend auf deren Feedback sollen die neuen Features nach Abschluss der öffentlichen Beta-Phase Ende 2021 auf den Markt kommen. Extreme 9920 soll bereits ab Juni 2021 verfügbar sein.

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