Was bei Multi-Cloud-Implementierung zu beachten ist

Multi-Cloud-Konzepte neu denken

LANline-Cartoon Cloud Computing
© Wolfgang Traub

Dass die Cloud unsere Arbeitswelt verändert hat, ist keine Neuigkeit mehr. Ihre Bedeutung war jedoch nie offensichtlicher als zum Pandemie-Beginn im Jahr 2020. Unternehmen mussten ihren Angestellten, die von zu Hause aus arbeiteten, Lösungen für den einfachen und sicheren Remote-Zugriff auf geschäftliche Informationen und Dienste bereitstellen. Die meisten Unternehmen haben sich aus verschiedenen Gründen nicht auf einen einzelnen Cloud-Anbieter festgelegt, sondern nutzen eine Multi-Cloud-Umgebung, die all ihre IT-Anforderungen abdecken soll.

Einer IDG-Umfrage von 2020 zufolge nutzen mehr als 55 Prozent der Unternehmen zwei oder mehr Plattformen. Aus derselben Umfrage ging hervor, dass 79 Prozent dieser Unternehmen Schwierigkeiten haben, ein gutes Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Plattformen zu erreichen. Das treibt die Kosten in die Höhe und beeinträchtigt Services. Daher ist zu erwarten, dass Unternehmen im Jahr 2021 und darüber hinaus neu über Multi-Cloud- und Single-Cloud-Konzepte nachdenken.

Warum sich Multi-Cloud ändern muss

Die Vorteile von Multi-Cloud-Konzepten können die Nachteile der höheren Komplexität überwiegen: Verschiedene spezifische Plattformen bieten differenzierte Anwendungen und Dienste, erhöhen die Flexibilität und helfen Unternehmen, spezielle Probleme zu bewältigen. Da jedoch nicht alle Cloud-Anbieter denselben Mix aus Diensten anbieten, entscheiden sich viele Unternehmen für mehrere Plattformen. Wie bei jeder verteilten Betriebsinfrastruktur kann jedoch mit der Zahl der Cloud-Plattformen in der Produktion auch die Zahl der Probleme steigen.

Das mitunter größte Problem ist der allgemeine Mangel an Integrationsmöglichkeiten in vielen Multi-Cloud-Konfigurationen. Kommunikation und Prozesse sind ausgebremst und die Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern und Teams gestaltet sich schwieriger. Gleichzeitig ist es kompliziert, die richtigen Lösungen für ein Unternehmen zu finden. Die zusätzliche Komplexität mehrerer Cloud-Plattformen sowie die beschleunigten Softwareentwicklungszyklen erschweren Sicherheit und Governance.

Durch die Multi-Cloud-Einführung können Zusatzkosten und eine Verzögerung zwischen der Erstinvestition und der Bereitstellung entstehen. Allgemein kann die Cloud zwar die Amortisierung verbessern, aber dieser Effekt ist durch den Einsatz mehrerer Clouds teils verringert. Zudem muss sich ein Team für jede neue Cloud-Plattform neues Wissen aneignen, was die anfänglichen Investitionskosten erhöht. Ebenso besteht das Risiko, dass sich die Investition nicht auszahlt. Einfach ausgedrückt: Man braucht mehr Zeit und Geld, um eine Multi-Cloud-Umgebung bestmöglich zu nutzen.

Auf den ersten Blick erscheint die Entscheidung für zwei oder mehr Cloud-Plattformen pragmatisch, doch der Erfolg hängt von den spezifischen Gegebenheiten im Unternehmen und den benötigten Diensten ab. In einigen Fällen ist eine Multi-Cloud-Umgebung nicht das richtige Konzept für die Angestellten oder das Unternehmen. 


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