DARZ in Darmstadt

Daten im Hochsicherheitstrakt

01. September 2016, 08:00 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Daten im Hochsicherheitstrakt

Der RZ-Dienstleistungsanbieter DARZ residiert in Darmstadt in einem ganz besonderen Gebäude. In der ehemaligen hessischen Landeszentralbank lagerte einst die Goldreserve, heute lassen sich dort Daten bestens geschützt ablegen. DARZ will allerdings in erster Linie mit seinem Komplettangebot punkten.

Rechenzentren müssen sicher sein, eine Aussage, die sich ohne Zweifel auch auf die Anforderungen an die Gebäude bezieht, in denen sie untergebracht sind. Das DARZ-Rechenzentrum in Darmstadt kann in diesem Punkt eine wirklich spektakuläre Liegenschaft aufweisen, residiert es doch in der ehemaligen hessischen Landeszentralbank. Buchstäblich meterdicke Stahlbetonmauern und die alten Tresorräume, in denen jahrelang die Goldreserve lagerte, vermitteln dort ein ganz besonderes Gefühl der Gebäudesicherheit.

Bei Bedarf kann ein DARZ-Kunde seine Hardware im Tresor nahezu unzerstörbar und zum Beispiel zudem elektromagnetisch abgeschirmt in einem dieser Hochsicherheitstrakte unterbringen. Unter den drei elektromagnetisch abgeschirmten Tresorräumen befindet sich zudem ein Atomschutzbunker, der sich für die Auslagerung und Archivierung von Festplatten und Magnetbändern nutzen lässt.

Matthias Kopp, Key-Account-Manager bei DARZ, wollte im Gespräch mit der LANline diesen außergewöhnlichen Sicherheitsaspekt allerdings gar nicht so weit in den Vordergrund rücken. Kopp ging es vielmehr im Wesentlichen um das Komplettangebot des RZ-Dienstleister, das nach seiner Einschätzung alle Pakete enthält, um die vielfältigsten Varianten des IT-Betriebs zwischen On-Premise- und Cloud-Computing zusammenstellen zu können. Das Spektrum beginnt beim traditionellen Hardware-Outsourcing und reicht bis zu nahezu jedem von seinen Kunden gewünschten Mix von Eigen- und Service-Betrieb, so Kopp. "Unsere Mitarbeiter haben natürlich im gewissen Hard- und Softwareumfeld ihre besonderen Stärken." Bei Bedarf an außergewöhnlichen Lösungen kaufe man in Abstimmung mit dem Kunden Know-how von Partnern hinzu, die bisweilen des direkten Kontakts wegen dann gegenüber dem Kunden als Generalunternehmer fungieren würden.

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Neben der selbstverständlich vorhandenen Trennung von Warm- und Kaltzonen durch eine Kaltgangeinhausung hebt DARZ die indirekte freie Kühlung hervor, die bei Temperaturen von bis zu 16°C allein mit Außenluft arbeiten kann.

Insgesamt stellt das Rechenzentrum seit seiner Eröffnung im Jahr 2014 rund 2.400 Quadratmeter zur Verfügung. Der Betreiber bezeichnet sich selbst als Full-IT-Service-Provider, seine Dienstleistungen umfassen Colocation, Platform-Hosting und Housing- oder Managed-Services. Zum Angebot gehören neben klassischen Rechenzentrumdiensten vor allem auch Zusatz-Services für die Kunden, wozu nach DARZ-Angeben rund 100 Notfallarbeitsplätze und Übernachtungsmöglichkeiten, Testumgebungen sowie Validierungs- und Lagerräumlichkeiten zählen. Darüber hinaus ermögliche das DARZ als Carrier-neutraler Anbieter einen freien Zugang zu verschiedenen Carriern.

Schlussendlich entscheide beim Vertragsabschluss natürlich immer der Preis, so Kopp gegenüber der LANline, dennoch spielen Effizienz- und Umweltaspekte auch abseits der Stromrechnung eine wichtige Rolle. Die Kältezentrale soll dazu mit einem redundanten Aufbau und redundanten 7 MW Kühlleistung punkten. Neben der selbstverständlich vorhandenen Trennung von Warm- und Kaltzonen durch eine Kaltgangeinhausung hebt der Betreiber die indirekte freie Kühlung hervor, die bei Temperaturen von bis zu 16°C allein mit Außenluft arbeiten kann. Zur Ausstattung zählt zudem ein Sensorsystem, das die Raumtemperatur und die relative Luftfeuchtigkeit überwacht.

Das Rechenzentrum ist nach den Kriterien des TÜVs Rheinland nach Cat. III+ zertifiziert (99,982 Prozent Verfügbarkeit) sowie nach der Verfügbarkeitsklasse 3 gemäß der neuen RZ-Norm EN 50600.

Zu den angebotenen Dienstleistungen gehören außerdem Storage as a Service oder auf Basis von Netapp-Technik auch Backup as a Service. Alternativ ermögliche man das Backup und eine Datenreplikation auch mit Veeam Backup and Replication für virtuelle Umgebungen. Die dazu genutzten Kapazitätenbefinden sich in einem separaten Brandabschnitt oder auf Wunsch auch in einem anderen Rechenzentrum. Laut DARZ gehören zum Leistungsumfang außerdem auch optionale Wiederherstellungstests, um so die Konsistenz und die Funktionsfähigkeit der Backups garantieren zu können.

Info: DARZ
Tel.: 06151/8762-777
Web: www.da-rz.de

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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