Forschungsergebnisse zeigen veränderte Geschäftsmodelle der Cyberkriminellen

Trend Micro warnt vor nächster Ransomware-Ära

21. Februar 2023, 8:30 Uhr | Jörg Schröper
© Wolfgang Traub

Trend Micro veröffentlichte vor Kurzem eine Studie, die sich mit den zu erwartenden Veränderungen im Bereich Ransomware beschäftigt. Darin warnen die Bedrohungsexperten vor einer möglichen Revolution der Ransomware-„Branche“. Cyberkriminelle expandieren in andere illegale Geschäftsmodelle und schließen sich mit staatlichen Akteuren oder dem organisierten Verbrechen zusammen.

Bedrohungsakteure entwickeln ihre Methoden als Reaktion auf die Verteidigungsstrategien von Unternehmen, Erfolge der Strafverfolgungsbehörden und staatliche Sanktionen weiter. Möglich werde dies beispielsweise durch die Skalierung von Angriffen aufgrund einer verstärkten Automatisierung, einer vermehrten Ausrichtung auf IoT- und Cloud-Umgebungen sowie einer verbesserten operativen Sicherheit (OpSec) und Monetarisierung auf Seiten der Angreifer.

Der Bericht des japanischen Cybersecurity-Anbieters nennt verschiedene Trigger, die dazu führen können, dass Ransomware-Akteure ihr Geschäftsmodell verändern. Als solche kommen entweder viele kleinere Veränderungen innerhalb der IT-Landschaft oder aber wenige, aber besonders wirkmächtige globale Faktoren in Frage. Beide Varianten können dazu führen, dass Cyberkriminelle zum Beispiel vermehrt auf Supply-Chain-Angriffe setzen, um auf diese Weise ihre Abhängigkeit gegenüber Initial Access Brokers (IABs) zu reduzieren.

Ebenso können sie gestohlene Daten für Aktienmanipulationen nutzen, mehr Dienstleistungen an die „traditionelle“ organisierte Kriminalität verkaufen, sich mit anderen kriminellen Gruppierungen zusammenschließen oder sogar mit staatlichen Akteuren kooperieren.

Ein Patentrezept zur Bewältigung dieser Herausforderungen gebe es nicht. IT-Sicherheitsverantwortliche und Behörden sollten sich daher intensiv mit möglichen Veränderungen in den Geschäftsmodellen der Cyberkriminalität auseinandersetzen. Der Bericht von Trend Micro empfiehlt zur Vorbereitung auf diese Zukunftsszenarien eine Reihe von Maßnahmen, etwa eine verstärkte Absicherung von internetbasierenden und internen Unternehmenssystemen, die Migration zu Cloud-Diensten oder eine Konzentration der Cyberabwehrbemühungen auf Detection und Response sowie auf Erstzugriffsvektoren.
 

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