Gastkommentar von Oliver Ebel, Citrix

Arbeitswelt nach der Pandemie

01. September 2021, 08:00 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Arbeitswelt nach der Pandemie
© Wolfgang Traub

Langsam normalisiert sich das öffentliche und private Leben wieder etwas. Ist damit auch die Zeit gekommen, die Mitarbeiter wieder in die Büros zurückzurufen? Ganz so einfach ist es allerdings nicht: Noch sind längst nicht alle geimpft, während andere weiterhin Vorsicht walten lassen. Zudem haben viele Arbeitskräfte das Home-Office schätzen gelernt. Den Unternehmen bringt dies neue Herausforderungen, so Oliver Ebel, Area Vice President Central Europe bei Citrix, im nachfolgenden Gastkommentar.

Noch ist die COVID-19-Pandemie in Deutschland nicht überstanden, aber langsam wenden sich die Zeichen zum Positiven. Damit ist für Unternehmen jetzt der Zeitpunkt gekommen, den Krisenmodus zu verlassen und sich wieder auf die Zukunft zu konzentrieren. Ein wichtiger Punkt dabei: Wie können sie die Arbeit und den Arbeitsplatz künftig so gestalten, dass diese den veränderten Bedürfnissen ihrer Mitarbeiter gerecht werden? Unternehmen müssen aus den Erfahrungen der letzten 18 Monate die richtigen Schlüsse ziehen und dabei drei Aspekte besonders beachten:
 
1. Flexibilität und Produktivität ermöglichen: Die gestiegene Akzeptanz für das Home-Office ist sicherlich eine der weitreichendsten Folgen der Pandemie. Viele Beschäftigte werden auch künftig ihren Arbeitsort flexibler wählen wollen. In einer Citrix-Umfrage zu Beginn des Jahres erklärte sogar fast die Hälfte der Befragten (46 Prozent), dass sie bei einem Jobwechsel nur eine Stelle annehmen würden, die diese Flexibilität bietet. Unternehmen müssen sich daher überlegen, inwieweit sie dies weiterhin möglich machen können und wollen.
 
Dabei müssen Unternehmen allerdings auch noch einen weiteren Aspekt angehen: das zunehmende Tool-Chaos. Um verteiltes Arbeiten zu ermöglichen, haben sie viele neue Lösungen implementiert, entsprechend bestätigten in einer aktuellen Umfrage im Auftrag von Citrix 64 Prozent, mehr Kommunikations- und Kollaborations-Tools zu verwenden als noch vor der Pandemie. Allerdings ist die Arbeit für 71 Prozent dadurch komplexer geworden. Unternehmen müssen daher ihre Anwendungen konsolidieren und ihren Mitarbeitern unabhängig von ihrem Standort konsistenten und zuverlässigen Zugang zu allen Ressourcen ermöglichen.
 
2. Sicherheit priorisieren: Mit dem Wechsel ins Home-Office gingen für Unternehmen auch neue Herausforderungen bei der Sicherheit einher. Gerade zu Beginn mussten Mitarbeiter beispielsweise auf private Geräte zurückgreifen, während die erlaubten oder bereits vorhandenen Lösungen nicht immer geeignet waren, die Zusammenarbeit oder Kommunikation wie benötigt zu ermöglichen. Die Folge: Mitarbeiter installierten ungeprüfte oder verbotene Programme. Wenn auch in Zukunft Mitarbeiter an unterschiedlichen Orten arbeiten, brauchen Unternehmen Lösungen, die ihnen bei verteiltem Arbeiten ein hohes Maß an Sicherheit bieten. Das kann ein digitaler Arbeitsplatz sein, der Passwörter mittels Single Sign-on überflüssig macht, Zugriff nur kontextabhängig erlaubt und der IT-Abteilung wertvolle Daten liefert, um Bedrohungen frühzeitig zu erkennen.
 
3. Dem Büro einen neuen Zweck verleihen: Einige Unternehmen haben aus den Erfahrungen der letzten Monate bereits Schlüsse gezogen und ihre Büroräume komplett aufgegeben. Diese Lösung ist allerdings nicht für alle praktikabel. Stattdessen sollten Unternehmen überlegen, zu welchen konkreten Zwecken ihre Beschäftigten in Zukunft das Büro aufsuchen werden und wie das Unternehmen sie dort unterstützen kann. Vielleicht kann der Teil der Belegschaft, der jeden Tag ins Büro kommt, seine festen Arbeitsplätze behalten, während der Rest „Hot Desking“ (wechselnde Nutzung freier Arbeitsplätze, d.Red.) betreibt. Gerade kreative Arbeit profitiert auch davon, wenn Menschen sich im selben Raum aufhalten. Daher lohnt es sich möglicherweise, mehr abgetrennte Räume für die Zusammenarbeit zu schaffen.
 
Die COVID-19-Pandemie wird die Arbeitswelt nachhaltig verändern. Unternehmen müssen sich darauf einstellen. Nur wer bereit und in der Lage ist, Wandel zuzulassen und auf die veränderten Bedürfnisse der Beschäftigten einzugehen, wird auch in Zukunft weiter erfolgreich sein können. Deshalb müssen Unternehmen so bald wie möglich beginnen, eine Strategie zu entwickeln, wie sie sich künftig aufstellen wollen.
 

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