Berlecon: Communication-as-a-Service

Kommunikation aus der Wolke

29. April 2011, 07:00 Uhr   |  Susanne Franke

Als Alternative zum Eigenbetrieb von Kommunikationslösungen können Unternehmen diese im Software-as-a-Service-Modell auch aus der Cloud beziehen. Berlecon Research bescheinigt nun in einen Fallstudienreport dem so genannten Communication-as-a-Service, kurz CaaS, eine gute Geschäftstauglichkeit.

Als CaaS bezeichnen die Analysten die netzbasierenden Bereitstellung von Telefonie- und Kommunikationsanwendungen im One-to-Many-Modell. Dabei können die Services sowohl über IP (IP Centrex) als auch über Mobilfunk angeboten werden. Besonders für mittelständische und kleine Unternehmen, die keine ausgesprochen hohen Anforderungen an die Integrationstiefe haben, halte das CaaS-Konzept im Vergleich zum Eigenbetrieb und anderen externen Bereitstellungsmodellen wie Managed oder Hosted Services Vorteile bereit, so Andreas Stiehler, Director Research bei Berlecon. Das Funktionsspektrum der CaaS-Angebote reicht deutlich über das herkömmlicher Telefonanlagen hinaus, so die Analysten, und können die Erwartungen an eine moderne Kommunikationslösung abdecken. Dies bedeutet, dass Unified-Messaging-Anwendungen wie Voicemail, Fax-to-E?Mail und auch CTI-Funktionen wie Click-to-Call zum Standardprogramm vieler CaaS-Angebote gehören. Hinzu kommen bei vielen noch Contact-Center-Funktionen wie Automatic Call Distribution (ACD), UC-Anwendungen wie Instant Messaging und Präsenzanzeige sowie Conferencing-Tools als integrierter Bestandteil der virtuellen Lösung. Verschiedene Provider integrieren Mobilitätsunterstützung wie Mobiltelefone gewissermaßen als Nebenstelle – ähnlich wie in herkömmlichen Fixed-Mobile-Convergence-Lösungen. Für die Administratoren stehen Web-Frontends zur Verfügung. Zu den Vorteilen, die kleinere Unternehmen durch den Bezug der Kommunikationslösung aus der Wolke haben, zählen die Analysten die Möglichkeit, trotz begrenzter Ressourcen innovative Kommunikationsdienste nutzen zu können und bei begrenztem Risiko auf IP oder alternative Kommunikationsmodelle zu migrieren. Der Umfang der Nutzung lässt sich an den aktuellen Bedarf anpassen und gegebenenfalls sind Dienste wieder abbestellbar. Notwendig ist im einfachsten Fall lediglich eine Internet-Verbindung. Doch CaaS-Kunden werden in naher Zukunft noch mit einigen Einschränkungen leben müssen, warnt Berlecon. Denn komplexe Integrationsszenarien lassen sich nur teilweise oder mit großem Aufwand abbilden, etwa wenn ein reibungsloses Zusammenspiel von Kommunikations- und onsite-installierten Workflow-Anwendungen in Echtzeit erforderlich ist. Deshalb sollten Anwender aktuelle und zukünftig sinnvolle Integrationsszenarien im Vorfeld identifizieren und deren Realisierbarkeit bei der Bewertung der Lösungsangebote prüfen, rät Berlecon. Auch sollten Interessenten schon im Vorfeld zusätzliche Mechanismen zur Qualitätssicherung und Gewährleistung der Verfügbarkeit einplanen. So erforderten IP-zentrische CaaS-Lösungen ein leistungsstarkes, VoIP-fähiges Datennetz – bestenfalls mit einer Datentrennung für PC-LAN und VoIP-LAN. Bei der Prüfung der „VoIP-Tauglichkeit“ können so genannte LAN-Checks, die von einigen CaaS-Providern angeboten werden, weiterhelfen. Schließlich sollte für die Internet-Verbindung zwischen dem LAN des Kunden und dem Netzwerk des Providers eine hinreichend große Bandbreite zur Verfügung stellen. Provider müssen auch für grundlegende Sicherheitsmechanismen sorgen, denn IP-Telefonie benötigt verglichen mit herkömmlichen Telefonielösungen besondere Schutzvorkehrungen, etwa um Netzwerkattacken (Denial of Service) oder Attacken gegen die Applikationsschicht wie Rufmanipulation oder nicht autorisierte Nutzung zu vermeiden. Durch eine Verschlüsselung des Sprachdatenverkehrs lassen sich diese Risiken begrenzen. Der Umstieg auf Telefonie aus der Cloud funktioniert noch nicht auf Knopfdruck, schließlich beinhaltet die Realisierung von CaaS für die meisten Unternehmen auch einen Wechsel auf IP- oder eine mobilfunkbasierende Unternehmenskommunikation.

Anbietermarkt für CaaS

Carrier:
AT&T
Vodafone
Colt
Interoute
Telekom
QSC

City-/regionale Carrier:
IN-telegence
MK
Envis
EWE
Dokom21
Versatel

Dienstleister:
FeamFON
SCC
Allnet
Damovo
comTeam

Internet Service Provider:
Teamware
Reventix
Vio:networks
Claranet
SIPbase
Toplink
Claranet

LANline.

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