Die Deutsche Vermögensberatung (DVAG) verzeichnet seit Jahren Wachstum. Daraus resultierten in der Vergangenheit sechs Liegenschaften verteilt am Standort Frankfurt. Ein neuer Firmensitz bietet heute wieder ausreichend Raum für alle Arbeitsplätze. Für die Planung und Realisierung des zugehörigen Rechenzentrums nutzte die Vermögensberatung die Dienste des Augsburger Verkabelungsspezialisten Rosenberger OSI.

Seit der Gründung im Jahr 1975 ist die Deutsche Vermögensberatung in der Finanzmetropole Frankfurt beheimatet. Mit mehr als 3.400 Direktionen und Geschäftsstellen betreut sie etwa sechs Millionen Kunden rund um die Themen Finanzen, Vorsorge und Absicherung. Die Weiterentwicklung machte es im Laufe der Jahre notwendig, zusätzlich zur Firmenzentrale mehrere externe Büroflächen anzumieten. Diese waren in der Mainmetropole verteilt.

Die räumliche Trennung erwies sich als ineffizient und erschwerte nicht zuletzt den Austausch untereinander. Daher fiel die Entscheidung, die Dezentralisierung der Standorte aufzuheben und eine neue Firmenzentrale einzurichten, die unter einem Dach genügend Platz für alle Mitarbeiter der Unternehmensgruppe bietet. Im Frühjahr 2015 erwarb die DVAG deshalb einen Bürokomplex im Gutleutviertel. Um die Anforderungen des Finanzunternehmens zu erfüllen, waren allerdings erhebliche Umbaumaßnahmen erforderlich. Einen großen Teil innerhalb des Bauprojekts machte das neue Rechenzentrum aus, in dem die gesamte IT der DVAG eine neue Heimat finden sollte.

Für das Tagesgeschäft der DVAG ist eine funktionierende IT-Infrastruktur essenziell, die rund um die Uhr hochperformant verfügbar sein muss. Die IT-Abteilung muss im DVAG-Online-System alle Anwendungen bereitstellen, die die Vermögensberater für ihre Arbeit benötigen. Auch der technische Betrieb des Web-Auftritts der DVAG sowie ihrer Vermögensberater fällt in den Verantwortungsbereich der zentralen IT-Abteilung, die zudem die gesamte Beratungstechnik bereitstellen und in Betrieb halten muss. Die DVAG sieht sich als Vorreiter beim Einsatz mobiler Anwendungen, weshalb mobile Endgeräte und mobile Applikationen mittlerweile ein wesentlicher Bestandteil des IT-Portfolios sind.

Hochleistungsfähige Anwendungen

Abgerundet wird diese Liste von den Betreuungsanwendungen, die im Netz der Vermögensberatung bereitstehen müssen, um das Tagesgeschäft zu unterstützen. Auch Entwicklungsumgebungen sind ein wesentlicher Bestandteil der IT-Landschaft, da sich der Finanzmarkt dynamisch entwickelt und die IT alle Lösungen, die im Arbeitsalltag zum Einsatz kommen, möglichst zeitnah an die Marktentwicklungen anpassen muss.

Die Planung der IT erfolgte in verschiedenen Teilabschnitten, wobei die Teams eng zusammenarbeiteten, um sämtliche Punkte des vorab erstellten Lastenhefts abzuarbeiten. Im ersten Schritt legten die Verantwortlichen die Raumanforderungen an die neue Zentrale fest. Einer der wichtigsten Teilabschnitte waren die Planung des Rechenzentrums sowie die einzelnen Schritte der Realisierung. Dabei galt es, Vorgaben festzuschreiben und die Detailplanung abzustimmen. Auch die vorgesehene Inbetriebnahme der neuen IT-Umgebung sowie der Umzug des bisherigen Rechenzentrums in die neuen Räume wurden in diesem Teilabschnitt im Detail festgelegt.

Eine hohe Packungsdichte spielte bei der Installation eine wesentliche Rolle.

Ein wesentlicher Wunsch an die Planer des neuen Rechenzentrums war neben der Kosteneffizienz die schnelle Bezugsfertigkeit der Anlage. „Rosenberger OSI war für den RZ-Bereich unser Wunschpartner und konnte glücklicherweise das Ausschreibungsverfahren für sich entscheiden“, so Ronald Appel, bei der DVAG verantwortlich für den Betrieb des Rechenzentrums. Die Augsburger fungierten in dem Projekt als Generalunternehmer für die Verkabelungsplanung sowie die Ausführung der Kupfer- und LWL-Festverkabelung. Hinzu kamen die Lieferung und der Aufbau der Racks, der Kaltgänge sowie der Row-Kühler. „Bereits in der Planungsphase war die Unterstützung durch die Experten von Rosenberger OSI für uns eine wichtige Hilfe“, so Appel.

Planung und Kommunikation

Die Planung der Hausnetzwerke nahmen die Techniker im nächsten Teilabschnitt in Angriff. Dazu zählte das Arbeitsplatznetzwerk ebenso wie das WLAN. Stromversorgung und Sicherheitsstrukturen waren der nächste Punkt auf der Liste. Ergänzt wurden diese Infrastrukturplanungen durch die Konzeption sowie den Aufbau der Telekommunikations-Infrastruktur mit Telefonie und Fax. Der Teilabschnitt 5 sah den Umzug der Arbeitsplätze mit PC, Telefonen und Druckern vor. Im letzten Schritt wurde dann die Medientechnik mit LED-Wänden, LED-Panels und Beamern vorbereitet.

Die Örtlichkeiten stellten das RZ-Team vor nicht unerhebliche Herausforderungen, wie Slavko Mucic berichtet, bei Rosenberger OSI verantwortlich für das Projekt bei der DVAG. „Die im Bestand vorgefundene Infrastruktur, wie zum Beispiel die Kältemaschinen, entsprach nicht mehr dem Stand der Technik und den Anforderungen an ein modernes Rechenzentrum und musste daher von Grund auf modernisiert werden.“ Zudem stellten die vorhandenen Kaltwasserverrohrungen, Unterverteilungen sowie die Stromzuleitungen im Rahmen des Projekts echte Herausforderungen dar, da sie zum Teil komplett zu erneuern waren.

Neuinstallation und Umbauten mussten auch bei den Zuwegen zum Rechenzentrum sowie bei der Verteilung der USVs erfolgen. „All diese kniffeligen Aufgaben mussten bewältigt und dabei der Kostenrahmen eingehalten werden“, so Mucic. „Und im Hintergrund tickte die Uhr, denn der Termin für die Realisierung war verbindlich.“ Dass das IT-Projekt im Zuge der Umbaumaßnahmen rechtzeitig fertig wurde, sei der guten Planung und der konstruktiven Zusammenarbeit aller Teams zu verdanken, so Appel.

Heute arbeitet die Deutsche Vermögensberatung mit einem Rechenzentrum, das 565 Quadratmeter Nutz-, Lager- und Verkehrsfläche umfasst. Eine neue Argon-Gaslöschanlage hat die veralteten Sprinkler abgelöst. Die A/B-Stromversorgung ist nun bis zu den Trafos getrennt. Die Leitungen sind kreuzungsfrei verlegt. Die Klimaversorgung basiert auf einer n+1-Redundanz und Turbocor-Verdichtern.

Für die Kaltgangeinhausung sind 72 Server-Racks sowie 46 HE mit Reihenkühlern im Einsatz. Darüber hinaus ist nun ein Drei-Zonen-Sicherheitskonzept realisiert. Bei der Verkabelung setzt die DVAG konsequent auf eine strukturierte Verkabelung. Rosenberger OSI verlegte dafür im neuen Rechenzentrum knapp 30 km Kupferkabel sowie zwei SM-Trunks (E2000) mit 24 Kanälen und einer Faserlänge von 1.824 Metern. Zusätzlich ist das DVAG-Rechenzentrum mit 29 LCC-Trunks mit einer Gesamtkabellänge von 743 Metern bestückt. Weitere 33 MTP-Trunks mit einer Kabellänge von 829 Metern ergänzen die Verkabelungsinfrastruktur basierend auf einer Kombination von Singlemode und Multimode.

Mit dem Einsatz von 1-HE- und 5-HE-SMAP-G2-Gehäusen hat sich der Betreiber zudem für eine modulare und flexible Lösung mit hoher Packungsdichte entschieden. „Alle Komponenten ermöglichen eine einfache und sichere Plug-and-Play-Installation, wodurch wir beim RZ-Umbau durchgängig im Zeitplan lagen“, erklärt Projekt-Manager Mucic. „Der entscheidende Vorteil ist die schnelle Installationszeit der Lösungen, denn für die Verlegung der Kabel ist kein zusätzliches Fachpersonal mit Spezialwerkzeug und Messgeräten notwendig.“

„Mit dem Verlauf des Projekts und dem aktuellen Stand der Dinge sind wir sehr zufrieden, haben aber auch viel gelernt“, so Ronald Appel. Unternehmen, die vor einem ähnlichen Projekt stehen, rät er, die Gewerke konsequent zu trennen und die Schnittstellen eindeutig zu definieren. Auch solle man den vorhandenen Bestand im Vorfeld sehr genau prüfen, um unnötige Investitionen zu vermeiden. Entscheidend sei auch, einen realistischen Zeitrahmen einzuplanen, da Zeitdruck unnötig Geld koste.

Petra Adamik ist freie IT-Autorin in München