Die Euromicron-Tochter Microsens hat mit dem Medical Switch eine Netzwerklösung für medizinische Einrichtungen vorgestellt. Das Gerät erweitere die bestehenden Twisted-Pair-Netze in Krankenhäusern, Kliniken und Praxen. Dadurch sei eine möglicherweise aufwendige Neuverkabelung nicht nötig. Stattdessen könne die Nachrüstung im laufenden Klinikbetrieb bei minimalen Beeinträchtigungen erfolgen. Der Switch bietet laut Hersteller Leistung und Sicherheit an der Außengrenze des Netzwerks, also am Endgeräteanschluss.

Anstelle von vier Kupferkabeln mit vier externen Netzwerkisolatoren, wie man sie in althergebrachten Netzkonzepten benötigt, bietet der Medical Switch nach Angaben von Microsens eine kompakte, vollintegrierte, robuste und sichere Lösung. Besonderes Merkmal sei die Möglichkeit einer Stromversorgung durch PoE (Power over Ethernet) direkt aus dem Datennetz. Dadurch sei eine 230-V-Stromversorgung nicht mehr nötig.

Der Medical Switch ist nach Herstellerangaben für den Einsatz in medizinisch genutzten Räumen nach IEC 60364-7-710 (VDE 0100 Teil 710) zur galvanischen Trennung von Signalleitungen nach Kapitel 16 der IEC/EN 60601-1 vorgesehen. Darüber hinaus gewährleiste das Gerät die Sicherheit für Patienten und medizinische Einrichtungen durch vier galvanisch getrennte 10/100/1000-MBit/s-Anschlüsse mit integrierten Netzwerkisolatoren. Zudem sollen zwei Gigabit-Uplink-Ports für Performance und Netzverfügbarkeit mit Redundanz sorgen, damit die enormen Datenmengen, die IT-basierte Diagnose- und Behandlungssysteme erzeugen, schnell und sicher übertragen werden.

Laut Microsens erfüllt der Medical Switch außerdem die Anforderungen an den Patientenschutz mit 2 MOPP (Means of Patient Protection) und übertrifft die strengen Anforderungen nach IEC/EN 60601-1 (min. 4 kV Mindestspannungsfestigkeit) an medizintechnische Geräte. Auch würden Betreiber von Krankenhäusern oder Arztpraxen bei der Verwendung des Switches die des Kapitels 16 der Norm IEC/EN 60601-1 bezüglich der geforderten Signaltrennung im Bereich der Patientenumgebung erfüllen. Auf diese Weise halte man auch die jeweiligen nationalen Vorschriften über das Errichten, Betreiben, Anwenden und Instandhalten von Medizinprodukten und ihre Kombination mit anderen Gegenständen wie IT-Netzwerken ein, so der Hersteller.

Des Weiteren sei der Schutz sensibler Daten durch Port Security nach IEEE 802.1X gewährleistet. Auch lasse sich das Gerät in eine RADIUS-Lösung integrieren und sei zudem mit allen gängigen NAC-Lösungen kompatibel.

Zudem lässt sich das Gerät laut Microsens durch die Snap-in-Montage mit dem international standardisierten 45-mm-Einbaumaß einfach und ohne Werkzeug in alle gängigen Installationssysteme einbauen. Die integrierte Montage in Deckenversorgungseinheiten sei problemlos möglich. Die Oberfläche aus robustem Kunststoff erlaube außerdem eine effektive Reinigung und Desinfektion des Geräts. Der Switch sei mit einer antibakteriellen Beschichtung erhältlich.

Weitere Informationen finden sich unter www.microsens.de.

Der Medical Switch ist nach Herstellerangaben für den Einsatz in medizinisch genutzten Räumen nach IEC 60364-7-710 (VDE 0100 Teil 710) zur galvanischen Trennung von Signalleitungen nach Kapitel 16 der IEC/EN 60601-1 vorgesehen. Bild: Microsens

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.