Extreme Networks mit universellen Plattformen

Switch-OS frei wählen und wechseln

21. September 2020, 07:00 Uhr   |  Wilhelm Greiner

Switch-OS frei wählen und wechseln
© Extreme Networks

Extreme Networks ergänzt sein Switching- und WLAN-Portfolio um universelle Plattformen. IT-Organisationen sollen damit das Switch-OS eines Extreme-Geräts auswählen und via Cloud-basiertem Management „per Knopfdruck“ wechseln können. Des Weiteren verspricht der Netzwerkausrüster dank einheitlicher Lizenz eine vereinfachte Bestellung und Lizenzierung. Zudem gibt es neue Apps für ein leichteres Management und mehr Sicherheit.

Die ExtremeSwitching 5520 Serie ist als Familie leistungsfähiger Edge- und Aggregation-Switches konzipiert. Die Serie umfasst 1-GbE-Modelle mit 24 und 48 Ports, 1/2,5/5-GbE-Multi-Rate-Modelle sowie ein 10GbE-Modell mit 24 Ports. Die Pointe der neuen Geräte: Als universelle Plattformen unterstützen sie verschiedene Extreme-Betriebssysteme.

Denn die Plattform ist laut Bekunden des Herstellers „Dual-Persona“-fähig: Der Benutzer kann wählen, ob er ExtremeXOS oder VSP-OS (VOSS) aktivieren will. Extreme Networks hat in den letzten Jahren unter anderem durch mehrere Akquistionen, darunter 2017 Brocade und 2018 Avaya, seine Position unter den Top 3 im Enterprise-Switching-Markt erobert. VSP (Virtual Services Platform) kam mit der Avaya-Akquisition ins Haus. Die universellen Plattformen sind damit ein wichtiger Schritt des Anbieters, um sein Portfolio mit Fokus auf Benutzerfreundlichkeit zu konsolidieren.

Die Extreme-Switches der Serie 5520 erlauben die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Betriebssystemen.
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Die Extreme-Switches der Serie 5520 erlauben die Auswahl zwischen zwei verschiedenen Betriebssystemen.

„Networking ist viel zu komplex geworden“, erklärte Nabil Bukhari, CTO von Extreme Networks, im Gespräch mit LANline. „Dabei gibt es gar keinen Grund, warum die Netzwerkwerfahrung so komplex sein sollte. Wir wollen diese Erfahrung spielend leicht machen.“ Dazu müsse das Netzwerk-Management vor allem einfach, intuitiv und konsistent sein – so problemlos bedienbar wie Smartphone-Apps, denn niemand habe heute noch die Zeit, ein Handbuch nach dem anderen zu lesen, so der CTO.

In der Praxis sieht das dann so aus: Der Administrator kann die gewünschte OS-Variante oder „Persona“ beim Start wählen oder zu einem späteren Zeitpunkt ändern. Das könnte laut Bukhari zum Beispiel erforderlich sein, wenn ein IT-Team seine Switches im Datacenter erneuert und deshalb die älteren Modelle zur Weiterverwendung am Edge umwidmen will. Dies lässt sich dann laut Bukhari einfach per Klick über Extremes Cloud-basierte Management-Anwendung ExtremeCloud IQ (siehe Bild oben) bewerkstelligen.

Die Aktivierung der 5520-Persona kann laut Datenblatt manuell beim Hochfahren per Web-GUI oder CLI erfolgen oder aber automatisiert mittels Vorkonfiguration in ExtremeCloud IQ. Beim ersten Hochfahren verbinde sich der 5520 automatisch mit ExtremeCloud IQ, um seine Persona zu finden. Die vorbereitete OS-Variante werde dann auf dem Switch ferngesteuert aktiviert.

Der 5520 unterstützt laut Datenblatt zudem mehrere Ethernet-Fabric-Services: Fabric Connect bei der Installation von VOSS und IP Fabric beim Betrieb mit ExtremeXOS. Außerdem sorge Fabric Attach für die automatische Verbindung mit Layer-2- oder Layer-3-Fabric-Services.

Neben der Bereitstellung und flexiblen Nutzung will Extreme zugleich die wirtschaftliche Seite vereinfachen: Ein Unternehmen muss nur eine einzige Hardware/Software-SKU (Stock-Keeping Unit) bestellen, zudem gibt es pro Gerät nur noch eine einzige Lizenz. Diese ist laut Bukhari portabel und damit unabhängig vom Gerät. „Wir setzen die Infrastruktur frei, und das ohne zusätzliche Kosten“, so der Extreme-CTO gegenüber LANline.

Die Serie 5520 unterstützt PoE gemäß IEEE 802.3bt (30/60/90W) für die Stromversorgung von Wireless Access Points (APs) oder weiterer Geräte wie Digital Signage, Überwachungskameras, intelligente Beleuchtung oder Point-of-Sale-Terminals. Für die Vernetzung in Richtung Core bietet sie modulare 10G- und 25G-Uplinks.

Ebenfalls neu sind die WiFi-6-APs der Serien AP300C und AP400C. Die AP300C-Serie umfasst Indoor-Enterprise-APs auf der Basis eines SoC-Designs (System on a Chip) mit zwei integrierten Dual-Band-Sendern und Optionen für interne oder externe Antennen. Die AP400C-Serie biete ebenfalls 802.11ax-Datenübertragung; zugleich suche der dedizierte Dual-Band-Sensor des AP400C permanent nach unbekannten Geräten und schütze so das Netzwerk vor Sicherheitslücken oder Angriffen.

Des Weiteren meldete der US-amerikanische Netzwerker, dass den ExtremeCloud-IQ-Abonnenten in der Lizenzstufe „Pilot“ ab sofort fünf neue Apps kostenlos zur Verfügung stehen – laut Bukhari ein weiterer Schritt, um Kompexität aus dem Netzwerk-Management zu nehmen. Folgende Apps seien als „Essential Services“ nun kostenlos inbegriffen:

  • Extreme AirDefense liefert laut Hersteller 55 Angriffsvektoren für das WIPS (Wireless Intrusion Prevention) und unterstützt Bluetooth sowie Bluetooth Low Energy.
  • ExtremeLocation biete standortbezogene Dienste für die Kontaktverfolgung.
  • ExtremeGuest ermögliche WLAN-Gastzugänge mit Netzwerkanalysen für den Einzelhandel, das Gastgewerbe und Großveranstaltungen.
  • ExtremeIoT sorge für einfache und sichere Einbindung, Profil-Verwaltung, Segmentierung und Filterung von IoT-Geräten in Produktionsnetzwerken.
  • ExtremeCompliance schließlich unterstütze automatisierte und umfassende Compliance-Prüfungen für Konformität mit Vorgaben wie DSGVO und PCI.  

Die mobile ExtremeCloud-IP-App ermögliche es Administratoren zudem, schnell neue Geräte über die Seriennummer oder per Scannen von Barcodes oder QR-Tags ins Netzwerk zu integrieren. So könne man die Geräte dezentral managen und Störungen einfacher beheben.

ExtremeCloud IQ verwaltet laut Hersteller über eine Million Netzwerkgeräte pro Tag, Tendenz steigend. Damit sei Extreme Networks der am schnellsten wachsende Anbieter von Cloud-basiert verwalteten Netzwerken.

ExtremeCloud IQ gibt es in drei Stufen: ExtremeCloud IQ Connect stellt die Basis-Geräteverwaltung bereit und ist beim Kauf unterstützter Hardware kostenlos. ExtremeCloud IQ Navigator ermöglicht der Wireless-Lösung WiNG, sich direkt mit der Cloud zu verbinden, und bietet ergänzende Management-Funktionen. ExtremeCloud IQ Pilot schließlich erweitert dies um zusätzliche Tools für Infrastrukturverwaltung, Fehlerbehebung und Reporting, darunter ML-basierte Auswertungen. Ein Pilot-Abonnement kostet 150 Dollar pro Jahr, unabhängig vom verwalteten Gerät und der Bereitstellung (Public Cloud, Private Cloud oder lokal).

Die Switches der Serie 5520 Serie sollen ab November erhältlich sein, die APs ab Januar 2021. Die Smartphone-App ExtremeCloud Mobile ist laut Hersteller ab dem 1. Oktober in den gängigen App-Stores verfügbar.

Weitere Informationen finden sich unter www.extremenetworks.com.

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