Die Enterprise-Abteilung von Huawei nutzte ihr diesjähriges Partnerevent, das am 31. Mai und 1. Juni gut 500 Teilnehmer aus Westeuropa nach Madrid zog, um ihr Partnerökosystemen ins rechte Licht zu rücken, und um den weiteren Ausbau ihrer Partnerstrategie zu erläutern. Technologisch stand der umfassende Generationswechsel in der IT im Mittelpunkt, Digitalisierung mittels „New ICT“, wie Huawei die neue IT nennt. Eines der Highlights dabei war das Cloud Managed Network, mit dem Huawei künftig das Netzwerk-Management in kleinen, mittleren und großen Unternehmen, sowie in IoT-Szenarien weitgehend automatisieren will.

Der stärkste Magnet, um neue Partner anzuziehen, ist Erfolg. So ließ es sich der bei Huawei Enterprise für Partner und Allianzen zuständige Raimund Lau auf seiner Eröffnungs-Keynote nicht nehmen, erst einmal mit imposanten Wachstumszahlen aufzutrumpfen. Der Umsatz im Gesamtkonzern wuchs von 2014 auf 2015 um über 30 Prozent auf nun 60,8 Milliarden Dollar. 15,1 Prozent davon flossen 2015 in Forschung und Entwicklung, ein neuer Rekordwert in einem Unternehmen, von dessen weltweit 176.000 Mitarbeitern 79.000 Mitarbeiter als Entwicklungsingenieure beschäftigt sind.

 

Im Enterprise-Geschäft sind die absoluten Zahlen noch nicht so spektakulär, der Umsatz lag 2015 bei 4,25 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet das jedoch ein Wachstum von 43,8 Prozent, ein Wert, der selbst in den Goldgräbertagen der IT selten erreicht wurde.

 

Das Wachstum gründe sich laut Leon He, der als President Western Europe Enterprise Business nach Lau die Bühne betrat, auf große Erfolge in nahezu allen wichtigen Wirtschaftszweigen, darunter insbesondere der öffentliche Sektor, Finanz- und Bildungswesen, Energieversorger, Industrie, große Internet-Unternehmen sowie Bahnbetreiber. So gehören inzwischen beispielsweise die Verwaltung von Sardinien, die Banca d´Italia, die Forschungsabteilung von Daimler und die Deutsche Bahn zu den Kunden von Huawei.

 

He betonte ausdrücklich die Rolle der Partner, die 2015 zu 76 Prozent für die Umsätze des Enterprise Business von Huawei verantwortlich zeichneten. Und natürlich sei auch dieser Wert über die letzten Jahre kontinuierlich gewachsen – 2011 lag der Anteil noch bei 55 Prozent. Geht es nach dem Navigationsplan, den Huawei für seine Channel- Partner vorstellte, will Huawei jedem einzelnen Vertriebspartner dabei helfen, seine jährlichen Umsätze mit dem Unternehmen zu verdoppeln. Zu diesem Plan gehören ein umfangreiches Qualifizierungs- und Zertifizierungsprogramm, ebenso wie zwei ehrgeizige Programme für die Marketing-Unterstützung.

 

Seit dem Start seines Partnerprogramms in Westeuropa 2011 habe Huawei sehr massiv in sein Partner-Ökosystem investiert. Bislang konnte das Unternehmen hier 1.000 zertifizierte Partner für den Enterprise-Markt gewinnen. Im März dieses Jahres öffnete auch das im Herbst letzten Jahres angekündigte Open Lab in München, über das Huawei unter anderem auch neue Partner in Zentraleuropa anziehen will. Gemeinsam mit ihnen will Huawei hier gewinnbringende Innovationen auf den Weg bringen.

 

Cloud Managed Network

 

Der Partner Summit bot auch Gelegenheit, mehr über die „“Cloud Managed Network““-Lösung (CMN) zu erfahren, die Huawei Anfang Mai auf der Interop in Las Vegas angekündigt hatte. CMN bietet Planung und Management aus der Cloud, sowohl für verkabelte als auch für drahtlose Netze. Die Lösung soll sich für unterschiedliche Szenarien zurechtschneidern lassen, etwa für Campusnetze großer Unternehmen, für die Anbindung von Zweigstellen beziehungsweise für kleine und mittlere Unternehmen sowie für das Internet der Dinge (IoT). Sie besteht aus einer Cloud-Management-Plattform und einer Serie von speziellen Netzwerkgeräten, die die als Zugangspunkte für das Cloud-Management fungieren. Die Cloud-Management-Plattform bietet Geräte-, Kunden-, Applikations- und Lizenz-Management ebenso wie Netzwerkplanung und -optimierung, Monitoring und eine Reihe von zusätzlichen Services.

 

Das Konzept sieht ein Ende zu Ende automatisiertes, Cloud-basiertes Management vor. Um alle Eventualitäten abzudecken, sollen die Netzwerkgeräte aber neben dem Cloud-Management auch ein traditionelles Management erlauben. Für das Rollout der Lösung sucht Huawei im Moment nach geeigneten Managed-Service-Providern (MSPs), die diesen Service für ihre Kunden anbieten wollen. Carrier könnten CMN auch sehr gut mit ihren NFV-Technologien verschmelzen (Network Function Virtualization) und so für ihre Kunden ganz spezifische Mehrwertdienste entwickeln.

Die Cloud-Managed-Network-Lösung (CMN) von Huawei bietet Planung und Management aus der Cloud sowohl für verkabelte als auch für drahtlose Netze. Foto: Stefan Mutschler