McAfee-Report untersucht Sicherheit in IaaS-Anwendungen

99 Prozent aller Fehlkonfigurationen in der Public Cloud bleiben unentdeckt

25. September 2019, 12:22 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

99 Prozent aller Fehlkonfigurationen in der Public Cloud bleiben unentdeckt

McAfee veröffentlichte vor Kurzem seinen Report "Cloud-Native: Infrastructure-as-a-Service Adoption and Risk" Die Studie enthält Erkenntnisse zum Thema Sicherheit in IaaS-Umgebungen. Immer mehr Unternehmen setzen heute auf IaaS-Umgebungen, denn diese versprechen Geschwindigkeit, Verlässlichkeit und niedrige Kosten bei der Entwicklung und Bereitstellung von Apps. Umso besorgniserregender sind die Ergebnisse des Reports: 99 Prozent aller IaaS-Fehlkonfigurationen bleiben unentdeckt, was ein massives Risiko für die unternehmensinterne Datensicherheit mit sich bringt, so McAfee. Daraus lasse sich auch schließen, dass in der IT-Branche wenig Bewusstsein für das größte Sicherheitsrisiko in IaaS-Umgebungen besteht: die sogenannten Cloud-Native Breaches (CNB).

IaaS-Vorfälle unterscheiden sich grundlegend von den bekannten Vorfällen in Verbindung mit Malware. Die Täter nutzen dabei native Funktionen der Cloud-Infrastruktur, um sich Zugriff zu verschaffen, den Angriff auf benachbarte Cloud-Instanzen auszuweiten und letztendlich wertvolle Daten abzugreifen. In den meisten Fällen gelingt ihnen dies, indem sie Fehler bei der Einrichtung der Cloud-Umgebung oder Fehlkonfigurationen ausnutzen. Der Report von McAfee macht deutlich, dass vor dem Hintergrund dieser Bedrohungslage spezielle Sicherheits-Tools erforderlich sind. Insbesondere müssen Sicherheitsexperten dafür sorgen, dass sich IaaS-Implementierungen kontinuierlich auf Fehlkonfigurationen überprüfen lassen.

"Viele Organisationen wollen bei der Integration von IaaS möglichst wenig Zeit verlieren. Dabei vergessen sie oft, dass Cloud-Sicherheit auf einem Shared-Responsibility-Model basiert. Dies bedeutet, dass nicht der Cloud-Provider allein für das Thema Sicherheit verantwortlich ist, sondern auch der Nutzer", erklärt Rolf Haas, Senior Enterprise Technology Specialist bei McAfee.

"Wer sensible Daten in die Cloud bringt, muss sich selbst um deren Schutz kümmern. Im Hinblick auf die immer häufiger vorkommenden Cloud-Native Breaches müssen Organisationen daher Security-Tools in Stellung bringen, die selbst Cloud-nativ sind und speziell für den Einsatz in Cloud-Umgebungen konzipiert wurden."

Die wichtigsten Erkenntnisse aus dem Report

  • Neuartige Angriffe: Cloud-native Datenpannen stellen eine neue Form der Cyber-Bedrohung dar und haben nichts mit den altbekannten Malware-Attacken zu tun. Sie basieren auf fehlkonfigurierten, nativen Cloud-Features.
  • Mangelndes Sicherheitsbewusstsein: IT-Fachkräfte entdecken nur etwa ein Prozent der Fehlkonfigurationen in IaaS-Umgebungen. Pro Monat sind dies etwa 37 - tatsächlich handelt es sich jedoch um etwa 3.500 Fehlkonfigurationen pro Monat. Die Gründe dafür sind ein fehlendes Sicherheitsbewusstsein sowie ein Mangel an entsprechenden Sicherheits-Tools.
  • Zunehmender Datenverlust: Die Anzahl der Datendiebstähle in IaaS-Umgebungen steigt pro Jahr um 248 Prozent.
  • IaaS wird zur neuen Schatten-IT: 76 Prozent der Befragten gaben an, unterschiedliche Cloud-Anbieter zu nutzen. Tatsächlich zeigt die Datenauswertung aber auf, dass ganze 92 Prozent der untersuchten Unternehmen unterschiedliche Cloud-Services in Anspruch nehmen. Dies erschwert die Umsetzung einer ganzheitlichen Sicherheitsstrategie erheblich.

Weitere Informationen gibt es auf www.mcafee.com/de.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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