Tipps für den Schutz vor Stalkerware

Avast: So schüttelt man Stalkerware-Spione ab

20. Januar 2020, 08:12 Uhr   |  Von Dr. Jörg Schröper.

Avast: So schüttelt man Stalkerware-Spione ab

Netflix hat die zweite Staffel der beliebten Thrillerserie "You - Du wirst mich lieben" veröffentlicht. Mittelpunkt der Serie ist der Buchhändler Joe Goldberg, der über das Internet und speziell über die sozialen Netzwerke die Studentin Guinevere Beck ausspioniert - laut Avast kein abwegiges Szenario. Für böswillige Akteure ist das Internet das ideale Umfeld, um nah an ihre potenziellen Opfer heranzukommen und Informationen über sie zu sammeln. Zusätzlich existieren zahlreiche Apps, mit denen die Kriminellen die Daten und Informationen direkt auf den Geräten des Ziels sammeln können: sogenannte Stalkerware. Nikolaos Chrysaidos, Head of Mobile Threat Intelligence and Security bei Avast (siehe Bild oben), erklärt, wie sich Nutzer dagegen schützen können.

Stalkerware ist eine böswillige Spionagesoftware. Menschen können damit den Standort anderer Personen verfolgen, auf persönliche Fotos und Videos zugreifen, E-Mails, SMS oder die Kommunikation von Apps wie WhatsApp und Facebook abfangen und sogar Telefongespräche belauschen sowie mitschneiden. Im Juli 2019 identifizierten die Avast Threat Labs acht Android Apps mit über 140.000 Downloads im Google Play Store, die Stalkerware enthielten. Diese Bedrohung wurde zwar erkannt und Unternehmen wie Avast behalten neue Stalkerware im Blick, aber die Entwickler sind kreativ bei der Vermarktung ihrer Apps und verschleiern die Verstöße gegen den Datenschutz sowie geltendes Recht.

Ungewöhnliche Nachrichten über soziale Netzwerke, per E-Mail oder SMS können ein erstes Anzeichen dafür sein, dass Anwender zum Ziel böswilliger Absichten geworden sind. Solche Nachrichten verlangen zum Beispiel eine Zahlung oder fordern dazu auf, einen Link zu klicken. Wenn der Ursprung einer Nachricht unbekannt ist, sollten Nutzer auf keinen Fall diese Weblinks besuchen oder Dateien aus dem Anhang herunterladen. Es handelt sich dabei oft um Phishing-Versuche. Dabei wird der Benutzer zu einem Klick verleitet, der den Download der Stalkerware startet. Kriminelle könnten auch den Namen oder die E-Mail-Adresse des Absenders fälschen, damit der Empfänger glaubt, die Nachricht stamme von jemandem, den er kennt.

Zudem gilt es, die Sicherheitseinstellungen des Smartphones und der App zu überprüfen, erklärt Chrysaidos. Wenn sich die Einstellungen des Geräts ohne die Zustimmung des Eigentümers geändert haben, kann dies ein weiterer Hinweis sein, dass das Smartphone kompromittiert wurde. Insbesondere wenn ein Mobiltelefon zuvor verloren ging oder beschlagnahmt wurde, ist Vorsicht geboten. Auch ein Download von Anwendungen aus anderen Quellen als den App Stores von Apple oder Google kann auf unerwünschte Stalkerware hinweisen. Die Spuren verraten einen möglichen Jailbreak, um die Software zu installieren. Deshalb sollten Nutzer sicherstellen, dass alle Quellen, von denen Apps auf das Smartphone heruntergeladen werden können, legitim sind. Bei Android-Geräten sollte die Option "Unbekannte Quellen" in den Sicherheitseinstellungen stets deaktiviert sein.

Wenn der Verdacht besteht, dass Stalkerware installiert wurde, sollten Smartphone-Besitzer die installierten Anwendungen prüfen. Unbekannte Apps sollte man löschen. Außerdem empfiehlt es sich, das Betriebssystem stets auf die neuste Version zu aktualisieren. Diese umfassen die neusten Sicherheits-Updates für das System. Eine weitere Basis für den Schutz vor Stalkerware ist eine Antiviren-App, die im Hintergrund nach verdächtigen Anwendungen und Aktivitäten sucht.

Wer vermutet, sein Smartphone könnte kompromittiert sein, sollte den PIN-Code des Geräts sowie die Passwörter für die wichtigsten Online-Konten ändern. Dies schließt E-Mail und die sozialen Netzwerke ein. Mit der Aktivierung der Zwei-Faktor-Authentifizierung für die E-Mail-Konten entsteht ein zusätzlicher Sicherheitsschutz. Einige Formen von Stalkerware verschwinden, wenn der Nutzer das Gerät auf die Werkseinstellungen zurücksetzt.

Weitere Informationen stehen unter www.avast.com zur Verfügung.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.

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