Netzwerke sind häufig das Resultat jahrelangen Wachstums. Dies kann Probleme bereiten, wenn die Architektur nicht homogen ist und überalterte Komponenten das gesamte System ausbremsen und angreifbar machen. Kombinierte Strukturen aus LAN und WLAN hingegen sorgen für sicheren Anschluss in allen Bereichen eines Unternehmens.

So nicht: Ohne Struktur in der Verkabelung bildet sich tatsächlich oft ein Durcheinander, das nicht mehr zu verwalten ist. Bild: Telonic

Netzwerke sind heute die Lebensadern eines jeden Unternehmens – und zwar gleichgültig, ob Mittelstand oder Konzern. Die Datenleitungen, Switches und weitere Komponenten bestimmen über Arbeitsgeschwindigkeit, Sicherheit und tägliche Zuverlässigkeit. In den meisten Unternehmen ist die Infrastruktur allerdings organisch gewachsen. Nur selten steht eine geplante Architektur hinter der Verkabelung. Dabei liegt hinter der Klappe des Kabelkanals damit auch ein möglicher Ursachenherd für Netzwerkprobleme. Die komplexen Installationen erfordern in manchen Fällen eine generelle Erneuerung, um den Funktionen und Anforderungen gerecht zu werden, die die IT für das Erfüllen der Unternehmens-aufgaben leisten muss.

WLAN und Kabelverbindungen

Während die Nutzer aus dem Heimbereich meist durch WLAN verwöhnt sind, sieht es in der gewerblichen Nutzung oft anders aus. Sobald viele Clients auf engem Raum zusammenkommen, wie es in Bürogebäuden häufig der Fall ist, sinkt die Bandbreite und damit reduziert sich die Zuverlässigkeit der Datenkommunikation deutlich.
Moderne Verschlüsselungsalgorithmen bieten zwar eine ausreichende Sicherheit im WLAN, aber bei besonders sensiblen Daten vertrauen Unternehmen noch immer mehr dem kabelgebundenen Netzwerk. Das Kabel ist also mitnichten überflüssig.
Mit dem Standard IEEE 802.3bz sind Ethernet-Datenübertragungen mit Geschwindigkeiten von 2,5 und
5 GBit/s auf herkömmlichen Twisted-Pair-Netzwerkkabeln (Cat. 5e und Cat. 6) möglich. Die auch als 2,5 GBase-T und 5GBase-T bezeichneten Verfahren schaffen damit wertvolle Zwischenstufen zwischen den Geschwindigkeiten von 1 und 10 GBit/s und ermöglichen so einen Verzicht auf Neuverkabelungen, um höhere Geschwindigkeiten bei gleicher Stabilität erreichen zu können. Für Unternehmen ist dies eine gute Nachricht: Die Kosten für mehr Geschwindigkeit und Zuverlässigkeit lassen sich so eingrenzen.

PoE: Power over Ethernet

Die Norm 802.3bz wurde im Jahr 2016 von IEEE (Institute of Electrical and Electronics Engineers) verabschiedet. Neben der höheren Geschwindigkeit stand im Vordergrund des Standards auch das Ziel, Netzwerkgeräte einheitlich über das Netzwerk mit Strom zu versorgen. Die neuen Standards unterstützen auch PoE ohne Einschränkungen und eliminieren zudem den Nachteil des hohen Energiebedarfs, den etwa die
10 GBase-T-Chips bei Erscheinen auf dem Markt aufwiesen. In manchen Kabelkanälen schlummern derweil Adern mit unterschiedlichster Klassifikation.
Mangelhaft angeschlossene Netzwerkdosen können zu einem Leistungsverlust und versteckten Fehlern führen, die später viel Kopfzerbrechen bereiten. Planlose Arbeiten und Modifikationen an der Struktur oder Konfigura­tionsänderungen sind eine riskante Angelegenheit. Eine umfassende Dokumentation ist ebenso wichtig wie ein Blick in die Zukunft – Unternehmen auf Expansionskurs sollten immer Luft einplanen, um neue Arbeitsplätze anzuschließen. Meist wird zur Umsetzung der Struktur das hierarchische Drei-Schichten-Modell genutzt, das in Kern-, Verteilungs- und Zugriffsschicht unterteilt. Die Verkabelung kann dabei in Glasfaser oder Kupfer erfolgen.

Kombinierte Strukturen

Besonders bewährt haben sich derweil Strukturen, die ein Unternehmen mit WLAN und klassischem Ethernet versorgen. Auf diese Weise lässt sich für jeden Bedarf – mobile Geräte, portable Scanner, RFID-Systeme und gleichzeitig Büro-PCs – der richtige Anschluss wählen. Die Sicherheitsmechanismen, die für Netzwerke nötig sind, lassen sich dabei auf beide Plattformen anwenden.

Andreas Schlechter ist Geschäftsführer und CEO von Telonic, www.telonic.de