Die Flash-Station FS1018 von Synology bietet in einem kompakten Desktop-Gehäuse Platz für bis zu zwölf SSDs. Die Speicherkapazitäten lassen sich als NAS-Freigaben und als iSCSI-LUNs konfigurieren, etwa um virtuelle Rechner bereitzustellen. Mit Erweiterungseinheiten kann das System auch größere Kapazitätsanforderungen abdecken.

Mit der Flash-Station FS1018 hat Synology ein Desktop-NAS entwickelt, das für kleinere Unternehmen eine schnelle Speicherplattform bereitstellt. Das Gehäuse nimmt bis zu zwölf 2,5-Zoll-SATA-SSDs auf und kommt mit 4-TByte-Drives auf eine Rohkapazität von 48 TByte. Über Konnektoren auf der Rückseite lassen sich zwei DX1215-Erweiterungseinheiten anschließen, die jeweils zwölf zusätzliche HDDs oder SSDs zum Speicherpool hinzufügen. Damit erreicht das Gesamtsystem derzeit eine maximale Bruttokapazität von 336 TByte.

Für den LANline-Test lieferte Synology eine FS1018 und sechs 240-GByte-SSD-Laufwerke vom Typ „Intel DC S3520 6 GBit/s SATA“. Die Plastikeinschübe für die SSDs sind sehr leicht und ausreichend stabil. Die seitliche Laufwerksverankerung lässt sich mit einem Kipphebel wegklappen. Der Einbau der SSDs bereitete keine Probleme.

Im Inneren der FS1018 arbeitet ein „Dual-Core Intel Pentium“-Prozessor. Das Gerät verfügt standardmäßig über 8 GByte RAM, maximal sind 32 GByte möglich. Auf der Systemplatine ist ein freier PCIe-Gen3-x8-Slot vorhanden, in den sich eine NVMe-SSD oder eine Dual-Port-10-GBit/s-NIC einbauen lässt. Für die Netzanbindung stehen standardmäßig vier 1-GBit/s-Ports zur Verfügung.

Schnelle Inbetriebnahme

Um die FS1018 einzurichten, verbanden wir zunächst einen LAN-Port mit dem Switch des Testnetzes und schalteten das System an. Nach dem Hochfahren konnten wir uns über die Adresse flashstation:5000 direkt mit dem NAS-System verbinden. Der Assistent für die Ersteinrichtung lud zunächst eine neuere Version des Diskstation Managers (DSM) von der Synology-Website herunter und installierte diese. Das System erhielt vom DHCP-Server des Testnetzes automatisch eine IP-Adresse. Wir konfigurierten über die Netzwerkeinstellungen des DSM eine statische IP-Adresse.

Bei der Grundkonfiguration kann der Administrator den eigenen Netzwerkstandort für Synology freigeben, wodurch das System über find.synology.com vom Internet aus erreichbar wird. Für den LANline-Test haben wir diese Option aktiviert. Hierfür muss der Anwender auf der Synology-Website ein Konto mit seiner E-Mail-Adresse anlegen. Auf dem NAS-System definiert der Administrator eine Quick-Connect-ID und aktiviert die Remote-Zugriffsfunktion. Unser Testsystem war anschließend unter Eingabe von QuickConnect.to/ über das Internet erreichbar. Vor dem Login-Dialog wechselt die Verbindung automatisch auf HTTPS. Damit der Zugriff funktioniert, muss die Quick-Connect-ID als NAS-Benutzer angelegt und mit den gewünschten Berechtigungen versehen werden.

Das FS1018-System unterstützt Verzeichnisdienste wie LDAP oder das Active Directory von Microsoft.

Die Verwaltung der Flash-Station erfolgt über die grafische DSM-Oberfläche. Sie ist übersichtlich gestaltet und ermöglicht über das Hauptmenü einen schnellen Zugriff auf die wichtigsten Funktionen. Ein Popup-Fenster zeigt den aktuellen Systemzustand an.

In der Systemsteuerung finden sich zahlreiche Konfigurationsmenüs für die Ersteinrichtung sowie für spätere Anpassungen zum Beispiel der Netzwerkparameter. Wichtig ist im Hauptmenü auch der Speichermanager, über den sich die Laufwerke verwalten lassen.

Das Paketzentrum zeigt alle für die Flash-Station verfügbaren Zusatzpakete von Synology sowie von Drittanbietern an und installiert diese auf Wunsch. Derzeit werden gut 50 Anwendungen angeboten, die von Web-, E-Mail-, DHCP- oder Druck-Server über Videoüberwachung bis hin zu Cloud-Integrations-Tools reichen. Einige Anwendungen sind kostenfrei erhältlich, andere sind kostenpflichtig.

Redundante LAN-Anbindung

Um eine ausfallsichere und performante Netzanbindung zu erhalten, verbanden wir zwei der vier Onboard-NICs zu einem redundanten Team für den normalen Daten-Traffic. Die anderen zwei NICs konfigurierten wir zu einem Team für den iSCSI-Traffic zwischen der Flash-Station und den WS-2016-Hyper-V- und ESX-6.5-Hosts der Testumgebung.

Das Teaming-Menü findet sich unter „Bond erstellen“. Wir wählten das Adaptive Load Balancing, das auf den LAN-Switches keine spezielle Port-Konfiguration benötigt. DSM unterstützt auch eine Switch-abhängige Link Aggregation gemäß IEEE 802.3ad sowie die Verfahren Balance XOR und Aktiv/Standby.

Die Konfiguration des Load Balancings war für beide NIC-Teams nach wenigen Sekunden erfolgreich abgeschlossen. Der Administrator kann zudem über das Menü „Datenflusssteuerung“ eine garantierte und maximale Bandbreite pro TCP-Port und Protokoll festlegen. Die Netzwerkkarten unterstützen 802.1x-Authentifizierung sowie VLAN-IDs.

Nachdem wir die Netzkonfiguration abgeschlossen hatten, fügten wir das FS1018-System zum Active Directory des Testnetzes hinzu. Hierfür gaben wir den Domänennamen und die IP-Adresse des DNS-Servers an, der gleichzeitig als Domänencontroller fungierte. Das DSM-Tool führte den Domain Join erfolgreich durch, und die Domänenbenutzer und -gruppen ließen sich anschließend für die Berechtigungsvergabe nutzen.

Verschiedene RAID-Optionen inklusive hauseigener Technik

Die Flash-Station unterstützt die gängigen RAID-Level 0, 1, 5, 6, 10 sowie JBOD. Zudem hat Synology mit RAID F1 eine mit RAID 5 vergleichbare Redundanztechnologie entwickelt, die für den SSD-Betrieb optimiert ist. Der Unterschied besteht darin, dass F1 zusätzliche Parity-Blöcke schreibt und diese ungleichmäßig auf die SSDs verteilt. Dies stellt laut Synology sicher, dass die einzelnen SSD-Laufwerke zu unterschiedlichen Zeiten ihr Lebensende erreichen und nicht alle zum gleichen Zeitpunkt ausfallen.

Das FS1018-Gerät verwendet als Dateisystem standardmäßig Btrfs (B-tree FS). Es gewährleistet eine hohe Datenintegrität und unterstützt effiziente Snapshot-Techniken. Für Ordnerfreigaben sind bis zu 1.024 Snapshots möglich, für System-Snapshots sogar 65.000.

Für die ersten Tests haben wir zunächst einen RAID-5-Verbund eingerichtet und diesen später durch eine RAID-F1-Konfiguration ersetzt. Bei der Erstellung der RAID-Gruppe kann der Administrator entscheiden, ob der gesamte Speicherplatz als ein einziges Volume bereitgestellt wird, oder ob er auf dem Array mehrere Volumes einrichtet. Wir wählten die zweite Option, um für die Tests sowohl Ordnerfreigaben als auch mehrere iSCSI-LUNs für einen Hyper-V- und einen ESX-Cluster gleichzeitig bereitzustellen.

Dem RAID-5-Verbund wiesen wir fünf Festplatten zu, was eine nutzbare Speicherkapazität von 875 GByte ergab. Die Konsistenzprüfung war nach gut 15 Minuten abgeschlossen. Die sechste SSD konfigurierten wir anschließend als Global Hot Spare, das sich von allen RAID-Sets eines FS1018-Systems nutzen lässt.

Anschließend richteten wir zwei Ordnerfreigaben ein: eine für den Zugriff von Windows-Clients per SMB auf das NAS, die andere als NFS-Share, das wir in unserem ESX-Cluster als Datastore hinzufügten. Hierfür legt der Administrator zunächst ein neues Volume an und weist ihm dann die gewünschten NAS-Protokolle und Zugriffsberechtigungen zu. Der Administrator kann Freigaben vom System verschlüsseln lassen. Die Schlüsselverwaltung erfolgt über ein eigenes Tool in der DSM-Systemsteuerung. Derzeit unterstützt Synology unter anderem CIFS/SMB, NFS, AFP, FTP, FTPS, TFTP und WebDAV sowie das blockbasierte OpenStack Cinder.

Um die iSCSI-Funktionen der Flash-Station zu testen, richteten wir im Speichermanager ein iSCSI-Target für den Hyper-V-Cluster und ein zweites für den ESX-Cluster ein. Dann erzeugten wir zunächst zwei iSCSI-Block-Level-LUNs und wiesen jedem Target eine LUN zu. Block-Level-LUNs lassen sich direkt auf dem freien Speicherplatz des RAID-Arrays erstellen.

Die FS1018 unterstützt des Weiteren File-Level-LUNs, die Thin Provisioning beherrschen und sich für VMware- oder Hyper-V-Hosts optimieren lassen. Für diesen LUN-Typ muss der Administrator vorher ein neues Volume anlegen. Eine Datei-Level-LUN lässt sich als reguläre Datei-LUN oder als erweiterte Datei-LUN konfigurieren. Letztere kann die Hardware-Beschleunigungsfunktionen von VMware VAAI oder von Windows ODX sowie LUN-Snapshots und -Klone nutzen. Für den Test richteten wir je eine erweiterte Datei-LUN für Hyper-V und eine für VMware ein.

Über die grafische Bedienoberfläche lassen sich sämtliche Konfigurationen wie zum Beispiel das NIC-Teaming intuitiv durchführen.

Als wir auf dem Hyper-V-Cluster die zwei neuen LUNs hinzufügen wollten, trat das Problem auf, dass sie zwar auf dem ersten Cluster-Node im Windows Disk Management zu sehen waren, aber der Failover Cluster Manager sie nicht als neue Cluster-fähige Disks erkannte. Wie sich nach kurzer Suche herausstellte, lässt Synology standardmäßig nur eine Verbindung pro iSCSI-LUN zu, um Datenfehler zu vermeiden. Für Cluster, die auf dieselbe LUN zugreifen sollen, muss der Administrator in der iSCSI-Target-Konfiguration parallele Zugriffe explizit erlauben. Nachdem wir den entsprechenden Haken gesetzt hatten, ließen sich die LUNs sowohl im Windows Cluster Manager als auch im VMware Virtual Center problemlos hinzufügen.

Das Vergrößern von Volumes und iSCSI-LUNs im laufenden Betrieb hat fehlerfrei funktioniert. Eine Verkleinerung unterstützt DSM nicht. Um die Redundanzfunktionen der Flash-Station zu testen, entfernten wir ein SSD-Laufwerk des RAID-5-Verbundes. Das System hat die Hot-Spare-Disk automatisch hinzugefügt und das RAID-Array wiederhergestellt. Dies hat knapp 20 Minuten gedauert. Anschließend haben wir die SSD wieder hinzugefügt und sie erneut als Hot-Spare konfiguriert. Denselben Ausfalltest führten wir nochmals durch, nachdem wir die Flash-Station von RAID 5 auf RAID F1 neu konfiguriert hatten. Das RAID-F1 verhielt sich genauso wie das RAID-5.

Snapshots, Backups, Replikation

Für den Testbetrieb migrierten wir auf beiden Clustern virtuelle Windows-Server auf die iSCSI-LUNs der Flash-Station. Das FS1018-System bietet Snapshot-Funktionen, mit denen sich Freigaben und LUNs sowohl sichern als auch klonen lassen. Um diese Funktionen nutzen zu können, muss man das Tool Snapshot Replication über das Paketzentrum herunterladen und installieren.

Unter den Einstellungen findet sich ein Zeitplaner, mit dem sich automatische Snapshots in der gewünschten Frequenz einrichten lassen. Die Aufbewahrungsregeln ermöglichen es zum Beispiel, die Anzahl der Snapshots auf zwölf stündliche, einen täglichen und einen wöchentlichen Snapshot zu begrenzen. Bei iSCSI-LUNs werden Snapshots nur für erweiterte Datei-Level-LUNs unterstützt.

Für den Test konfigurierten wir für die Shares und die iSCSI-LUNs jeweils stündliche Snapshots. Wenn man den Snapshot-Manager zusätzlich auf den Hyper-V- und ESX-Hosts installiert, unterstützt DSM auch anwendungskonsistente Snapshots. Snapshots von Freigabeordnern kann DSM in einem speziellen Verzeichnis sichtbar machen.

Snapshots lassen sich wahlweise klonen oder am ursprünglichen Speicherort wiederherstellen.

Über das Menü Replikation kann die Flash-Station ihre Snapshots zu einem anderen DSM-System replizieren. Snapshots von Freigaben lassen sich auch auf dasselbe System replizieren. Im Test haben wir die zwei Freigaben erfolgreich auf ein anderes Volume der Flash-Station repliziert. Beim Wiederherstellen lässt sich der Snapshot an den ursprünglichen Speicherort zurückschreiben oder mit einem neuen Namen klonen. Beide Varianten haben im Test problemlos funktioniert.

Die FS1018 unterstützt zahlreiche weitere Funktionen, die hier nicht alle vorgestellt werden können. Dazu zählt beispielsweise ein Indizierungsdienst, der Multimediadateien automatisch scannen und in eine Bibliothek aufnehmen kann oder ein Sicherheitsberater-Tool, das Schwachstellen-Scans durchführt. Mit dem Paket Virtual Machine Manager lassen sich zwei oder mehr Flash-Station-Systeme als Cluster-Verbund konfigurieren. Der Administrator kann damit direkt auf dem NAS virtuelle Windows- und Linux-Rechner erstellen und diese im laufenden Betrieb von einer Flash-Station auf eine andere migrieren. Zu nennen sind auch WLAN- und SSO-Support, der Zugriff per Telnet, SSH oder Handy sowie Alarmierung per E-Mail, SMS oder SNMP.

Fazit

Das FS1018-System zeichnet sich durch eine einfache Inbetriebnahme und Bedienung aus. Im LANline-Test ließen sich alle geprüften Funktionen fehlerfrei ausführen. Aufgrund der Ausstattung mit SSDs bietet die Flash-Station eine gute Performance. Das Speichersystem lässt sich flexibel nutzen, da es seine Kapazitäten sowohl als NAS-Server als auch als iSCSI-Target bereitstellen kann. Das Paketzentrum mit mehr als 50 Anwendungen stellt eine Vielzahl an zusätzlichen Funktionen bereit. Das zeitgesteuerte Snapshot- und Replikations-Tool ermöglicht zudem eine Sicherung der Unternehmensdaten.

Der Listenpreis von 1.317 Euro (netto, ohne SSDs) erscheint angesichts des großen Funktionsumfangs angemessen.

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