Test: Adaptec ESA 1500 File Saver

Sorglos-Backup für Büroarbeiter

01. März 2005, 23:55 Uhr   |  Christoph Lange/wj

Das Backup-to-Disk-System ESA 1500 File Saver von Adaptec sichert die Dateien von Client-Rechnern automatisch. Dabei kann die Appliance beliebig viele Dateiversionen speichern. Eine grafische Oberfläche versetzt die Anwender in die Lage, versehentlich gelöschte oder beschädigte Dateien selbst wiederherzustellen.

Mit dem ESA 1500 File Saver hat Adaptec eine Backup-to-Disk-Lösung entwickelt, die
IT-Abteilungen von der Aufgabe befreit, versehentlich gelöschte Dateien oder Verzeichnisse aus dem
letzten Tape-Backup wiederherzustellen. Der auf jedem PC installierte File-Saver-Client stellt eine
Benutzeroberfläche zur Verfügung, mit der Benutzer ihre Dateien selbst von der Appliance
zurückholen können.

Kontinuierlich im Hintergrund

Die Sicherungssoftware startet automatisch, sobald ein Rechner hochgefahren wird, und erstellt
beim ersten Mal eine Vollsicherung aller wichtigen Dateien der lokalen Laufwerke. Das Tool arbeitet
anschließend kontinuierlich im Hintergrund und kopiert die Dateien nach den vom Administrator
festgelegten Regeln auf die Appliance. Versehentlich gelöschte Dateien können die Anwender mithilfe
der Client-Software selbst wiederherstellen.

Wenn ein Rechner zur ESA 1500 vorübergehend keine Netzwerkverbindung mehr hat, wechselt der
File-Saver-Agent auf diesem Client vom aktiven Modus in den Logging-Modus. Das Tool erstellt dabei
eine Liste, die alle neuen und geänderten Dateien enthält. Sobald der Rechner wieder über eine
Netzverbindung verfügt, werden diese Dateien automatisch auf das Backup-System übertragen. Laut
Adaptec kann eine File-Saver-Appliance die Dateien von bis zu 100 Benutzern sichern.

Für den LANline-Test lieferte Adaptec einen ESA 1500 File Saver, der mit vier
250-GByte-SATA-Festplatten von Maxtor ausgerüstet war. Der integrierte Intel-Server arbeitet mit
einem Celeron-Prozessor und läuft unter Redhat Linux. Die Platten stecken in stabilen
Einschubgehäusen und werden von einem Adaptec 2410 SATA-Controller angesteuert. Insgesamt stellt
das als RAID 5 konfigurierte Backup-System auf nur einer Höheneinheit eine nutzbare
Speicherkapazität von 674 GByte zur Verfügung. Die Festplatten lassen sich im laufenden Betrieb
austauschen. Ein Hot-Spare-Laufwerk ist zwar nicht vorhanden. Dafür ist es möglich, mehrere
Appliances zu redundanten Sets zusammenzuschalten. Adaptec bezeichnet dieses Verfahren als
Redundant Array of Independent Nodes (RAIN), wobei die Lauffähigkeit auch bei einem gleichzeitigen
Ausfall von mehreren Festplatten gewährleistet ist.

Schnell in Betrieb genommen

Der Zugriff auf die NAS-Appliance erfolgt per Gigabit Ethernet. Das Gerät ist hierfür mit zwei
Gigabit-Ports ausgerüstet, wobei der zweite nur dann zum Einsatz kommt, wenn mehrere ESA-Systeme zu
einem Redundant Array of Independent Nodes verbunden werden. Dass nur ein Netzteil vorhanden ist,
lässt sich verschmerzen, da es sich ja um eine Backup-Appliance und nicht um ein primäres
Produktivsystem handelt.

Um den ESA 1500 File Saver in Betrieb zu nehmen, wurde die Box mit dem Testnetz verbunden.
Anschließend erfolgte auf einem Windows-2003-Server die Installation des File Saver Manager 5.3.0,
über den sich das Gerät verwalten lässt. Die Software erkennt automatisch alle im selben
physikalischen Subnetz vorhandenen ESA-Systeme und zeigt ihre IP-Adresse an. Das Anzeigen der
Appliance-IP funktioniert sogar, wenn der Verwaltungsrechner mit einer IP-Adresse aus einem anderen
IP-Subnetz konfiguriert ist. Um anschließend mit dem File Saver Manager per Browser auf die ESA
1500 zugreifen zu können, erhielt der Windows-2003-Server eine IP-Adresse aus demselben Subnetz wie
die Appliance.

Installation der Client-Komponente

Anschließend wurde auf derselben Maschine auch der File Saver Client installiert, indem eine
Browser-Verbindung zur Client-Setup-Seite hergestellt wurde. Sie enthält eine Batch-Datei, die den
Setup-Wizard startet. Über diesen Link können die Anwender das Client-Tool selbst lokal auf ihren
Rechner installieren. Hierbei geben sie ihren Benutzernamen, ein Kennwort und ihre E-Mail-Adresse
an. Die ESA-Appliance legt dann einen neuen Account in der Benutzerdatenbank an. Eine Integration
mit Active Directory ist bislang nicht vorhanden – das heißt, die File-Saver-Benutzer müssen
zusätzlich separat verwaltet werden.

Nach dem erforderlichen Neustart des Clients erstellt das Tool zunächst ein vollständiges Backup
der vorhandenen Dateien und Verzeichnisse. Der Anwender kann entweder die Standardeinstellungen
übernehmen oder selbst auswählen, was alles gesichert werden soll. Beim Client-Setup lässt sich
auch auswählen, dass die zuvor von einem anderen Rechner gesicherten Dateien nun für dieses System
zugänglich sein sollen. Diese Option ist sehr nützlich, wenn ein Benutzer aufgrund eines
Hardwaredefekts einen neuen Rechner erhält.

Einstellbare Komprimierung

Standardmäßig sichert der Agent die Datendateien von allen lokalen Festplatten. Ausgeschlossen
werden dabei Systemdateien, temporäre Dateien und Cache-Dateien. Die Werkseinstellung lässt erst
nach 24 Stunden eine neue Version einer bereits gesicherten Datei zu und begrenzt die maximale
Versionszahl auf fünf. Diese Vorgaben lassen sich an die eigenen Bedürfnisse anpassen. Je häufiger
eine Datei als neue Version gespeichert wird und je höher die Zahl der Versionen ist, umso größer
ist natürlich der Speicherplatzbedarf. Um ihn zumindest ein Stück zu reduzieren, kann der
Administrator beim Grad der Dateikomprimierung zwischen neun Stufen wählen. Über Include- und
Exclude-Regeln lassen sich zudem die zu sichernden Dateien individuell auswählen.

Für den LANline-Test wurde die erste Vollsicherung mit einem Server mit
Gigabit-Ethernet-Anbindung durchgeführt. Die Sicherung von 8,1 GByte Daten dauerte 25 Minuten. Dies
entspricht einer Sicherungsgeschwindigkeit von 5,4 MByte/s. Dabei lag die CPU-Belastung im Schnitt
bei etwa 40 Prozent, das Netz war während des laufenden Backups zu rund fünf Prozent
ausgelastet.

Anschließend wurde zum Vergleich die File-Saver-Software auf einem Personal Computer
installiert, der mit einer Fast-Ethernet-Karte ausgerüstet war. Hier dauerte die Vollsicherung von
6,6 GByte Daten 60 Minuten, die durchschnittliche Übertragungsgeschwindigkeit lag also bei 1,8
MByte/s. Die CPU-Auslastung betrug ebenfalls rund 40 Prozent. Dagegen lag die Netzwerkbelastung mit
etwa 35 Prozent deutlich höher.

Für den Normalbetrieb sind diese Performance-Werte allerdings nur von untergeordneter Bedeutung,
da neue Dateiversionen immer nur dann auf die Appliance kopiert werden, wenn die vom Administrator
eingestellte Frist überschritten wurde. Bei der ersten Inbetriebnahme sollte darauf geachtet
werden, dass nicht alle Anwender gleichzeitig die Vollsicherung ihres PCs starten. In diesem Fall
würde das Backup sicher deutlich länger dauern, da sowohl die Appliance als auch das Netzwerk stark
belastet würden.

Einfach zu bedienen

Die Client-Komponente des File Savers stellt eine grafische Benutzeroberfläche zur Verfügung,
mit der Anwender ihre Dateien oder Verzeichnisse in Eigenregie wieder herstellen können. Sie wählen
anhand einer übersichtlichen Baumstruktur die gewünschten Objekte aus und können dabei angeben, ob
diese an den ursprünglichen Ort oder an eine beliebige andere Stelle lokal oder im Netzwerk kopiert
werden sollen. Bislang ist die Client-Software des Systems allerdings nur in englischer Sprache
erhältlich.

Über die Programmoption "Views and Advanced Tools" und das Kontextmenü der rechten Maustaste
kann ein Anwender auch ältere Versionen einer Datei zurücksichern. Während der Tests klappte die
Wiederherstellung von Dateien in der zuletzt gespeicherten sowie in früheren Versionen
reibungslos.

Wenn Fehler auftreten, informiert der File Saver den Administrator automatisch per E-Mail. Dabei
lässt sich einstellen, ob die Benachrichtigung bei allen Ereignissen, bei Warnungen oder nur bei
kritischen Vorkommnissen erfolgen soll. Das System überwacht dabei unter anderem die korrekte
Funktion der Festplatten, Lüfter und Netzwerkverbindungen.

Fazit

Die File-Saver-Appliance ESA 1500 entlastet IT-Abteilungen, weil mit dieser Lösung auch
unerfahrene Anwender in der Lage sind, ihre Dateien oder Verzeichnisse selbst und ohne Konsultation
des Supports wiederherzustellen.

Mit einem Preis von 5500 Euro für 25 Benutzer (inklusive Festplatten) ist die
Backup-to-Disk-Lösung auch unter Kostengesichtspunkten durchaus attraktiv. Kleinere bis mittelgroße
Unternehmen dürften es dabei verschmerzen können, dass die File-Saver-Benutzer separat eingerichtet
und gepflegt werden müssen.

Info: Adaptec Tel.: 089/4564060 Web: www.adaptec-de.com

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