Suse hat in Zusammenarbeit mit Empalis Consulting seine Speicherlösung Suse Enterprise Storage (SES) für Spectrum Protect (ehemals Tivoli Storage Manager) von IBM zertifiziert. Auf diese Weise sei es Spectrum-Protect-Anwendern nun möglich, hoch skalierbaren Objektspeicher als Medium für Datensicherung und Archivierung zu nutzen. SES lässt sich auf Standard-x86-Hardware betreiben, ist selbstverwaltend, selbstheilend und im laufenden Betrieb vertikal und horizontal skalierbar, so das Nürnberger Softwareunternehmen.

Einen Proof of Concept haben man mit einem Cluster aus Suse-zertifizierter Hardware des deutschen Server-Herstellers Thomas-Krenn umgesetzt. Der Cluster konnte nach Angaben des Softwareanbieters mit seiner hohen Performance die Spectrum-Protect-Spezialisten von Empalis überzeugen.

Backup- und Archivierungssysteme stehen durch das exponentielle Wachstum der Primärspeicher, der Zunahme unstrukturierter Daten und virtueller, agiler Rechenzentren vor neuen Herausforderungen, so Suse. Dies führe oft dazu, dass Unternehmen die Datensicherung bei der Planung neuer Kapazitäten ungenügend berücksichtigen und dadurch später teure Nachrüstungen im Betrieb nötig sind. Spectrum Protect sei mit seiner skalierbaren und automatisierten Architektur in der Lage, mehrere PByte an Daten zu verwalten und die Deduplizierung und Replikation auf mehrere Standorte zu übernehmen.

Mit SES ist es nach Bekunden des Herstellers möglich, datenbankbasierten Speicher und Container-Pools für große Datenmengen auf unterschiedlich performanten Storage-Pools aus NVMe-SSDs und Festplatten abzubilden. Um die Komplexität zu reduzieren, sei auch eine Standortreplikation möglich. Außerdem führe die Anbindung über das Rado Block Device zu hoher Performance.

Das von Suse und Thomas-Krenn für Spectrum Protect optimierte System besteht aus einem Admin Host und vier Storage Nodes, die mit jeweils 800 GByte NVMe-Storage und 480 TByte HDD-Kapazität ausgestattet sind. Zwei 10GBit-NICs sollen zudem für eine angemessene Netzwerkanbindung und je zwei Xeon-CPUs mit je acht Cores für die Rechenleistung sorgen.

Alle Nodes sind laut Hersteller Suse-YES-zertifiziert, sodass Hardwarekompatibilität gegeben ist. Bei Bedarf lassen sich weitere Nodes ohne Betriebsunterbrechung hinzufügen, so das Softwareunternehmen. In Verbindung mit Spectrum Protect lasse sich außerdem identische Hardware in zahlreichen weiteren Szenarien einsetzen, etwa direkt als S3-Objektspeicher oder als DR-Lösung (Disaster Recovery) mit ausgelagerten Pools.

Weitere Informationen finden sich unter www.suse.de.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.