NetBrain hat seine gleichnamige Netzwerk-Automationsplattform aktualisiert: NetBrain Integrated Edition 8.0 umfasst laut Hersteller eine verbesserte Automatisierung mit mehr verwertbaren Erkenntnissen und optimierten Workflows. Eine für Collaboration konzipierte Benutzeroberfläche soll es dem IT-Personal ermöglichen, Expertenwissen einfach im Team zu nutzen. Ein KI-basiertes Baselining dient dazu, Abweichungen vom Sollzustand des Netzwerks erkennbar zu machen. Das Netzwerk-Team erhalte zudem mehr Support im SDN (Software-Defined Networking).

Eine Dynamic Map der NetBrain-Plattform, im Bild mit Hervorhebung des Routing-Protokolls. Bild: NetBrain

Eine Dynamic Map der NetBrain-Plattform, im Bild mit Hervorhebung des Routing-Protokolls. Bild: NetBrain

Angesichts zunehmenden Personalmangels in den IT-Abteilungen ist NetBrains Plattform dafür ausgelegt, den Netzwerkbetrieb durch Automation zu erleichtern. Christian Lorentz, Director Product Marketing bei NetBrain, erläuterte gegenüber LANline vier wesentliche Einsatzfälle: Erstens biete die Software eine automatisierte Netzwerkdokumentation mit dynamischen Kartenansichten – je tiefer man in die Karte zoomt, desto mehr Details zu den Knoten stellt sie dar. Zweitens erleichtere die Software das Troubleshooting durch die ebenfalls automatisierte Pfadanalyse sowie Einbindung von Daten aus externen Management-Systemen und Tools per APIs. Drittens vereinfache sie das SDN-Management – wichtig insbesondere deshalb, weil SDN-Lösungen wie Cisco ACI eine zusätzliche Abstraktionsschicht ins Netzwerk einfügen und deshalb zunächst den Überblick über das Gesamtnetz erschweren. Und viertens schließlich unterstütze NetBrain auch das Security-Management, da sich die Warnungen aus IDS-Lösungen und SIEM-Systemen um Kontextinformationen aus dem Netzwerk anreichern lassen.

Die avisierten Erleichterungen erzielt NetBrain laut Lorentz vor allem durch eine Plug-and-Play-Inbetriebnahme, „QApps“ genannte Runbooks für die Automatisierung von Workflows (es gibt 156 vordefinierte QApps, die 920 Parser auswerten), Collaboration-Funktionen für die teamübergreifende Zusammenarbeit und die aussagekräftigen Kartenansichten. In der Mitte August vorgestellen Version 8.0, die Version 7.1a ablöst, liegt die „Dynamic Map“-Funktion nun in Version 2.0 vor. Sie liefert laut NetBrain nun Zusammenhänge für die Netzwerkdaten und könne das Expertenwissen des Netzwerkteams berücksichtigen, zudem gebe sie bei Störungen Handlungsempfehlungen. Die Data Views zeigen laut NetBrain die jeweils relevanten Informationen – eine Auswahl, die in der Vorversion noch manuell anzulegen war.

A/B-Pfaddarstellung im VPLS-Overlay-Netzwerk. Bild: NetBrain

A/B-Pfaddarstellung im VPLS-Overlay-Netzwerk. Bild: NetBrain

Goldene Baseline

Die Software entdeckt, erfasst und analysiert laut Hersteller per KI bis zu 12.000 Datenpunkte pro Gerät, um das Netzwerk abzubilden. Über drei Tage hinweg beobachte die Software die wichtigsten Merkmale des Netzwerks – darunter die CPU-Bereiche der Geräte, Schnittstellen, Nachbarschaftsbeziehungen und Standardkonfigurationen – mit dem Ziel, mittels einer „goldenen Baseline“ den Soll-Zustand zu definieren. Auf dieser Basis könne der Administrator Vorgaben machen, zum Beispiel dass Telnet überall deaktiviert sein muss oder dass alle Cisco-Switches eine bestimmte IOS-Version aufweisen müssen.

Eine sogenannte Knowledge Cloud bildet den zentralen Speicherplatz für verschiedene Arten von Ressourcen, darunter Templates für die Auswertungen (Data Views), QApps, Parser, Treiber etc. Damit könne eine IT-Organisation alle Daten und Tools für das Netzwerk-Management teamübergreifend und, falls gewünscht, auch unternehmensübergreifend zugänglich machen.

Bei Auffälligkeiten und Störungen gibt die Software Handlungsempfehlungen. Bild: NetBrain

Bei Auffälligkeiten und Störungen gibt die Software Handlungsempfehlungen. Bild: NetBrain

Zu den weiteren Funktionen der Version 8.0 zählen eine Smart CLI für das gemeinschaftliche Troubleshooting mit gemeinsam nutzbaren Diagnosedaten, eine Integration von Ansible-Workflows und Verbesserungen bei der Topologieerkennung (VXLAN, Overlay/Unterlay und A/B-Pfadalgorithmen). Die neue Funktion Application Manager erlaube die Überwachung und Verifizierung der Abhängigkeiten von Multi-Tier-Anwendungen. Mit einem Tool namens Path Calculator muss ein IT-Team laut NetBrain nur das Protokoll und die Datenquelle auswählen, um Pfade berechnen zu lassen, die erlaubt oder verboten sind. Ebenfalls neu ist neben dem Cisco-ACI-Multi-Pod-Support und der Pfadverifizierung für SDNs auch ein Change Analysis Report, um Veränderungen des Netzwerks über den Zeitverlauf betrachten zu können.

NetBrain Integrated Edition 8.0 ist allgemein verfügbar. Die Lizenzierung erfolgt bei traditionellen Netzwerken nach Knoten, im SDN bei Cisco ACI Port-basiert, bei VMware NSX nach Cores. Hinzu kommen Lizenzen für gleichzeitig zugreifende Anwender (Concurrent Users).

Weitere Informationen finden sich unter www.netbraintech.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.