Das Cleanenergy-Projekt, ein großes Branchennetzwerke für erneuerbare Energien, veröffentlicht zusammen mit der IEEE Standards Association die Ergebnisse einer Umfrage zum Thema Energie-Management. Anlass zu der Umfrage waren unter anderem die Stromausfälle in München Ende des vergangenen Jahres und die Frage, ob auch in Zentraleuropa in Zukunft mit solchen Blackouts  häufiger zu rechnen ist.

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Laut Sam Sciacca, Mitarbeiter der IEEE Standards Association, diskutieren aktuell Verantwortliche in vielen Ländern über den Einsatz einer intelligenten Energiebedarfssteuerung (Demand Response), die Angebot und Nachfrage zeitlich ausgleicht. Weitere mögliche Lösungsansätze könnten mit Demand-Management (dem Nachfrage-Management) oder mit Demand-Site-Management (der Steuerung der Stromnachfrage) arbeiten. Während 59 Prozent der Befragten diese Begriffe schon einmal gehört oder gelesen hatten – vor allem im Zusammenhang mit dem Thema Energieverschiebung/Energielastenausgleich, waren sie dem Rest der Umfrageteilnehmer unbekannt.

 

Eine Notwendigkeit für Energie-Management-Systeme sehen allerdings fast alle Befragten (96 Prozent). Als wichtigste Gründe für deren Einsatz nannten sie die effizientere Nutzung von Energie- und Speicherkapazitäten, die Sicherung einer zuverlässigen Energieversorgung und die effiziente Einbindung erneuerbarer Energien anstelle umweltbelastender Energieressourcen wie Erdöl, Kohle oder Systemen wie Gasturbinen.

 

Für die Umsetzung eines solchen Energie-Managements sahen 30 Prozent den mangelnden politischen Willen sowie fehlende staatliche Förderprogramme als Hindernisse. Jeweils 18 Prozent nannten das Fehlen grenzübergreifender Industriestandards sowie den nicht vorhandenen Anreiz für Verbraucher. Diesen Kritikpunkten folgt eine fehlende Einbindung der erneuerbaren Energien in den Regelleistungsmarkt (Energiemarkt für Regelleistung). Diesen Punkt nannten 16 Prozent der Befragten.

 

Auf die Frage, ob Industrieunternehmen für einen Umstieg auf einen flexibleren Energieverbrauch bereit sind, waren die Teilnehmer der Umfrage unterschiedlicher Meinung: 42 Prozent befürchten, dass der Aufwand und die Kosten für Prozessänderungen die Industrie von einem Umstieg abhalten könnte. Die restlichen 58 Prozent hingegen denken, Industrieunternehmen seien zu einer Umstellung bereit, sofern es dafür einen wirtschaftlichen Anreiz gibt. Auch die Bereitschaft von Privathaushalten, auf einen flexibleren Energieverbrauch umzusteigen, halten 76 Prozent der Befragten für wahrscheinlich, wenn dies mit wirtschaftlichen Vorteilen verbunden wäre. Bei den Privatverbrauchern könnten aber auch Umweltaspekte einen Anstoß geben, vermuten die Studienteilnehmer.

 

Laut der Umfrage gehen die meisten Befragten (93 Prozent) davon aus, dass ein bewusster und auf mehr Effizienz ausgerichteter Umgang mit Energie zur Lösung der Versorgungsprobleme beitragen kann. Allerdings sehen sie fehlendes Know-how und Vertrauen darauf, dass Unternehmen die Einsparungen einhalten, als mögliche Barrieren für einen Fortschritt.

 

An der Umfrage nahmen im Zeitraum vom 4. Dezember 2012 bis 11. Januar 2013 805 Mitglieder des Cleanenergy-Projekts teil. Die gesamte Studie gibt es unter www.cleanenergy-project.de/umfragen/Ergebnisse_Energiemanagement-Umfrage.pdf.

Im Rahmen der Umfrage des Cleanenergy-Projekts sahen fast alle Befragten den Einsatz für Energie-Management-Systeme als notwendig an.