Bei einer internationalen Umfrage unter mehr als 1.100 IT- und Sicherheitsentscheidern im Auftrag des IT-Security-Anbieters Trend Micro klagten viele der Teilnehmer über mangelnde Unterstützung im eigenen Haus: Fast zwei Drittel der Befragten aus Deutschland nannten die interne Kommunikation von Bedrohungen als größte Herausforderung, 40 Prozent gaben an, sich innerhalb des Unternehmens sogar isoliert zu fühlen.

Die Umfrage zeigt, wie stark IT-Verantwortliche unter Druck stehen. 42 Prozent der deutschen Befragten (international: 47 Prozent) bezeichneten die Priorisierung aufkommender Bedrohungen als Herausforderung, fast ebenso viele (41 Prozent) das Schritthalten der hauseigenen Security-Systeme mit der Bedrohungslandschaft. Mehr als jeder dritte IT- oder IT-Security-Verantwortliche – 38 Prozent – berichtete vor diesem Hintergrund von sinkender Zufriedenheit mit seinem Job.

„Führungskräfte müssen erkennen, dass IT-Sicherheitsverantwortliche unter großer Belastung stehen“, kommentierte Richard Werner, Business Consultant bei Trend Micro. „Cyberangriffe passieren immer häufiger und werden immer ausgefeilter. Damit muss auch die Verantwortung für IT-Sicherheit auf mehrere Schultern aufgeteilt werden.“ Kein Unternehmen könne es sich noch leisten, die IT-Abteilung losgelöst vom Rest der Firma zu sehen. Denn dann werde die IT früher oder später vor der wachsenden Bedrohung einknicken. „Vielmehr muss Cybersicherheit als geteilte Aufgabe innerhalb des gesamten Unternehmens verstanden werden“, so Werner.

Immerhin hat das Thema IT-Sicherheit inzwischen das Gros der Chefetagen deutscher Unternehmen erreicht: 89 Prozent gaben an, man behandle das Thema IT-Security ständig oder zumindest bei Bedarf auf Geschäftsführungsebene. International sind es hingegen nur 72 Prozent.

Unzufrieden zeigten sich die Umfrageteilnehmer aber mit der internen Kommunikation: 43 Prozent der hiesigen Befragten berichteten von Problemen, der Unternehmensführung komplexe Sachverhalte zu vermitteln (international ähnlich: 44 Prozent). Und 63 Prozent (international: 57 Prozent) bezeichneten die interne Kommunikation gar als größte Herausforderung für die IT-Sicherheit im Unternehmen.

Aufsehenerregenden Angriffe helfen laut der Umfrage, die nötige Aufmerksamkeit für IT-Sicherheit zu erzielen: 69 Prozent der Befragten (international: 64 Prozent) berichteten davon, dass ihnen Vorfälle wie WannaCry die Kommunikation der IT-Sicherheitsproblematik erleichtern. Dies wirft laut Trend Micro die Frage auf, wie IT-Verantwortliche diese Kommunikationsbarrieren überwinden können, bevor solche Angriffe geschehen.

„In der Geschäftsführung präsent zu sein, ist nur der erste Schritt“, so Richard Werner. IT-Verantwortliche müssen laut dem Trend-Micro-Mann Wege finden, den Wert von IT-Sicherheit für eine Organisation noch glaubhafter zu vermitteln. „Sie sollten auch von anderen Führungskräften lernen, wie sie Risiken besser kommunizieren können, um das Bewusstsein für IT-Security in allen Abteilungen zu schärfen“, so Werner.

Für die Umfrage, durchgeführt vom Marktforschungshaus Opinium im Auftrag von Trend Micro, wurden 1.125 IT- und Sicherheitsentscheider in UK, den USA, Deutschland, Spanien, Italien, Schweden, Finnland, Frankreich, den Niederlanden, Polen, Belgien und Tschechien befragt. Weitere Informationen finden sich unter www.trendmicro.com.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.