Interview mit Robert Luijten, Fluke

Glasfaserenden effizient und korrekt prüfen

2. Januar 2023, 7:00 Uhr | Anna Molder
Robert Luijten
© Fluke

Das Testen von Glasfaserkabeln und Beheben von Problemen ist von entscheidender Bedeutung für die Datenkommunikation. Eine Herausforderung dabei ist, die richtigen Geräte für jede Phase der Prüfung von Glasfaserenden auszuwählen, erklärt Robert Luijten, Technical Expert und Training Manager bei Fluke.

LANline: Herr Luijten, was umfasst die Prüfung von Glasfaserenden und warum ist sie so wichtig?

Robert Luijten: Die Messung der Integrität von Glasfasernetzen ist entscheidend, um die schnelle Übertragung von Kommunikationsdaten zu gewährleisten, wie sie in vielen Branchen erforderlich ist, zum Beispiel in der industriellen Automatisierungstechnik, in Rechenzentren, intelligenten Gebäuden und vielen anderen Bereichen. Bei der Datenkommunikation über Glasfaser müssen die Netze mit minimalen Ausfallzeiten und maximaler Effizienz arbeiten. Die zunehmende Vielfalt der Glasfaseranwendungen hat jedoch den Bedarf an anpassungsfähigen und benutzerfreundlichen Test- und Prüfgeräten deutlich gemacht.

Eine der wichtigsten Prüfungen, die Installateure und Systemintegratoren durchführen können, ist für die Glasfaserenden. Dabei wird der Abschnitt eines Glasfasernetzes geprüft, der eine Schnittstelle zu einer anderen Glasfaserkomponente bildet. Das Design von Glasfasersteckern und passenden Ports variiert je nach Anwendung.

LANline: Mit welchen Problemen haben Techniker zu kämpfen, und wie können entsprechende Test-/Prüfgeräte helfen?

Robert Luijten: Techniker haben mitunter Schwierigkeiten bei der Arbeit mit Glasfasern, insbesondere mit jenen, die nicht richtig oder überhaupt nicht funktionieren – bekannt als „Dark Fibers“. Mit neuen Prüfgeräten lassen sich grundlegende Tests an Glasfasern durchführen, um Polaritätsprobleme und defekte Transceiver leicht zu erkennen. Die Sicherheit ist ein kritischer Punkt für Techniker, um Fehler bei unsichtbaren Nahinfrarot-Wellenlängen, die in der Glasfaserkommunikation weit verbreitet sind, zu erkennen. Handgeräte ermöglichen schnelles Identifizieren von Kabel- und Anschlussproblemen bei der traditionell schwierigen Fehlersuche, was Zeit spart und gleichzeitig die Augen des Technikers vor möglichen Schäden durch Laserlicht schützt.

Eine weitere Herausforderung bei der Wartung von Glasfasern sind Schmutz und Staub. Selbst das kleinste, für den Menschen unsichtbare Staubkorn kann bei einer Glasfaserverbindung Fehler oder einen Totalausfall verursachen. Inspektions- und Reinigungsgeräte sind für Techniker, die Glasfasernetze warten, unerlässlich. Die idealen Inspektionskameras sollten auf Einfachheit und Effizienz ausgelegt sein. Einige gute Geräte sind mit einem Multikamera-Design ausgestattet, das es Technikern ermöglicht, einzelne Fasern oder auch Faserbündel mit bis zu 32 Fasern live zu betrachten. Damit lassen sich Bewertungen durchführen, während sich der Techniker mit Hilfe von Touchscreen-Gesten vom gesamten Bündel zu den einzelnen Glasfaserenden bewegt.

Techniker sollten auch fusselfreie Glasfaser-Reinigungssets zur Hand haben, um hartnäckige Verunreinigungen in einem Glasfasernetz zu entfernen. Lösungsmittel sind dabei effektiver als die herkömmliche Methode mit Isopropylalkohol, um die üblichen Verunreinigungen auf Glasfaserkabeln aufzulösen.

LANline: Wie können Techniker Fehler in Glasfasernetzen schnell lokalisieren und Durchgangs- oder Polaritätsprobleme überprüfen?

Robert Luijten: Schnelligkeit ist entscheidend bei der Fehlersuche. Dies kann sich bei einem komplexen Glasfasernetz als schwierig und zeitraubend erweisen. Unabhängig davon, ob Techniker neue Glasfaserverbindungen installieren oder Fehler in einem bestehenden Netz beheben, ist ein Live-Glasfaserdetektor, mit dem sich grundlegende Tests durchführen lassen, ein sehr nützliches Hilfsmittel, um Polaritätsprobleme und ausgefallene Transceiver leicht zu identifizieren.

Ein optisches Zeitbereichsreflektometer (OTDR - Optical Time Domain Reflectometer) ist das ultimative Gerät für die Fehlersuche in Glasfasersystemen, insbesondere in Unternehmens- und Außenanlagen. Mit tragbaren optoelektronischen Instrumenten lässt sich eine komplette Glasfaserverbindung testen, um ihren Zustand und ihre Leistungsfähigkeit zu beurteilen. OTDRs sind die einzigen Geräte, die Komponenten entlang des Kabelpfads testen, also Verbindungspunkte, Biegungen oder Spleiße, um die Leistungsfähigkeit des Kabels von Anfang bis Ende zu überprüfen. Das Gerät sendet dabei einen Lichtimpuls in ein Ende des Kabels und empfängt ein reflektiertes Signal, das an denselben OTDR-Port zurückgesendet wird. Ein Teil des durch das Kabel gesendeten Lichts wird gestreut, ein anderer Teil wird reflektiert und zum OTDR zurückgeleitet, was auf Verluste und Luftspalte an Anschlüssen oder Fehlern hinweist. Dies lässt sich durch Zeit messen, die das Signal benötigt, um zurückzukommen. Einige OTDRs können jedoch kompliziert zu bedienen sein. Anfänger und Experten sollten nach Geräten suchen, die den Prozess vereinfachen, zum Beispiel mit einem automatischen Setup oder einer integrierten Zuordnung, die Probleme in der Glasfaserverkabelung automatisch erkennt.

LANline: Welche Trends werden in den nächsten zwei bis fünf Jahren den Wandel bei Netzwerktestern vorantreiben?

Robert Luijten: Da die Zahl der weltweit installierten Glasfasernetze rapide zunimmt, steigt auch der Bedarf an hochqualifizierten Netzwerk-Prüfspezialisten. Die Entwicklung leistungsfähiger und dennoch einfach zu bedienender Test-/Prüfgeräte bietet eine Möglichkeit, um nicht nur die Qualifikationslücke zu schließen, sondern auch schnelles und effizientes Testen dieser kritischen Infrastruktur zu gewährleisten. Automatisierung und nahtlose Integration beschleunigen nicht nur den Prozess der Glasfaserprüfung, sondern sorgen auch dafür, dass genaue Daten in Echtzeit aufgezeichnet und weitergegeben werden. Dies ist in den Bereichen, in denen Glasfasertechnik erforderlich ist, von entscheidender Bedeutung.

Fluke Networks hat die Notwendigkeit erkannt, Testlösungen zu entwickeln, die unseren Kunden erhebliche Kosteneinsparungen ermöglichen. Wir wollen unseren Anwendern Zeit sparen, indem wir es ihnen ermöglichen, auf Fehler zu testen, ohne dass komplexe Einstellungen oder ausgefeilte Methoden zur Interpretation der gesammelten Messdaten erforderlich sind. Jeder Techniker oder Ingenieur, der im Bereich der Glasfaserverkabelung tätig ist, hat jetzt Zugang zu leistungsstarken und vielseitigen Geräten, die ein beispielloses Maß an Vertrauen in Bezug auf Zuverlässigkeit und Genauigkeit geben.

Durch den Einsatz einfacher „Point-and-Press“-Inspektionsgeräte müssen Techniker nicht mehr zeitaufwändige und veraltete Verfahren durchlaufen oder sich auf Vermutungen stützen. Die Möglichkeit, Probleme genau, schnell und kosteneffizient mit minimaler Verunreinigung oder Beschädigung zu identifizieren und zu lokalisieren, ist ein echter Wendepunkt bei der Prüfung von Glasfasernetzen.

LANline: Herr Luijten, vielen Dank für die Beantwortung der Fragen.

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