Leistungsfähige IT-Infrastruktur

Kategorie 6A und 25 Gigabit Ethernet

10. Mai 2022, 7:00 Uhr | Dirk Traeger/jos
Das AMJ-SL von Telegärtner ist ein Kategorie-6A-Modul, das auch 25 Gigabit Ethernet 25GBase-T gemäß ISO/IEC 11801-9905:2018 übertragen kann.
Das AMJ-SL von Telegärtner ist ein Kategorie-6A-Modul, das auch 25 Gigabit Ethernet 25GBase-T gemäß ISO/IEC 11801-9905:2018 übertragen kann.
© Telegärtner

Muss eine Verkabelung für 25 Gigabit Ethernet nur Frequenzen bis 1.250 MHz übertragen? Genügen Verteilfelder und Anschlussdosen der Kategorie 6A (nach ISO/IEC) mit großen Reserven, vielleicht in Kombination mit Kabeln der Kategorie 8? In der Praxis trifft man auf die unterschiedlichsten Ansichten zur Verkabelung für 25 Gigabit Ethernet. Gerade deshalb ist es wichtig, sich mit den Fakten sorgfältig auseinanderzusetzen.

Das Institute of Electrical and Electronics Engineers (IEEE) spezifizierte 25 Gigabit Ethernet 25GBase-T bereits 2016 in IEEE 802.3bq. Seit 2018 sind die Spezifikationen im IEEE Standard for Ethernet (IEEE 802.3-2018) in Kapitel 113 enthalten. 25GBase-T basiert auf dem bewährten 10 Gigabit Ethernet 10GBase-T. Durch die besonders hohen Anforderungen an das Dämpfungsbudget beträgt die maximale Länge der Übertragungsstrecke (Channel) jedoch nur 30 Meter, weshalb 25GBase-T sich hauptsächlich für Rechenzentren, Server-Räume und für die Verbindungen von Switches und Servern eignet.

Normkonforme Verkabelungen für 25 Gigabit Ethernet

ISO/IEC 11801-1 und DIN EN 50173-1 sehen für 25GBase-T eine Verkabelung der Klasse I oder II vor. IEEE 802.3 lässt Category 8 nach ANSI/TIA-568-C.2-1 ebenfalls zu. Übertragungsstrecken der Klasse I bestehen aus Komponenten der Kategorie 8.1 oder höher, Strecken der Klasse II aus Komponenten der Kategorie 8.2. Da Klasse II nicht das RJ45-Steckgesicht verwendet und Stecker der Kategorie 8.2 nicht steckkompatibel zu RJ45-Buchsen sind, sind Verkabelungen der Klasse II in der Praxis äußerst selten. Daher trifft man gelegentlich auf den Ansatz, Neuverkabelungen mit Komponenten auszuführen, die die Anforderungen der Kategorie 8.1 nur in einem eingeschränkten Frequenzbereich bis 1.250 MHz erfüllen. Als Argument heißt es dabei oft, dies genüge für 25 Gigabit Ethernet. Dabei bleibt jedoch unbeachtet, dass die Verkabelungsnormen keine derartige Einschränkung vorsehen. Zwar nutzt 25GBase-T nur den Frequenzbereich bis einschließlich 1.250 MHz, doch weder ISO/IEC 11801-1 noch DIN EN 50173-1 unterscheiden zwischen einer vollwertigen und einer nur teilweise erfüllten Kategorie 8.1. Sie fordern auch für 25GBase-T Übertragungsstecken der Klasse I oder II mit Komponenten der Kategorie 8.1 oder 8.2 ohne Einschränkungen.

Dasselbe gilt sinngemäß für ANSI/TIA-568: Teil 0 fordert für 25GBase-T Komponenten der Category 8, Teil 2 spezifiziert die Category 8 bis 2.000 MHz; beide Teile sehen keinerlei Einschränkungen vor. Verkabelungen mit Komponenten mit einem eingeschränkten Frequenzbereich entsprechen nicht dem aktuellen Stand der Normung, was abhängig von den im Verkabelungsprojekt getroffenen Vereinbarungen und den Festlegungen im Qualitätsplan nach DIN EN 50174-1 schlimmstenfalls zu Regressforderungen führen kann. Über kurze Entfernungen kann 25 Gigabit Ethernet 25GBase-T jedoch auch über Verkabelungsstrecken übertragen werden, die Anforderungen der Klasse I nicht erfüllen.

Anbieterkompass Anbieter zum Thema

zum Anbieterkompass

  1. Kategorie 6A und 25 Gigabit Ethernet
  2. 25GbE und Komponenten

Verwandte Artikel

Telegärtner Karl Gärtner GmbH

Infrastruktur-Management

Verkabelung