Kontinuierliches Glasfaser-Monitoring

Optische Netzwerke sicher überwachen


Fortsetzung des Artikels von Teil 2

Echtzeitalarmierung und Fehlerlokalisierung

Ein Beispiel für eine solche kontinuierliche Überwachungslösung für passive optische Netze ist das Remote-Monitoring-System ONMSi von Viavi Solutions. Das System unterstützt die Überwachung beschalteter wie auch unbeschalteter Fasern in Punkt-zu-Punkt sowie Punkt-zu-Mehrpunkt-Netzen und lässt sich wahlweise für Langstreckentests an Metro- und Kernnetzen oder für Tests von PON-Kurzstreckenverbindungen konfigurieren. Es kombiniert eine flexible Softwarelösung mit optischen Messgeräten (Optical Test Unit, OTU), die sich als Messkopf an OLT-Standorten (Optical Line Termination) positionieren lässt.

Die OTU umfasst ein OTDR und einen optischen Schalter, was die gleichzeitige Überwachung mehrerer Glasfasern ermöglicht. Auf diese Weise ist es möglich, mit einer einzigen OTU die Anschlüsse von bis zu 32.000 Wohnungen zu testen.
Für umfangreichere Netzwerke ist das System auch beliebig erweiterbar. Mit mehr als Einhundert angeschlossenen OTUs ist die Überwachung selbst sehr großer nationaler und internationaler Backbone-Netze problemlos möglich. Beim Auftreten einer Störung benachrichtigt das Management-System ONMSi den Anwender per SMS, E-Mail oder SNMP und zeigt auf einer eingebetteten Karte mittels GPS die genaue Fehlerposition und den Kabelverlauf an.

Zusätzlich verfügt das System über eine Datenbank und eine Berichtsfunktion, die Fehlermeldungen, die MTTR sowie den Störungsverlauf im Netzwerk dokumentieren. Ein besonderes Feature der Lösung ist darüber hinaus das Detektieren von Route Flapping. Diese Funktion identifiziert und lokalisiert innerhalb von nur einer Zehntelsekunde Flash-Dämpfungen, die eine der häufigsten Ursachen von Netzwerkproblemen darstellen. Vom Einsatz einer solchen Überwachungslösung profitieren Anwender in mehrerer Hinsicht. Das System unterstützt nicht nur ein einheitliches Testen der Installationsarbeiten, sondern ermöglicht durch das frühzeitige Erkennen von Leistungsverlusten auch eine proaktive Wartung und kann dadurch drohende Netzausfälle verhindern.

Darüber hinaus lassen sich Störungsursachen zügig identifizieren und lokalisieren, was den Zeitaufwand bis zur Wiederherstellung des betriebsfähigen Zustands signifikant minimiert. Dies spart nicht nur Reparaturkosten, sondern reduziert auch finanzielle Einbußen, die durch den Datenverlust in betroffenen Unternehmen und Rechenzentren entstehen.

Remote-Monitoring-System ONMS
Das Remote-Monitoring-System ONMSi unterstützt die Überwachung beschalteter wie auch unbeschalteter Fasern in Punkt-zu-Punkt- und Punkt-zu-Mehrpunkt-Netzen.
© Viavi Solutions

Dokumentation kann als Beweismittel dienen

Anhand der vollständigen Dokumentation kann der Netzbetreiber zudem im Streitfall beweisen, dass der Schaden nicht selbstverschuldet ist und schnellstmöglich behoben wurde. Auch bei Sabotage, Diebstahl oder Abhörversuchen helfen Dokumentation und ortsauflösende Echtzeitalarmierung, Straftaten aufzudecken und eine Manipulation gegenüber Dritten (Versicherungen, Kunden etc.) nachzuweisen. Besonders beim Schutz kritischer Infrastrukturen oder sensibler Daten ist eine kontinuierliche Netzwerküberwachung für Service-Provider, Rechenzentrumsbetreiber und Zweckverbände wie Kreise, Städte und Gemeinden heute also gar nicht mehr wegzudenken.

Patrick Faraj ist Global Product Manager Centralized Fiber Test Solutions bei Viavi Soltions.


  1. Optische Netzwerke sicher überwachen
  2. OTDR-Messung identifiziert Leistungsverluste und Abhörversuche
  3. Echtzeitalarmierung und Fehlerlokalisierung

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