Während Kodak mit seinem Einstieg in den Druckermarkt versucht, Hewlett-Packard Marktanteile bei den Konsumenten abzujagen, bläst HP zur Gegenoffensive bei den Profisystemen. Die neuen Wachstumsbereiche sind laut HP-Druckerchef Vyomesh Joshi vor allem im Bereich der großformatigen Drucke angesiedelt.

Erreicht werden sollen diese neuen Wachstumsmärkte mit vielen alten und einigen neuen Produkten. So stellte HP gestern zwei neue Druckerserien für großformatige Drucke vor, die im Sommer 2007 auf den Markt kommen sollen. Die Serie Designjet T wurde für CAD- und GIS-Profis entwickelt, die Serie Designjet Z6100 richtet sich hauptsächlich an die Anbieter von Druckerservices und an technische Märkte. HP setzt auf diese professionelle Strategie, da das Aufkommen von detaillierten Daten in großen Dateien, zum Beispiel bei hochauflösenden Satellitenbildern und Landkarten, rasant ansteigt und folglich auch die Ansprüche an die Druckausgabe zunehmen.

Das besondere Problem bei den Profidrucken ist die farbgetreue Wiedergabe. Laut einer Untersuchung der internationalen Marktforschungsagentur Infotrends verlassen sich knapp die Hälfte aller professionellen Anwender auf die Farbwirkung ihrer Drucke: „Farbe ist vor allem im Konsumgütermarketing sehr häufig der Schlüssel, das Produkt zu verkaufen“, so die Marktforscher.

HPs neue Serien begegnen diesem Problem mit speziellen Tinten. So kommen die T-Designjet-Drucker mit drei verschiedenen schwarzen Tintensets und der so genannten HP-Vivera-Tinte auf den Markt. Diese Tinten sollen noch exaktere, farbechtere und feiner abgestufte Drucke in wesentlich kürzerer erzeugen als bisher. Auch die Z6100-Drucker arbeiten mit der Vivera-Tinte. Diese schwarze Tinte ermöglicht natürliche Grauabstufungen, um bessere Details zu erzeugen; die Colorversionen sollen Bilder mit „einem glatten und feinem Kontrast bei lebendigen Farben“ hervorbringen.

HP hat sich mit seinem Druckersegment ein Wachstum von mindestens sechs Prozent jährlich zum Ziel gesetzt, was einer Umsatzsteigerung um bis zu zwei Milliarden Dollar bedeutet. Der größte Teil dieses Umsatzplus soll bei den großformatigen, professionellen Drucken anfallen. Dieses Anwendungsspektrum reicht von Werbedrucken zum Kaschieren von Zügen und Bussen bis hin zu höchst anspruchsvollen Großreproduktionen in Museumsqualität.

Diese Strategie ist für HP vor allem deshalb so attraktiv, weil die großen Drucke sehr viel Tinte benötigen, denn auch im Profibereich wird das Geld nicht mit den Geräten, sondern mit der Tinte verdient.

Katharina Guderian/wg