Auf seiner Hausmesse VMworld in Las Vegas hat der Virtualisierungsspezialist VMware unter anderem verschiedene Neuerungen für sein Hybrid-Cloud-Portfolio angekündigt. Dieses umfasst Infrastruktur- und Management-Software für die Digitalisierung von Prozessen.

In Las Vegas hat VMware die neue vSphere Platinum Edition eingeführt, die Anwendungen und Infrastrukturen sicherer machen soll. Dabei handele es sich um eine neue Version von vSAN, die den Einstieg in HCI (Hyper Converged Infrastructure) vereinfachen soll, in Kombination mit Updates für die hauseigene vRealize Cloud Management Platform (CMP). Diese soll Anwendern helfen, eine entwicklerfreundliche Infrastruktur zu implementieren und für sichere und konsistente Abläufe zu sorgen.

Mit der vSphere Platinum Edition will der Virtualisierungsspezialist Unternehmen dabei unterstützen, umfassende intrinsische Sicherheit zum Schutz von Anwendungen, Infrastruktur und Daten zu ermöglichen. Die neue Version kombiniere die nativen Sicherheitsfunktionen von vSphere mit der hauseigenen Lösung AppDefense. So biete sie mehr Funktionen für die Anwendungssicherheit, die vollständig in den Hypervisor integriert sind. Unter Zunahme von maschinellem Lernen und Verhaltensanalysen seien Administratoren so in der Lage, sichere Anwendungen und Infrastrukturen bereitzustellen, indem sich virtuelle Maschinen (VMs) in einem „bekannt guten“ Referenzzustand ausführen lassen.

VMware will auf diese Weise einen direkten Einblick in die Absichten und das Anwendungsverhalten von VMs sowie schnelle und präzisere Funktionen zur Erkennung und Reaktion auf Bedrohungen ermöglichen. vSphere-Administratoren und Sicherheitsteams sollen so besser zusammenarbeiten und das Unternehmen schützen können.

HTML5-basierter vSphere-Client

Mit dem ebenfalls in Las Vegas vorgestellten vSphere 6.7 Update 1 führt VMware neue Funktionen ein, unter anderem den HTML5-basierten vSphere-Client. Mit der neuen Version bietet der Hersteller nach eigenen Angaben außerdem vMotion- und Snapshot-Funktionen für VMs, die auf Nvidia Quadro vDWS (Virtual Datacenter Workstation) basieren. Dem Administrator helfen die Erweiterungen laut VMware, vGPU-basierte VMs auf andere kompatible Hosts zu migrieren und gleichzeitig Wartungsarbeiten durchzuführen, um Unterbrechungen für Endnutzer und ihre Anwendungen zu vermeiden.

Mit vSAN 6.7 Update 1 erleichtere man den Einstieg in HCI durch vereinfachte Abläufe, so der Hersteller. Integrierte Intelligence-Funktionen sollen Wartungszeigen verkürzen. Ein „Quickstart“-Assistent, der den Anwender durch den Bereitstellungsprozess von vSAN- und Non-vSAN-Clustern führt, helfe dabei, HCI-Cluster schneller aufzusetzen oder zu erweitern. Neben einer automatisierten Rückgewinnung von Kapazität sollen Nutzer mit den neuen Prognosewerkzeugen außerdem den zu erwartenden Datenbedarf kalkulieren können. Mit Diagnosewerkzeugen und der Berücksichtigung historischer Daten beschleunigt vSAN 6.7 Update 1 laut VMware zudem die Problembeseitigung.

Mehr Automation für vRealize

Mit neuen Versionen seiner Cloud-Management-Plattform vRealize will VMware Unternehmen bei der Automatisierung und Standardisierung des Hybrid-Cloud-Betriebs unterstützen, etwa für die VM- und containerbasierte Anwendungsentwicklung. Die Plattform biete Unterstützung für einen eigenständigen Betrieb, die programmierbare Bereitstellung sowie die Ausführung von Anwendungen.

vRealize Operations 7.0 erweitert nach Herstellerangaben die Selbststeuerungsfunktionen durch die Einführung einer automatisierten, Host-basierten Platzierung, die sich an der Geschäftsabsicht orientiert. Diese Funktion erleichtere die Workload-Platzierung sowohl innerhalb als auch zwischen den Clustern und spare Kosten sowie Kapazität. Zugleich soll sie für stabile Leistung sorgen.

Zum Funktionsumfang der neuen Version gehört eine vollautomatische Leistungsoptimierung, eine Optimierung der Workflows, Kapazitätsplanung, Erweiterung der Benutzeroberfläche und Dashboard-Erstellung. Die Erweiterungen sollen Anwendern dabei helfen, ihre Rechenzentren und Cloud-Umgebungen selbst zu überwachen und zu verwalten. Ebenso umfasst vRealize Operations 7.0 eine vollständige Integration mit der neuen Version vRealize Automation 7.5 für die erstmalige und fortlaufende Platzierung von Workloads über Cluster hinweg, basierend auf Betriebs- und Geschäftsabsichten, etwa zu Nutzung, Compliance oder Lizenzkosten.

vRealize Automation 7.5 ermögliche einen programmierbaren Ansatz zur Bereitstellung und Ausführung von Anwendungen, was eine entwicklerfreundliche Infrastruktur gewährleiste. Eine neue Benutzeroberfläche mit Ansible-Tower-Integration erweitere das Konfigurations-Management und biete per PKS-Integration (Pivotal Container Service) auch ein Kubernetes-Cluster-Management, so VMware.

Zudem hat der Hersteller in Las Vegas die vRealize Suite 2018 angekündigt, die Unternehmen mehr Agilität, Effizienz und Kontrolle für traditionelle sowie Cloud-basierte Anwendungen bieten soll. Durch die Integration von vRealize Lifecycle Manager 2.0 sei die Suite in der Lage, einen DevOps-Ansatz für die Verwaltung der CMP über den gesamten Lebenszyklus hinweg zu ermöglichen. Die Bedienung und Nutzung von Private Clouds lasse sich so vereinfachen. Zum weiteren Funktionsumfang der Lösung gehören ein Zertifikats-Management, die Unterstützung von vRealize Operations einschließlich Dashboards, Monitoring, Reports und Alerts sowie die simultane Veröffentlichung von Inhalten in der gesamten vRealize Suite.

Virtual Cloud Network

In Las Vegas hat VMware außerdem Neuerungen für seine Vision für das Netzwerk der Zukunft, das Virtual Cloud Network, vorgestellt. Dazu hat der Hersteller vor einiger Zeit ein neues NSX-Netzwerk- und Security-Portfolio eingeführt, das konsistente, durchgängige Connectivity und Sicherheit für Anwendungen und Daten in softwaredefinierten Rechenzentren, Niederlassungen, Clouds und TK-Umgebungen bieten soll.

Neu ist jetzt, dass VMware die Multi-Cloud-Networking- und Security-Funktionen von NSX auf weitere Clouds und Umgebungen ausgeweitet hat. Dies umfasse Workloads, die in AWS, Azure, VMware Cloud on AWS und lokalen softwaredefinierten Rechenzentren laufen, zudem Linux-basierte Workloads auf Bare-Metal-Servern ohne Hypervisor.

Neu sei auch die Unterstützung für NSX-T Data Center in vRealize Network Insight 3.9. Dies soll die Planung und Bereitstellung von Mikrosegmentierung beschleunigen, die Planung einer Migration von Anwendungen ermöglichen und Ansichten für die Verwaltung, Skalierung und Einhaltung von NSX-Implementierungen über beliebige Clouds hinweg erzeugen. VMware bietet die Lösung für die lokale Installation wie auch als SaaS-Angebot an.

Weitere Informationen finden sich unter www.vmware.com.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.