VMware hat in einer Studie einen starken Zusammenhang zwischen der „Digital Employee Experience“ und der Geschäftsentwicklung – gemessen am jährlichen Wachstum, einer fortschrittlichen Unternehmenskultur sowie Mitarbeiterzufriedenheit und positiver Bewertung als Arbeitgeber – festgestellt. Unter einer Digital Employee Experience versteht der Hersteller neben der Freiheit bei der Geräteauswahl auch einen einfachen Zugang zu geschäftskritischen Apps sowie die Möglichkeit des ortsunabhängigen Arbeitens. Die Studie hat der Virtualisierungsspezialist im Frühjahr 2019 unter 3.600 Teilnehmern in Europa und dem Mittleren Osten durchgeführt. In Deutschland wurden 600 Mitarbeiter deutscher Unternehmen sowie HR- und IT-Entscheider befragt.

„Wenn wir in den letzten Jahren über den Arbeitsplatz gesprochen haben, haben wir immer über den PC gesprochen, auf dem sich die Applikationen und Daten befinden. Heute reden wir über den digitalen Arbeitsplatz, der Dinge umfasst, die sich auch außerhalb der IT befinden“, sagte Ralf Gegg, Senior Director Sales, End User Computing, CEMEA bei VMware (siehe Bild oben), im Rahmen einer Pressekonferenz zur Vorstellung der Studie in München. Gegg sieht beispielsweise den Trend, dass in Zukunft eine viel engere Verzahnung zwischen der IT und dem Personalwesen nötig sein wird, etwa um das Onboarding neuer Mitarbeiter oder den Wechsel innerhalb eines Unternehmens möglichst geräuschlos zu gestalten. „Das Onboarding ist die erste Erfahrung und somit der erste Eindruck vom neuen Unternehmen“, berichtete Gegg. Der reibungslose Ablauf sei daher umso wichtiger.

Qualifizierte Mitarbeiter gewinnen

Damit ist laut VMware auch klar, dass der digitale Arbeitsplatz sich nicht nur um Technologie, sondern auch um den Mitarbeiter dreht. So lautet ein Fazit der Studie, dass die Digital Employee Experience sich ebenfalls positiv auf die Rekrutierung junger Talente auswirkt. Über die Hälfte der befragten Mitarbeiter (57 Prozent) haben demnach bestätigt, dass die Themen Flexibilität und digitale Tools die Entscheidung, sich bei einem Unternehmen zu bewerben oder eine Stelle anzunehmen, beeinflusst hat. Zudem gaben 67 Prozent der Befragten an, dass ihr aktueller Arbeitgeber mehr Wert auf die digitale Erfahrung der Mitarbeiter legen sollte. „War of Talent ist hier das Stichwort. Auch für Unternehmen, die zuletzt noch der Meinung waren, die Gewinnung von qualifiziertem Nachwuchs sei für sie kein Problem, ist das Thema nun höchst aktuell“, erklärte Gegg.

Darüber hinaus zeigt die Studie, dass Unternehmen mit höherem Wachstum ihren Mitarbeitern eine bessere digitale Erfahrung bieten (durchschnittlicher Wert 6), etwa ortsunabhängigen Zugang zu Geräten, Tools, Apps und Technologien, als Unternehmen mit niedrigerem Umsatzwachstum (durchschnittlicher Wert von 3 bis 4 auf einer Skala von 1 bis 10).

Zudem veranschaulicht die Studie, dass Unternehmen mit höherem Wachstum ihren Mitarbeitern eine bessere digitale Erfahrung bieten (durchschnittlicher Wert von 6 auf einer Skala von 1 bis 10), etwa ortsunabhängiger Zugang zu Geräten, Tools, Apps und Technologien, als Unternehmen mit niedrigerem Unternehmenswachstum (durchschnittlicher Wert von 3 bis 4). Bei der Digital Employee Experience sei es in erster Linie wichtig, dass der Mitarbeiter einen einfachen Zugriff auf jene kritischen Workloads hat, die er genau zu diesem Zeitpunkt braucht, um seinen Job zu erledigen, berichtete Gegg. Unterdurchschnittlich wachsende beziehungsweise stagnierende Unternehmen geben ihren Mitarbeitern laut VMware weitaus seltener die Möglichkeit mit ihrem privaten Gerät zu arbeiten (26 Prozent) auf Anwendungen zuzugreifen um produktiv zu arbeiten (26 Prozent) und Anwendungen für die wichtigsten Aufgabenbereiche – exklusive E-Mail – auf jedem Gerät zu nutzen (56 Prozent). Diese Werte sind laut der Studie weitaus geringer als bei wachstumsstarken Organisationen die auf 88 Prozent, 88 Prozent beziehungsweise 100 Prozent kommen. „Unternehmenswachstum und die Digital Experience korrelieren. Eine bessere Erfahrung führt auch dazu, dass Mitarbeiter beispielsweise ihren Arbeitgeber weiterempfehlen“, ergänzte VMware-Mann Gegg.

Schließlich wirkt sich die Digital Employee Experience umfassend auf die Stimmung und die Zufriedenheit der Mitarbeiter aus, so die VMware-Studie. Befragte, deren Unternehmen die Möglichkeit bietet, ortsunabhängig ebenso effizient wie im Büro zu arbeiten, sind deutlich häufiger stolz auf ihren Arbeitgeber als Befragte, deren Unternehmen diese Möglichkeit nicht bietet (73 Prozent gegenüber 26 Prozent). Auch würden diese häufiger angeben, dass ihr Arbeitgeber über eine fortschrittlichere Unternehmenskultur verfügt (75 Prozent gegenüber 24 Prozent), ihr Unternehmen ein Top-Arbeitgeber ist (71 Prozent gegenüber 28 Prozent) und eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Privatleben bietet (66 Prozent gegenüber 33 Prozent).

Zuständigkeiten unklar

Unklar ist jedoch häufig, wer für die Umsetzung einer erfolgreichen digitalen Erfahrung der Mitarbeiter verantwortlich ist: die IT-Abteilung oder die HR-Abteilung? In der Studie fordern 84 Prozent eine bessere Zusammenarbeit zwischen beiden genannten Arbeitsbereichen. Nur 16 Prozent berichten hingegen von einem guten Zusammenspiel zwischen IT- und HR-Abteilung. Acht von zehn der Studienteilnehmer fordern zudem, dass dem HR-Bereich mehr Verantwortung bei der Verbesserung der Digital Employee Experience übertragen wird.

Auch ist es laut VMware notwendig, dass ein Unternehmen seine Mitarbeiter darüber aufgeklärt, wer für diesen Themenbereich verantwortlich ist. So gaben 48 Prozent der Befragten an, dass sie nicht wissen, ob sie sich diesbezüglich an die IT oder HR wenden sollen. Dieser Umstand ist für 23 Prozent eine weitere Hürde zur Verbesserung des digitalen Arbeitsplatzes.

Geht es darum, eine Digital Employee Experience im Unternehmen umzusetzen, treten weitere Probleme für die Organisationen auf, so VMware. So sei fast ein Drittel der Entscheidungsträger im Unklaren darüber, was die eigenen Mitarbeiter eigentlich wollen (27 Prozent). Fast ein Fünftel betrachtet eine bessere digitale Erfahrung für die eigenen Mitarbeiter nicht als Priorität. Auf Seite der Mitarbeiter haben hingegen 63 Prozent das Gefühl, kein Mitspracherecht zu haben, wenn es um digitale Tools am Arbeitsplatz geht, obwohl laut der Studie 82 Prozent der HR- und IT-Entscheider der Meinung sind, dass sie ihren Mitarbeitern in diesem Bereich durchaus eine Mitsprache einräumen.

Timo Scheibe ist Redakteur bei der LANline.