Die Digitalisierung macht verständlicherweise auch vor der Logistikbranche nicht halt. In diesem Kontext äußerte sich Sebastian Odrich, Geschäftsführer von SDBN Solutions, zu den Vorteilen eines effizienten Yard-Managements: „Auf den ersten Blick geht es auf Frachthöfen zu wie im Ameisenhügel: Lkw, die Ladung bringen oder abtransportieren – einige, die zu ihrem Bestimmungsort gelotst werden, andere, die auf Anweisung warten. Zwischendrin wird rangiert, koordiniert, besprochen und gegengezeichnet.“ Insgesamt herrsche dort ein reges Treiben, das sich für Außenstehende schwer erschließt. Durchkreuzen unangekündigt eintreffende Lkw die Abläufe, scheint das Chaos perfekt. Doch ähnlich wie bei den Ameisen lassen sich Prozesse auch auf dem Werksgelände strukturieren und optimieren sowie unvorhergesehene Vorkommnisse in die Planung integrieren. Dahinter stecke eine systematische Frachthofverwaltung. Unternehmen, die auf Yard-Management setzen, profitieren laut Odrich von plan- und steuerbaren Fahrzeugbewegungen, effizientem Zeitfenster-Management sowie durchgängiger Kontrolle und Dokumentation.

„Staueffekte wie auf Autobahnen können auch auf dem Frachthof auftreten und zahlreiche Prozesse ins Stocken oder sogar zum Erliegen bringen. Als Ursache genügt ein verspätet eintreffender Lkw, der beispielsweise von Verkehrsbehinderungen oder technischen Störungen aufgehalten wurde. Die Folgen: unstrukturierte Prozesse, höherer Personalbedarf und verlängerte Arbeitszeiten sowie insgesamt ein gesteigerter Verwaltungsaufwand.“

Ein effizientes Yard-Management bereite Unternehmen auf solche Ereignisse vor und ermöglicht reibungslose Abläufe auf dem Werksgelände – selbst, wenn unvorhersehbare Vorfälle eintreten. Die systematische Frachthofverwaltung strukturiere und koordiniere sämtliche Vorgänge auf dem Unternehmensareal, ermöglicht die Steuerung von Fahrzeugen, Anhängern und Containern sowie des Liefer- und Abholverkehrs. Durch den Überblick über das gesamte Gelände sind Verantwortliche laut Odrich zum Beispiel bei Nichtankunft eines Fahrzeugs in der Lage, organisatorische Maßnahmen zu treffen und für eine reibungslose Abwicklung der Bewegungen auf dem Frachthof zu sorgen.

Digitalisierungsmöglichkeiten einbeziehen

„Im Zuge des digitalen Wandels steigt die Menge zu verarbeitender Daten, und auch deren Komplexität auf dem Werksgelände nimmt erheblich zu. Wollen Betriebe mit der Konkurrenz mithalten, sind sie zum Agieren gezwungen, um Prozesse transparenter und effizienter zu gestalten sowie Ressourcen gezielt und sparsam einzusetzen. Software-Tools wie Traffic Management & Control von SDBN Solutions sollen ein effektives Yard-Management bei der Koordination aller Betriebsabläufe in der Intralogistik unterstützen. Treffen beispielsweise Lkw zu früh oder verspätet ein, helfe die Software dabei, situationsbedingt schnell Lösungen zu schaffen und Fahrzeugbewegungen effizient zu steuern sowie zu planen.

Sebastian Odrich, Geschäftsführer von SDBN Solutions. Bild: SDBN Solutions

Sebastian Odrich, Geschäftsführer von SDBN Solutions. Bild: SDBN Solutions

Auf diese Weise lassen sich Lkw auf freie Stellflächen navigieren oder ohne Umwege und Wartezeiten von einer Station zur nächsten weiterleiten, um das gesamte Werksgelände optimal zu nutzen und Verzögerungen in den Frachthofbewegungen zu umgehen. Das Einpflegen diverser fahrzeugbezogener Daten und die Planung sämtlicher Zeit-Slots bereits vor der Ankunft eines Lkw ermöglichen zudem ein effektives Zeitfenster-Management und geben Aufschluss über mögliche Kapazitäten. Mit der optimierten Zulaufsteuerung lassen sich laut Odrich auch kleine Veränderungen unkompliziert und schnell umsetzen.

Softwarelösungen zur systematischen Frachthofverwaltung beziehen neben der Kontrolle des  Wareneingangs und -abtransports auch eventuell erforderliche Lkw-Verwiegungen, Gefahrgutüberprüfungen sowie Dokumentenausgaben ein. Durch die Anbindung an übergeordnete ERP-Systeme vermerke das System, welche Fahrzeuge bereits geprüft wurden. Sämtliche Daten stehen zur Weiterverarbeitung an einzelnen Schnittstellen zur Verfügung. So verschaffen Verantwortliche ihren Mitarbeitern nicht nur Raum zur Abarbeitung einzelner Arbeitsaufträge, sondern sorgen gleichzeitig für eine Qualitätssteigerung und gewährleisten einen reibungslosen Übergang von der Intralogistik zum nachgelagerten Transport – ein Effizienzgewinn, der den entscheidenden Wettbewerbsvorteil bilden könne.

Weitere Informationen finden sich unter www.sdbn-solutions.de.

Dr. Jörg Schröper ist Chefredakteur der LANline.