Cloud- und Hosting-Provider Ionos hat eine exklusive strategische Partnerschaft mit dem Filesharing- und Collaboration-Anbieter Nextcloud angekündigt. Ionos wird künftig die Open-Source-basierte Collaboration-Lösung von Nextcloud in seiner hauseigenen Enterprise Cloud hosten. Die beiden deutschen Anbieter wollen Anwendern damit die größtmögliche Hoheit über ihre Datenbestände verschaffen.

„Datensouveränität ist für viele Kunden eine unabdingbare Voraussetzung bei der Nutzung von Cloud-Diensten, um Geschäftsgeheimnisse zu schützen”, sagt Nextcloud-Chef Frank Karlitschek. Dies gelte für Anwender aus dem öffentlichen Sektor ebenso wie aus der Wirtschaft.

„Als deutsche Anbieter garantieren Ionos und Nextcloud ihren Nutzern die Hoheit über ihre Daten“, verspricht Achim Weiß, Vorstandsvorsitzender von Ionos. „Zugriffe durch Dritte, wie dies der US Cloud Act ermöglicht, schließen wir aus.“ Damit verschaffe die Kooperation Nextcloud-Anwendern Rechtssicherheit.

Befürchtungen rund um unerwünschte heimliche Datenzugriffe seitens US-Behörden und -Institutionen haben seit Edward Snowdens Enthüllung des Ausmaßes US-amerikanischer Überwachung der IT-Kommunikation durch die NSA unter deutschen Unternehmen immer wieder zu Skepsis und Zurückhaltung bei der Nutzung der großen und ebenfalls US-amerikanischen Cloud-Provider wie AWS, Google oder Microsoft geführt. Denn die dortige Gesetzgebung sieht vor, dass Provider Nutzerdaten auf richterliche Anordnung herausgeben müssen, ohne die Anwenderunternehmen darüber informieren zu dürfen.

Ein weiterer wichtiger Unterschied der beiden heimischen Anbieter zu den US-Größen: Sie setzen auf Open Source. „Die konsequente Verwendung offener Standards sorgt für Transparenz. Jeder kann zu jeder Zeit den Code einsehen, auf Sicherheitslücken prüfen und bei Bedarf auch ändern“, so Ionos-Chef Weiß. Zudem sei dank Open-Source-Basis die Verknüpfung der Daten und Applikationen mit anderen Systeme einfach möglich. Mangelnde Portabilität von Anwendungen und Datenbeständen zwischen Hyperscaler-Umgebungen gilt als weiterer zentraler Hinderungsgrund für mehr Cloud-Akzeptanz.

Nextcloud-Anwenderunternehmen können ihre Daten und Anwendungen laut Ionos auf der Infrastruktur des Providers nutzen. Zudem könne man die Umgebungen unter voller Kontrolle selbst anpassen und zusätzliche Funktionalitäten hinzufügen.

In den kommenden Monaten wollen die beiden Unternehmen ihre Partnerschaft vertiefen und für mehr Datensouveränität werben. „Viele Unternehmen und Behörden geben viele ihrer Daten in die Hände von Cloud-Providern aus den USA. Nextcloud und Ionos wollen gemeinsam dafür sensibilisieren, dass insbesondere empfindliche Daten besser bei europäischen Anbieter aufgehoben sind“, erklärt Achim Weiß.

Datensouveränität ist ein erklärtes Ziel der Digitalstrategie der Bundesregierung. Auf dem Digitalgipfel letzten Oktober in Dortmund sprach sich Kanzlerin Angela Merkel für bessere Kontrolle über die Daten aus und warb für eine europäische Lösung, sprich: für mehr Unabhängigkeit von der Dominanz der US-Hyperscaler.

Weitere Informationen finden sich unter www.ionos.de.

Dr. Wilhelm Greiner ist freier Mitarbeiter der LANline.